Erich Knauf

1895      Meerane

1944      Brandenburg, Havel

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Weimar

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Goetheplatz 9 – Kunsthalle Harry Graf Kessler

Die gute Stube des deutschen Kleinbürgers

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Erich Knauf

Erich Knauf wurde am 21. Februar 1895 in Meerane, als Sohn eines Schnei­ders gebo­ren. Nach einer Lehre als Schrift­set­zer unter­nahm er eine Reise durch Ita­lien, Grie­chen­land und die Tür­kei. Von 1915 bis 1918 war er Sol­dat im Ers­ten Welt­krieg. Nach dem Krieg stu­dierte er an der sozia­lis­ti­schen Heim­volks­hoch­schule Tinz in Gera. 1920, wäh­rend des Kapp-Put­sches, gehörte Knauf zu einer Arbei­ter­wehr und war an anar­chis­ti­schen Aktio­nen im Erz­ge­birge betei­ligt. Ent­täuscht von der Hal­tung der SPD wäh­rend des Kapp-Put­sches schloss er sich der USPD an. Von 1922 bis 1928 war Knauf Feuil­le­ton­re­dak­teur der Plaue­ner Volks­zei­tung, wo er den Zeich­ner Erich Ohser ken­nen­lernte, mit dem ihn eine enge Freund­schaft ver­band. 1928 erhielt er eine Stelle bei der Bücher­gilde Guten­berg in Ber­lin. Als lite­ra­ri­scher Lei­ter der Bücher­gilde setzte er sich für den Schrift­stel­ler B. Tra­ven ein, nahm Romane von Upton Sin­c­lair und sowje­ti­sche Autoren in das Pro­gramm. Nach der Macht­über­nahme durch die Natio­nal­so­zia­lis­ten arbei­tete Knauf als Schrift­stel­ler und Redak­teur im Feuil­le­ton des Acht-Uhr-Abend­blat­tes. 1934 wurde er ver­haf­tet und kam ins Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Ora­ni­en­burg, spä­ter nach Lich­ten­burg. Nach sei­nem Aus­schluss aus dem Reichs­ver­band der Deut­schen Presse war er zunächst Wer­be­fach­mann, dann Pres­se­spre­cher einer Film­pro­duk­ti­ons­firma. Schließ­lich arbei­tete er als Schla­ger­tex­ter beim Film, u.a. für Heinz Rüh­mann, und konnte so vom Kriegs­dienst frei­ge­stellt wer­den. Nach einer Denun­zia­tion in einem Luft­schutz­bun­ker wurde er im März 1944 ver­haf­tet und eine Woche spä­ter vom Volks­ge­richts­hof wegen defä­tis­ti­scher Äuße­run­gen zum Tode ver­ur­teilt. Am 2. Mai 1944 wurde er im Zucht­haus Bran­den­burg mit dem Fall­beil hin­ge­rich­tet. Sein Freund Erich Ohser nahm sich in der Nacht vor dem Pro­zeß das Leben.

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