Haus der Frau von Stein in Weimar
[Weimar]

Lokation

Ackerwand 25-27
99423 Weimar

50.977516, 11.331582

Personen

Charlotte von Stein

Johann Wolfgang von Goethe

Artikel

Peter Ludwig Gülke – »Auf Weimarer Parkwegen«

Zugehörige Gemeinde

Weimar

Gebiet

Literarische Gedenkorte in Thüringen

Autor

Jens Kirsten

Thüringer Literaturrat e.V. / Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte, Weimar 1998. Adreßbücher der Stadt Weimar von 1896-1942.

1770 errich­tete Anton Georg Haupt­mann auf dem Grund­stück des seit 1612 zum Wei­ma­rer Hof gehö­ren­den Stie­den­vor­werks das Haus an der Acker­wand (heute Nr. 25–27). Ab 1777 lebte im öst­li­chen Teil des Ober­ge­schos­ses die Fami­lie des Ober­forst­meis­ters Otto Joa­chim Moritz von Wedel; im west­li­chen Flü­gel Char­lotte von Stein (bis zu ihrem Tod 1827) mit ihrem Mann, dem Ober­stall­meis­ter Josias Frei­herr von Stein und ihren Kin­dern.

Bis 1794 befan­den sich im Erd­ge­schoß Pfer­de­ställe der her­zog­li­chen Husa­ren. Spä­ter rich­tete man im Erd­ge­schoß Gesell­schafts­räume ein; Maria Paw­lowna gestal­tete 1804 einen Raum, der als rus­sisch-ortho­doxe Kir­che genutzt wurde.

Ab 1902 betrie­ben Frieda, Eli­sa­beth und Hed­wig Gliem ein Fami­lien-Pen­sio­nat in der Liszt­straße 15, das die drei Schwes­tern von 1904 bis min­des­tens 1913 in der Liszt­straße 23 fort­führ­ten. Spä­tes­tens ab 1916 zogen sie mit ihrem Fami­lien-Bil­dungs­heim ins Haus der Frau von Stein an der Acker­wand 27. Ab 1926 fir­mierte ihre Pen­sion als Frem­den­heim. Das letzte vor Ende des Zwei­ten Welt­kriegs über­lie­ferte Adreß­buch der Stadt Wei­mar für die Jahre 1941/42 ver­zeich­net Frieda und Eli­sa­beth Gliem als Pen­si­ons­in­ha­be­rin­nen, Acker­wand 27.

Zu ihren spä­ter­hin berühm­tes­ten Gäs­ten gehörte 1919 die Musik­schü­le­rin Mar­lene Diet­rich, deren Mut­ter ihre min­der­jäh­rige Toch­ter in die Obhut der Fräu­leins Frieda und Eli­sa­beth Gliem gab und jede Woche nach Wei­mar fuhr, um ihrer Toch­ter die per­sön­lich blon­den Locken  zu waschen. Im Mai 1929 logierte Vic­tor Klem­pe­rer mit sei­ner Frau im Haus an der Acker­wand.

Im Okto­ber 2008 ver­kaufte die Stadt Wei­mar das Haus an einen spa­ni­schen Inves­tor.

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