Weimar – Ein literarischer Spaziergang zur Goethezeit

In der Mitte des 18. Jahr­hun­dert konnte sich Deutsch­land kaum rüh­men, eine Natio­nal­li­te­ra­tur zu besit­zen. Die deut­sche Spra­che war in gebil­de­ten Gesell­schaf­ten ebenso ver­pönt wie in der Lite­ra­tur. Eine grund­le­gende Ände­rung führte Her­zo­gin Anna Ama­lia her­bei, die neben ande­ren her­aus­ra­gen­den Per­sön­lich­kei­ten des Geis­tes­le­bens Goe­the, Wie­land, Schil­ler und Her­der nach Wei­mar holte und die Stadt zu einem geis­ti­gen Zen­trum machte. Mit ihrer Ankunft 1756 in Wei­mar beginnt das »lite­ra­ri­sche Wei­mar«.

Taucht man ein in die meh­rere tau­send Sei­ten »Wei­mar-Text«, der gleich­sam über die Jahr­hun­derte fort­ge­schrie­ben wurde (und wird), erhel­len sich dem Leser eine Viel­zahl inter­tex­tu­el­ler Ver­knüp­fun­gen. Einige hier vor­ge­stellte Aus­schnitte die­ses Wei­mar-Lese­bu­ches, das den Titel »Welt­li­te­ra­tur­haupt­stadt und Wit­wenel­do­rado« ebenso tra­gen könnte wie manch ande­ren, soll anre­gen zum Wei­ter­le­sen und zum Her­stel­len von Quer­ver­bin­dun­gen zwi­schen ein­zel­nen Tex­ten. Klas­si­sche Weimar­texte also, die lite­ra­risch her­aus­ra­gen und doch dem bereits mit dem Thema ver­trau­ten Leser eine ganze Reihe lite­ra­ri­scher Ent­de­ckun­gen ver­spre­chen.

Wei­mar stand stets im Span­nungs­feld zwi­schen Geis­tes­größe und Ver­ach­tung des Ver­hock­ten und Ver­stock­ten der klein­städ­ti­schen Pro­vinz. Dem trägt die Aus­wahl Rech­nung, indem sie Wei­mar in die­sem Span­nungs­feld zeigt. Iro­nie, Spott und Sar­kas­mus kom­men dabei nicht zu kurz, ohne daß das Bild der Stadt jedoch ein­sei­tig ver­zeich­net wer­den soll. Was wäre Wei­mar ohne das Anek­do­ti­sche? Der Frage einer von Anna Ama­lias Kam­mer­zo­fen bei der Ein­fahrt in die Stadt, ob das Tor hier mit einer Rübe zuge­steckt würde, lag nicht allzu weit von der Wirk­lich­keit ent­fernt.

Jacob Fried­rich Frei­herr von Fritsch (1731–1814) kam 1756, zur Regie­rungs­zeit des Her­zogs Ernst August Con­stan­tin, nach Wei­mar. Als Gehei­mer Refe­ren­dar unter Anna Ama­lia wurde er lei­ten­der Minis­ter im Gehei­men Con­cil und 1771 zum Wirk­li­chen Gehei­men Rat ernannt. Unter der Regent­schaft von Her­zog Carl August wurde er ers­ter Minis­ter. Als die­ser den jun­gen Heiß­sporn Goe­the zum Minis­ter des Inne­ren ernen­nen wollte, hatte Excel­lenz Fritsch größte Bedenken.Wie die Geschichte aus­ging, ist bekannt.

Anhand von klei­nen Tex­ten und Aus­zü­gen kann sich der Leser selbst ein Bild vom jewei­li­gen his­to­ri­schen Ort machen.

 Weimar – Ein literarischer Spaziergang zur Goethezeit:

  1. Charlotte Krackow – »Herzogin Anna Amalia«
  2. Jakob Friedrich von Fritsch – »An Herzog Carl August«
  3. Herzog Carl August – »An Jakob Friedrich von Fritsch«
  4. Carl Wilhelm Heinrich Freiherr von Lyncker – »Schlittschuhfahren«
  5. Friedrich Schiller – »An den Herzog Carl August«
  6. Johanna Schopenhauer – »Brief an ihren Sohn Arthur«
  7. Eduard Genast – »Goethe auf der Probe«
  8. Johannes Daniel Falk – »Karfreitag 1821«
  9. John Russell – »Weimar«
  10. Carl Heinrich Ritter von Lang – »Bei Goethe«
  11. Julius Schwabe – »Schillers Schädel«
  12. Willibald Alexis – »Bei Goethe«
  13. Hector Berlioz – »An Liszt«
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