Joseph Roth

1894      Brody (damals Österreich-Ungarn)

1939      Paris

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Weimar

Artikel

Joseph Roth – »Sporengeklirr im ›Russischen Hof‹«

Neuerscheinung: »Der Weg entsteht im Gehen – Literarische Texte aus 100 Jahren Thüringen«

Weiterführende Informationen

Joseph Roth

Autor

Rebekka Jochem

Thüringer Literaturrat e.V.

Joseph Roth wurde 1894 im öster­reich-unga­ri­schen Brody gebo­ren. Seine Mut­ter stammte aus einer jüdi­schen Kauf­manns­fa­mi­lie, wäh­rend sein ortho­dox-chas­si­di­scher Vater ein Getrei­de­händ­ler aus Ham­burg war. Nach einem geschäft­li­chen Auf­ent­halt in der Han­se­stadt wurde Roths Vater in einem Zug auf­fäl­lig und wurde des­halb in eine Anstalt für Geis­tes­kranke ein­ge­wie­sen und spä­ter in die Obhut eines Wun­der­rab­bis über­ge­ben. Joseph Roth ver­schlei­erte seine Her­kunft oft und erzählte unter­schied­li­che Geschich­ten über die Iden­ti­tät sei­nes Vaters.
1913 zog er nach Lem­berg, um dort zu stu­die­ren. Ein ger­ma­nis­ti­sches Stu­dium nahm er indes erst 1914 in Wien auf. Bei Aus­bruch des Ers­ten Welt­kriegs ver­trat Roth zunächst eine pazi­fis­ti­sche Hal­tung, die er spä­ter jedoch auf­gab und sich 1916 frei­wil­lig zum Mili­tär­dienst mel­dete. Wäh­rend die­ser Zeit begann er auch Berichte und Feuil­le­tons für die Zeit­schrif­ten »Der Abend« und »Der Friede« zu schrei­ben.
Nach dem Ende des Krie­ges zog Joseph Roth nach Ber­lin, wo er als Jour­na­list für ver­schie­dene Zei­tun­gen arbei­tete. 1925 sie­delte er als Kor­re­spon­dent der »Frank­fur­ter Zei­tung« nach Paris, spä­ter bereiste er als Rei­se­re­por­ter meh­rere euro­päi­sche Län­der.
Die psy­chi­sche Erkran­kung sei­ner Frau Frie­de­rike Reich­ler ließ ihn Trost im Alko­hol suchen, der in eine lebens­lange Sucht führte.
Am Tag der Ernen­nung Hit­lers zum Reichs­kanz­ler ver­ließ Joseph Roth Deutsch­land und emi­grierte nach Paris. Nach­dem die Natio­nal­so­zia­lis­ten seine Bücher in Deutsch­land ver­brannt hat­ten, erschie­nen sie im nie­der­län­di­schen Quer­ido-Ver­lag. Joseph Roth starb im Mai 1939 an einer beid­sei­ti­gen Lun­gen­ent­zün­dung.

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