Bad Salzungen
[Gemeinde]

Lokation

Markt
36433 Bad Salzungen

50.812971, 10.235572

Personen

Christian Ludwig Wucke

Ludwig Bechstein

Landolf Scherzer

Weiterführende Informationen

Bad Salzungen

Autor

Detlef Ignasiak

Das literarische Thüringen, Bucha 2015.

Der Min­ne­sän­ger Bite­rolf, bezeugt 1212–17, soll aus der Gegend von Sal­zun­gen kom­men. Im »Wart­burg­krieg« tritt er als Lob­red­ner auf den Gra­fen von Hen­ne­berg auf. Ein Bite­rolf zuge­schrie­be­ner »Alex­an­der­ro­man« ist nicht erhal­ten. Er ist also ein Dich­ter ohne Werk. Joseph Vic­tor Schef­fel machte Bite­rolf 1863 zu einer Figur in sei­nem Min­ne­sän­ger-Gedicht »Frau Aven­ti­ure«.

Ott­mar Rom­mel (* 31. 5. 1801 Nord­heim bei Eisen­ach, † 19. 4. 1887 Sal­zun­gen), hin­ter­ließ kul­tur­his­to­risch äußerst wert­volle Tage­buch­auf­zeich­nun­gen Mein ers­tes Semes­ter in Jena über sein Stu­dium in Jena. Seit 1829 lebte er in Sal­zun­gen, wo er Rats­meis­ter, Bür­ger­meis­ter und schließ­lich Direk­tor der Sol­ba­de­an­stalt war.

Der spä­tere Sagen­samm­ler Lud­wig Wucke  (* 28. 1. 1807 Sal­zun­gen, † 1.5. 1883 Sal­zun­gen) war der Sohn eines aus West­fa­len zuge­zo­ge­nen Apo­the­kers, der in Jena stu­dierte. 1835 erblin­dete Wucke.  An sei­nem Geburts­haus am Markt 4 erin­nert eine Gedenk­s­ta­fel an ihn; sein Grab befin­det sich auf dem Husen­fried­hof. Ein Gedenk­stein mit Por­trät-Relief von 1911 erin­nert im Rathen­au­park an Lud­wig Wucke. Über Wuckes Leben schrieb Eva Hoff­mann-Aleith (1910–2002) den bio­gra­phi­schen Roman »Licht in der Nacht«, der 1998 erschien. Zu Wuckes Haupt­wer­ken gehö­ren die Bücher »Uiß min­ner Hai­meth« (1862); »Sagen der mitt­le­ren Werra und der Rhön« (2 Bde., 1864).

Lud­wig Bech­stein war 1826–1828 Pro­vi­sor in der Schwan-Apo­theke am Markt, in der er Lud­wig Wucke ken­nen­lernte und Caro­line Wis­ke­mann begeg­nete. Zu Bech­steins ers­ten Gedich­ten gehö­ren »Der Sal­zun­ger See« (1827) und kunst­volle »Sonet­ten­kränze« (1828), mit denen er Bern­hard II. Erich Freund auf­fiel. Am 20.9.1828 kam es zur fol­gen­rei­chen Begeg­nung mit dem Her­zog in Sal­zun­gen.

Lan­dolf Scher­zer, nach dem Polit­ma­ga­zin »Der Spie­gel« »eine Art Wall­raff ohne Maske«, durfte 1986 vier Wochen lang den Bad Sal­zun­ger SED-Kreis­se­kre­tär Hans-Die­ter Frit­sch­ler beglei­ten. Die Repor­tage »Der Erste«, die 1988 im Auf­bau-Ver­lag erschien, ist eine sel­tene Innen­an­sicht aus dem DDR-Herr­schafts­ap­pa­rat und gehörte zu den meist­dis­ku­tier­ten Publi­ka­tio­nen des letz­ten DDR-Jah­res.

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