Johann Peter Eckermann

Johann Peter Ecker­mann wurde am 21. Sep­tem­ber 1792 in Win­sen (Luhe) gebo­ren. Nach­dem er von 1808 bis 1813 als Amts­schrei­ber in Win­sen und Umge­bung beschäf­tigt war, unter­nahm er den Ver­such in Han­no­ver eine künst­le­ri­sche Aus­bil­dung zu erhal­ten – ein Plan, den er aus finan­zi­el­len Grün­den nicht ver­wirk­li­chen konnte. Nach­dem er dar­auf­hin das dor­tige Gym­na­sium besucht hatte, begann er in Göt­tin­gen ein Stu­dium der Rechte und der Phi­lo­lo­gie, wel­ches er wie­derum aus Geld­nö­ten abbre­chen musste.

Des­sen unge­ach­tet ent­stan­den 1822 wäh­rend Ecker­manns Zeit in Empelde bei Han­no­ver des­sen erste schrift­stel­le­ri­schen Arbei­ten. Von die­sen sen­dete er ein Manu­skript an Goe­the, des­sen Werk ihn tief beein­druckte. Auf posi­tive Reso­nanz sei­tens des Dich­ter­fürs­ten folgte eine Reise nach Wei­mar sowie ein Besuch beim berühm­ten Schrift­stel­ler. In der Fplge wurde er zwar nicht wie oft ange­nom­men des­sen Sekre­tär, jedoch begann er in einem unver­bind­li­chen Gefäl­lig­keits­ver­hält­nis edi­to­ri­sche und orga­ni­sa­to­ri­sche Arbei­ten für den fast Vier­und­sieb­zig­jäh­ri­gen zu über­neh­men. Ecker­manns Geld­not wurde dadurch jedoch kaum geschmä­lert, auch nicht als Goe­the ihm dar­über hin­aus eine Stelle als Leh­rer des Erb­prin­zen Carl Alex­an­der ver­mit­telte.

Das Ver­trauen Goe­thes in die Zuver­läs­sig­keit Ecker­manns war so groß, dass er ihn auch darum bat sei­nen Sohn August auf des­sen ver­häng­nis­vol­ler Ita­li­en­reise zu beglei­ten. Im Jahre 1831 hei­ra­tete Ecker­mann schließ­lich in Nort­heim seine lang­jäh­rige Ver­lobte Johanne Bertram, die jedoch bereits 1834 kurz nach der Geburt des gemein­sa­men Soh­nes Karl starb.

Vom grei­sen Goe­the wurde Ecker­mann tes­ta­men­ta­risch ver­fügt, nach des­sen Tod (1932) als Ver­wal­ter sei­nes lite­ra­ri­schen Nach­las­ses zu fun­gie­ren. Jedoch konnte auch diese letzte Bemü­hung Goe­thes um die finan­zi­elle Siche­rung Ecker­manns kei­nen nach­hal­ti­gen Erfolg erzie­len. Und auch die 1836 von ihm in zwei Bän­den publi­zier­ten Gesprä­che mit Goe­the in den letz­ten Jah­ren sei­nes Lebens - als Werk bis heute aner­kannt und in zahl­rei­chen Über­set­zun­gen vor­han­den – konn­ten ihm keine Abhilfe auf Dauer schaf­fen.

Nach wei­te­ren gering hono­rier­ten Ver­öf­fent­li­chung sowie zwei schwe­ren Schlag­an­fäl­len starb Ecker­mann am 3. Dezem­ber 1854 krank, ver­armt und ver­einsamt in Anwe­sen­heit sei­nes Soh­nes Karl in Wei­mar. Sein ehe­ma­li­ger Schü­ler, der Groß­her­zog Carl Alex­an­der, sorgte dafür dass er in unmit­tel­ba­rer Nähe zu Goe­thes Grab­stätte eine wür­dige letzte Ruhe­stätte auf dem His­to­ri­schen Fried­hof Wei­mar erhielt.

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