Ilfeld
[Gemeinde]

Lokation

Lindenallee
99768 Ilfeld

51.577033, 10.787273

Personen

Michael Neander

Lorenz Rhodomann

Börries Freiherr von Münchhausen

Thomas Spaniel

Artikel

Thüringer Anthologie Nr. 078 – Michael Hametner über Thomas Spaniel

Thüringer Anthologie Nr. 140 – Thomas Spaniel über Udo Degener

Weiterführende Informationen

Ilfeld

Autor

Detlef Ignasiak

Das literarische Thüringen, Bucha 2018.

Ilfeld bildet seit 2012 zusammen mit dem heute größeren Niedersachswerfen die Gemeinde Harztor. Ilfeld hat einen gut erhaltenen Kern mit Gebäuden vor allem aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Auffällig ist das neben der ehemaligen Schule stehende Amtshaus (1720).

Bedeutung erlangte Ilfeld vor allem durch die 1546 von Graf Albrecht Georg zu Stolberg gegründete Klosterschule, die nach der Aufhebung des Ilfelder Prämonstratenserklosters eingerichtet wurde. Hier lernte und lehrte später der 1525 im schlesischen Sorau geborene Michael Neander, der 1595 in Ilfeld starb. Neander wurde zu einem der bedeutendsten Pädagogen der nachreformatiorischen Zeit. Er hatte bei Melanchthon in Halle studiert und ging auf dessen Empfehlung 1554 als Lehrer nach Ilfeld.

Von 1593-1866 gehörte die Schule den Welfen, die sie nach 1737 eng mit der Universität Göttingen verbanden, deren Professoren sie beaufsichtigten und zu hohem Ansehen führten. Sie ließen das Kloster 1859 niederlegen und begannen, die heutigen neoromanischen Gebäude am Neanderplatz 4 zu errichten, die dann die Preußen erweiterten und vollendeten. 1867 erfolgte die Neueröffnung als preußische »Königliche Klosterschule«. Zum Schluss wurde sie 1934-1944 als „Nationalpolitische Erziehungsanstalt“ (NAPOLA) geführt. Nach dem Krieg zog in die Gebäude ein Krankenhaus ein, aus dem 1993 die »Neanderklinik Harzwald GmbH« hervorging.

Neben Michael Neander lehrten in Ilfeld namhafte Pädagogen wie Friedrich August Wolf,  Heinrich Ludwig Ahrens. Berühmte Schüler waren Lorenz Rhodomann und Johannes Thal, der hier sein erstes Herbarium angelegt hat, Georg Friedrich Grotefend und Börries von Münchhausen, der sich an seine Schulzeit aber »höchst ungern« erinnerte, wie er in seinem Buch »Fröhliche Woche mit Freunden« 1922 schrieb, sich dennoch  als Dichter 1921 hier feiern ließ.

Goethe kam am 30. 11. 1777 »durch die tiefe Finsternis hierher« und »fand keine Stube leer«, so musste er im Gasthof hinter einem Bretterverschlag übernachten. 45 Jahre später erinnert er sich in der »Kampagne in Frankreich« (1792) an die abenteuerliche Stimmung (»manchmal schien es mir ganz gespensterhaft«) während seines ersten Rittes in den Harz.

In Ilfeld lebt der 1963 in Nordhausen geborene Dichter Thomas Spaniel. Nach einem Studium der Staats- und Rechtswissenschaften in Jena arbeitet er als Rechtsanwalt und Schriftsteller.

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