Wolfgang Haak

Wolf­gang Haak wurde 1954 in Gen­thin gebo­ren. Er stu­dierte Mathe­ma­tik und Phy­sik in Jena und arbei­tete anschlie­ßend von 1975 bis 1977 als Leh­rer an einer Son­der­schule in Pase­walk. Von 1979 bis 1982 war er am Museum für Ur- und Früh­ge­schichte in Wei­mar als päd­ago­gi­scher Mit­ar­bei­ter tätig. 1981 wech­selte er als Leh­rer an das Musik­gym­na­sium Schloss Bel­ve­dere, des­sen Lei­ter er seit 1991 ist.  Neben Auf­sät­zen über Wal­ter Hasen­cle­ver oder Rahel Sanz­ara legte er meh­rere Künst­ler­bü­cher und Pro­sa­bände vor. Ins­be­on­dere liegt ihm die poe­ti­sche Prosa in Kurz­form, wie sie in sei­nen Bän­den »lebens­um­wege«, Treib­gut. Warm­zeit« oder »Baga­tel­len opus nr. III« zu fin­den ist.

Wolf­gang Haak gehört zu denen, die sich nicht erst seit 1990 inten­siv um die Ver­mitt­lung von Lite­ra­tur aus und in Thü­rin­gen bemü­hen. Bereits in den 1980er Jah­ren, gab er Künst­lern ein Podium, orga­ni­sierte Rei­hen wie »Lite­ra­tur und Gra­fik« oder »Lite­ra­tur und Musik«. Das in viele Win­kel, Neben- und Hin­ter­häu­ser ver­schach­telte Miets­haus, in dem er in den 1980er Jah­ren in Wei­mar eine kleine Woh­nung bewohnte, bil­dete nicht nur den Rah­men für Aus­stel­lun­gen im Hin­ter­hof und pri­va­ten Lesun­gen, son­dern es war vor allem für ihn eine Fund­grube. Eine Fund­grube an Figu­ren, Lebens­um­stän­den, Wohn­ar­chi­tek­tur, die von Impro­vi­sa­tion und Behelf geprägt war.

Die­ses Haus und seine Bewoh­ner fas­zi­nierte ihn so nach­hal­tig, dass er 2013 einen Roman mit dem Titel «Zeit­um­stel­lung« dar­über geschrie­ben hat. Der Autor zeich­net darin ein Bild vom mensch­li­chen Zusam­men­le­ben, wel­ches eine ganze Gesell­schaft cha­rak­te­ri­siert. Dem Leser begeg­nen Rand­fi­gu­ren und Gestrau­chelte, aber auch andere, die hoch hin­aus wollen.Von exo­ti­schen Par­tys im Ate­lier eines Malers ist da zu lesen, von Kohl­en­trä­gern und Müll­fah­rern, von Poli­zei­spit­zeln, ver­lieb­ten Milch­ver­käu­fe­rin­nen, Traum­tän­zern und trink­fes­ten Zeit­ge­nos­sen, die Schnaps aus Ein­mach­glä­sern ver­til­gen, die der Trist­heit ihres All­tags mit Gelas­sen­heit begeg­nen und rau­schende Feste zwi­schen Müll­ton­nen und Hin­ter­hof­mau­ern fei­ern. Ein Roman, der zum Nach­den­ken anregt, aber vor allem jede Menge Unter­hal­tung bereit­hält.

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