Christa und Gerhard Wolf in Bad Frankenhausen
1 : Schloss Rathsfeld (einschließlich des Barbarossa-Denkmals)

Personen

Christa Wolf

Gerhard Wolf

Ort

Bad Frankenhausen

Thema

Von 1945 bis zum Ende der DDR

Autor

Peter Hermann Braun und Martin Straub

Die Exkursion entstand im Rahmen eines Projekts der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V.

Der Dach­ver­band aller Krie­ger­ver­eine, der »Reichs­krie­ger­bund«, saß in Schloss Raths­feld, einem 1697 erbau­ten Jagd­schloss der Gra­fen von Schwar­zen­burg-Rudol­stadt. Hier arbei­tete der Vater von Ger­hard Wolf als Buch­hal­ter und hier lebte die Fami­lie. Die Jahre waren aber zunächst von der schwe­ren Krebs­krank­heit der Mut­ter, dann vom Krieg, in den der Vater als Sol­dat ein­ge­zo­gen wurde, über­schat­tet. In einem Gespräch mit den Autoren die­ses Bei­trags beschreibt Ger­hard Wolf sei­nen Vater als »sprach­ohn­mäch­tig«. Über den Tod sei­ner Ehe­frau oder über den Krieg schwieg er. So flüch­tete Ger­hard Wolf in die Lite­ra­tur. Die Biblio­thek sei­nes Vaters weckte früh sein Inter­esse, beson­ders für die Lyrik.

Als eine der prä­gen­den Erfah­run­gen jener Jahre erlebte Ger­hard Wolf den Aus­bau des nah­ge­le­ge­nen Bar­ba­rossa-Denk­mals, den der Reichs­krie­ger­bund vor­an­trieb. Der Kyff­häu­ser wurde ins­ge­samt zum »Berg des Deut­schen Sol­da­ten« aus­ge­ru­fen. So fan­den, vom ›Arbeits­dienst‹ aus­ge­führt, Gra­bun­gen statt, die Ger­hard Wolf als »klei­ner Hit­ler­junge«, wie er sich in unse­rem Gespräch selbst bezeich­net, mit­er­lebt hat. Auch erin­nert er sich daran, wie er 1938 zuge­gen war, als dort ein neues Denk­mal für Hin­den­burg ein­ge­weiht wurde. Schließ­lich kommt ihm noch eine wei­tere Erin­ne­rung, die er mit Schloss Raths­feld ver­bin­det:

Als ich im Mai 1945 aus mei­ner kur­zen Kriegs­ge­fan­gen­schaft zurück­kam, lagen auf den Wegen rund um das Schloss Raths­feld ver­kohlte Kar­tei­kar­ten und Fotos, die aus dem Schorn­stein des Schlos­ses kamen. Im letz­ten Kriegs­jahr brachte das ‚Reich­si­cher­heits­haupt­amt‘ dort die Kar­tei für die Juden Euro­pas unter. Zuletzt haben sie alles ver­brannt.

 Christa und Gerhard Wolf in Bad Frankenhausen:

  1. Schloss Rathsfeld (einschließlich des Barbarossa-Denkmals)
  2. Hermann-Hedrich-Heim und das ehemalige Wohnhaus der Familie Ihlenfeld
  3. Die Unterkirche
  4. Die ehemalige Schule
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