Bruno Apitz

1900      Leipzig

1979      Berlin

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Weimar – Weltstadt des Geistes und Musendorf

Bruno Apitz – »›Nackt unter Wölfen‹ – Du bist ein Mensch, beweise es …«

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Bruno Apitz

Autor

Pascal Quicker

Thüringer Literaturrat e.V. / Gedenkstätte Buchenwald

Bruno Apitz wurde am 28. April 1900 in Leip­zig gebo­ren. Bis zum Alter von 14 Jah­ren besuchte er die Volks­schule, danach begann er eine Aus­bil­dung zum Stem­pel­dru­cker. Seit 1914 Mit­glied der Sozia­lis­ti­schen Arbei­ter-Jugend (SAJ) war er wäh­rend des Ers­ten Welt­kriegs als Kriegs­geg­ner Anhän­ger Karl Lieb­knechts. Nach­dem er 1917 eine Anspra­che vor strei­ken­den Arbei­tern einer Muni­ti­ons­fa­brik gehal­ten hatte, wurde Apitz ver­haf­tet und wegen Anti­kriegs­pro­pa­ganda zu 22 Mona­ten Haft ver­ur­teilt.

Nach sei­ner vor­zei­ti­gen Ent­las­sung 1918 betei­ligte er sich an der Novem­ber­re­vo­lu­tion und begann 1919 eine Aus­bil­dung zum Buch­händ­ler, wel­che er jedoch auf­grund sei­ner Teil­nahme am Buch­händ­ler­streik bald schon ver­lie­ren sollte. Im sel­ben Jahr wurde Apitz SPD-Mit­glied, 1922 Mit­glied der KJVD. Erste Gedichte und Kurz­ge­schich­ten ver­öf­fent­lichte er zu Zei­ten des Kapp-Put­sches, an des­sen Nie­der­schla­gung er aktiv betei­ligt war, in sati­ri­schen Wochen­zeit­schrif­ten und KPD-Zei­tun­gen. 1924 schrieb er sein ers­tes Thea­ter­stück Der Mensch im Nacken, 1926 begann er, Schau­spiel­un­ter­richt zu neh­men. Ein Enga­ge­ment als Schau­spie­ler in Leip­zig folgte. Außer­dem ver­fasste er in den spä­ten Jah­ren der Wei­ma­rer Repu­blik sowie in der NS-Zeit einen Roman und meh­rere Thea­ter­stü­cke, wel­che jedoch alle­samt unver­öf­fent­licht blie­ben und heute nicht mehr erhal­ten sind.

Nach sei­nem Ein­tritt in die KPD 1927 wurde Apitz Lei­ter des Zen­tral­ver­la­ges der Roten Hilfe und gehörte von 1930 bis 1933 dem Bund pro­le­ta­risch-revo­lu­tio­nä­rer Schrift­stel­ler an. Noch dar­über hin­aus war er des­sen Vor­sit­zen­der in Leip­zig. Nach­dem er Anfang 1933 kurz­zei­tig in den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern Col­ditz und Sach­sen­burg inhaf­tiert war, wurde Apitz im Novem­ber 1934 erneut ver­haf­tet und wegen »ille­ga­ler Tätig­keit« zu drei Jah­ren Zucht­haus in Wald­heim ver­ur­teilt. Zuvor hatte er ver­sucht, die Leip­zi­ger KPD wie­der­auf­zu­bauen. Anschlie­ßend war er ab Novem­ber 1937 bis zur Befrei­ung des Lagers im April 1945 acht Jahre lang im KZ Buchen­wald inhaf­tiert (Häft­lings­num­mer 2417). Dort wurde Apitz in den Arbeits­kom­man­dos Bild­haue­rei sowie Patho­lo­gie ein­ge­setzt. Dar­über hin­aus war er Con­fé­ren­cier in »Lager­kon­zer­ten« und ver­fasste Gedichte.

Nach 1945 arbei­tete Apitz als Ver­wal­tungs­di­rek­tor der Leip­zi­ger Thea­ter. 1949 wurde er Redak­teur bei der »Leip­zi­ger Volks­zei­tung«. Außer­dem betä­tigte er sich als Kreis­se­kre­tär des Kul­tur­bun­des, war Dra­ma­turg bei der DEFA und Hör­spiel­au­tor. 1946 gehörte er zu den Grün­dungs­mit­glie­dern der SED.

Ab 1955 lebte Apitz als frei­schaf­fen­der Schrift­stel­ler in Ber­lin und war als sol­cher auch Mit­glied im Haupt­vor­stand des Deut­schen Schrift­stel­ler­ver­bands. Erst 1958 erschien sein ers­tes Buch, der KZ-Roman Nackt unter Wöl­fen. Mit einer Gesamt­auf­lage von über 2 Mil­lio­nen und Über­set­zun­gen in mehr als 30 Spra­chen wurde das Werk zum Welt­erfolg und ver­half sei­nem Ver­fas­ser zu Welt­ruhm. 1961 wurde Apitz Ehren­bür­ger der Stadt Wei­mar, 1963 ver­filmte die DEFA sein Buch unter der Regie von Frank Beyer. Im Film über­nahm er die Rolle eines namen­lo­sen Häft­lings.

Am 7. April 1979 starb Apitz, gewür­digt mit den höchs­ten Aus­zeich­nun­gen der DDR, in Ber­lin. Er war Mit­glied der Aka­de­mie der Künste und des P.E.N.-Clubs der DDR.

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