Landolf Scherzer

1941      Dresden

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Landolf Scherzer im Autorenlexikon

Landolf Scherzer

Autor

Christoph Schmitz-Scholemann

Thüringer Literaturrat e.V.

Landolf Scherzer, geboren 1941 in Dresden, studierte in den 1960er Jahren Journalistik in Leipzig. Irgendwie muss er im Studium etwas falsch oder vielmehr gerade richtig verstanden haben, denn schon mit seinen ersten eigenen Reportagen eckte er an und wurde exmatrikuliert und anschließend gewissermaßen verbannt und zwar nach Suhl in Südthüringen, was ein Glück für Thüringen war.

Denn nun warf er sich mit allen Fasern seiner wunderbaren Gabe der scharfen Beobachtung auf Thüringen und zunehmend auch auf den Rest der Welt, z. B. die Hochseefischerei vor Labrador, das Leben am Sambesi, in und um Tschernobyl, um nur ein paar Stationen zu nennen. 1988 erschien auch seine sehr stark beachtete Reportage über das Wirken eines SED-Funktionärs in der Thüringer Provinz, die sich in einer für damalige Verhältnisse sehr offenen Art mit der Wirklichkeit des sozialistischen Alltags befasste.

Zahlreiche weitere Bücher folgten. Für seine Reportage »Stürzt die Götter vom Olymp. Das andere Griechenland« reiste er in den vergangenen Jahren mehrfach nach Griechenland und sprach mit zahlreichen Menschen im Land. Er entwirft darin ein Bild, das Griechenland auf der Ebene des täglichen Lebens und Überlebens der Griechen zeigt.

Scherzers Schreiben zielt auf das Hinterfragen von Bildern, die uns durch die Medien vermittelt werden, ohne dabei nach Sensationen und Schlagzeilen zu heischen; vielmehr geht es ihm darum, auch einfache Wahrheiten, Perspektiven und Meinungen anzuhören und diese dann zu einer Reportage zu verdichten.

2010 erhielt Landolf Scherzer in Merseburg den Walter-Bauer-Preis, nicht nur für seine literarische Arbeit, sondern auch für seine geistige Haltung; für das »Verlangen nach Freiheit, Selbständigkeit und Ungebundensein, die Botschaft der Menschlichkeit und das  Bekenntnis zum europäischen Geist.«

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