Heinrich von Kleist

Hein­rich von Kleist wurde am 19.10.1777 in Frankfurt/Oder als Sohn einer pom­mer­schen Adels­fa­mi­lie gebo­ren, aus der hoch­ran­gige Gene­räle, Gelehrte, Diplo­ma­ten und Beamte her­vor­ge­gan­gen sind. Nach dem frü­hen Tod sei­nes Vaters 1788 wurde Kleist nach Ber­lin geschickt, um dort das fran­zö­si­sche Gym­na­sium zu besu­chen. Nach sei­ner schu­li­schen Aus­bil­dung trat Kleist 1792 dem preu­ßi­schen Gar­de­re­gi­ment bei, wie es die Fami­li­en­tra­di­tion ver­langte. Als Sol­dat nahm er am Rhein­feld­zug 1796 teil. 1799 schied Kleist auf eige­nes Bestre­ben aus dem Mili­tär­dienst aus, um ein Stu­dium an der Bran­den­bur­gi­schen Uni­ver­si­tät Frankfurt/Oder auf­zu­neh­men. Dort stu­dierte er drei Semes­ter die Fächer Mathe­ma­tik, Phy­sik, Kul­tur­ge­schichte, Natur­recht, Latein und Kame­ral­wis­sen­schaf­ten, bis er 1800 sein Stu­dium abbrach. Im glei­chen Jahr ver­lobte er sich mit der Gene­rals­toch­ter Wil­hel­mine von Zenge. 1801 reiste er mit sei­ner Schwes­ter Ulrike nach Paris und 1802 fuhr er in die Schweiz; wäh­rend die­ses Auf­ent­hal­tes kam es zum Bruch mit von Zenge.

Ende 1802 reiste Kleist für kurze Zeit wie­der nach Deutsch­land. Dort kam er Anfang Novem­ber nach Wei­mar bzw. Oßmann­stedt und ver­weilte bis Anfang März 1803 bei Chris­toph Mar­tin Wie­land, der Kleist als Schrei­ber sei­ner Memoi­ren beschäf­tigte.

In einem Brief an seine Schwes­ter Ulrike berich­tete Kleist im Januar: Ich wohne schon geraume Zeit hier, u. es freut mich, daß du das gern siehst. Ich habe aber mehr Liebe gefun­den, als recht ist, und muß über kurz oder lang wie­der fort; mein selt­sa­mes Schick­sal! — Wenigs­tens bis zum Früh­jahr mögte ich hier blei­ben. Wie­land erzählt mir seine Lebens­ge­schichte; u. ich schreibe sie auf. Er läßt dich grü­ßen.

Erst spä­ter wurde Wie­land das dich­te­ri­sche Talent sei­nes Gas­tes bewusst, und er ermu­tigte ihn zur Fer­tig­stel­lung sei­nes Trau­er­spiels Robert Guis­kard. Die Aner­ken­nung und das Lob des geschätz­ten Schrift­stel­lers bezeich­nete Kleist in einem Brief vom 17. Dezem­ber 1807 an Wie­land selbst als den stolzeste[n] Augen­blick mei­nes Lebens.

1803 fuhr Kleist noch ein­mal mit sei­nem Freund Ernst von Pfuel nach Paris. Nach sei­ner Rück­kehr zog er 1804 nach Königs­berg, um seine neue Anstel­lung im preu­ßi­schen Staats­dienst anzu­tre­ten. Diese Anstel­lung gab er bereits 1806 wie­der auf, um sich nun gänz­lich sei­ner dich­te­ri­schen Tätig­keit zu wid­men. Im Januar 1807 wurde er auf dem Weg nach Ber­lin von fran­zö­si­schen Behör­den als angeb­li­cher Spion ver­haf­tet und nach Fort de Joux gebracht, um von dort aus in das Kriegs­ge­fan­ge­nen­la­ger Châ­lons-sur-Marne trans­por­tiert zu wer­den. Im Lager schrieb er ver­mut­lich die Novelle Die Mar­quise von O…..

Nach sei­ner Frei­las­sung reiste Kleist im Som­mer 1807 nach Dres­den und begeg­nete dort neben ande­ren Lud­wig Tieck, Cas­par David Fried­rich und Adam Hein­rich Mül­ler. Im dar­auf­fol­gen­den Jahr war er zusam­men mit Adam Mül­ler Her­aus­ge­ber der Lite­ra­tur­zeit­schrift »Phö­bus. Jour­nal für die Kunst«. Im glei­chen Jahr wurde Kleists Lust­spiel Der zer­brochne Krug am Wei­ma­rer Hof­thea­ter unter der Lei­tung Goe­thes urauf­ge­führt. Doch die Insze­nie­rung sollte erfolg­los blei­ben; die Auf­füh­rung wurde als lang­at­mig und sper­rig emp­fun­den.

Schließ­lich zog es Kleist 1809 wie­der nach Ber­lin, wo er auch Achim von Arnim, Cle­mens Bren­tano und Joseph von Eichen­dorff ken­nen­lernte. 1810 gab er die Tages­zei­tung »Ber­li­ner Abend­blät­ter« her­aus, für die auch nam­hafte Schrift­stel­ler Bei­träge ver­fass­ten, so zum Bei­spiel Achim von Arnim und Adel­bert von Cha­misso. Im glei­chen Jahr erschien der erste Band sei­ner Erzäh­lun­gen, der unter ande­rem den Michael Kohl­haas und Das Erd­be­ben in Chili ent­hält.

Am 21. Novem­ber 1811 beging Hein­rich von Kleist zusam­men mit sei­ner Freun­din Hen­ri­ette Vogel Sui­zid am Klei­nen Wann­see in Ber­lin.

 

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