Haina
[Gemeinde]

Lokation

Markt
98630 Heina

50.417222, 10.540049

Personen

Friedrich Hölderlin

Harald Gerlach

Walter Werner

Wulf Kirsten

Artikel

Auf den Spuren von Harald Gerlach in Römhild

Weiterführende Informationen

Haina

Autor

Detlef Ignasiak

Das literarische Thüringen, Bucha 2018.

An der von The­mar nach Röm­hild füh­ren­den Straße liegt das Bau­ern­dorf Haina, wo um 1490 Hans Hut gebo­ren wurde. 1847 bis zu sei­nem Tod 1864 ver­sah Wil­helm Lud­wig Füß­lein das Hai­naer Pfarr­amt und schrieb hier seine wich­tigs­ten Werke, ist in die­ser Zeit aber auch ein eif­ri­ger Bei­trä­ger der »Dorf­zei­tung«, für die er unter Pseud­onym auch welt­po­li­ti­sche The­men bear­bei­tete. Sein Sohn Otto Füß­lein wuchs hier auf; des­sen Sohn ist der His­to­ri­ker Wil­helm Füß­lein.

Harald Ger­lach ver­brachte als Ver­trie­be­ner einige Kin­der­jahre (1945–1948) in Haina. Die Straße nach Hild­burg­hau­sen, vor­bei an der vom Archäo­lo­gen Pierre Mav­rogor­d­ato (1870–1948) gegrün­de­ten Sied­lung Wald­haus, führt zwi­schen Gro­ßem und Klei­nen Gleich­berg hin­durch und am Steins­burg­mu­seum vor­bei.

Dort ist der Beginn des Kel­ten­pro­me­na­den­we­ges. Wie keine ande­ren Erhe­bun­gen zwi­schen dem Thü­rin­ger Wald und der Rhön beherr­schen sie das Hen­ne­ber­ger Land. Beide gel­ten als Wet­ter­pro­phe­ten. Der Kleine Gleich­berg war im letz­ten vor­christl. Jar­hun­dert ein Zen­trum der kel­ti­schen Kul­tur, woran noch Mau­er­reste erin­nern, die der Sage nach der Teu­fel gebaut hat. Über sie schon Johann Peter Uz geschrie­ben: »Der Steins­burg kahle Glatze strecket/sich in des Don­ners Aufenthalt;/ihre brei­ten Schul­tern decket/Furcht, schwarze Fins­ter­nis und Wald.«

Im Früh­jahr 1794 wan­derte Fried­rich Höl­der­lin vom frän­ki­schen Wal­ters­hau­sen aus durch den Milz­grund zum Gro­ßen Gleich­berg. Dazu die Gedichte von Wal­ter Wer­ner »Höl­der­lin auf dem Gleich­berg« (1974), und Harald Ger­lachs »Höl­der­lins Ätna« (1994).

Letz­te­rer hat sich diese Land­schaft früh erschlos­sen. Im Gedicht »Grab­feld« (1972) heißt es: »Mein Land/im Regen­schat­ten von Rhön,/Spessart und Odenwald,/…//ich nenn dich/vertraut/mit dei­nen Namen,/mich hält gefangen/die Wärme dei­ner Hochflächen,/die leise Spra­che, alt,/der Sühnekreuze/und hall­statt­li­cher Grab­hü­gel­fel­der.«

Schon über Ger­lachs Debüt (»Poe­sie­al­bum 56«, 1972) stellt Wulf Kirs­ten fest: »Das ehe­ma­lige Schle­sien und das thü­rin­gi­sche Grab­feld sind die geo­gra­fi­schen Pole der Land­schafts­ge­dichte Harald Ger­lachs.«

in Haina

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