Ein Schillerspaziergang in Rudolstadt
14 : Volkstedt: Kirche – Haus des Kantors Unbehaun – Büste auf der Schillershöhe

Personen

Friedrich von Schiller

Caroline von Wolzogen

Charlotte von Schiller

Orte

Rudolstadt

Volkstedt

Cumbach (Rudolstadt)

Thema

Literarisches Thüringen um 1800

Autor

Matthias Biskupek

Die Exkursion entstand im Rahmen eines Projekts der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V.

Die Gegend um Rudol­stadt ist außer­or­dent­lich schön,
ich hatte nie von ihr gehört…

 

Das Haus des Kan­tors Unbe­haun, in dem Char­lotte von Lengs­feld für Schil­lers Som­mer­auf­ent­halt 1788 ein Zim­mer reser­viert hatte, wurde beim Bom­ben­an­griff 1945 zer­stört. Der Angriff sollte ver­mut­lich der Zell­stoff­fa­brik gel­ten, traf aber den dicht­be­sie­del­ten Stadt­teil, zu Schil­lers Zei­ten noch ein Bau­ern­dorf. Heute hängt an einem zwei­stö­cki­gen Haus in der Rudolf-Breit­scheid-Straße, gegen­über der Kir­che, eine Tafel, an Schil­lers Auf­ent­halt erin­nernd.

Über die Große Wiese kann man von hier nach Cum­bach wan­dern bis zur fürst­li­chen Oran­ge­rie, heute ein Senio­ren­heim. Von dort gelangt man über die auch damals exis­tie­rende Stadt­brü­cke (heute Fuß­gän­ger­brü­cke) ins Rudol­städ­ter Zen­trum. Die­sen Weg muss Schil­ler oft gegan­gen sein – er setzte zunächst in Volks­tedt über die Saale. Heute gibt es eine Brü­cke zur Gon­del­sta­tion.

Damals wan­der­ten sie oft zu dritt: Vor­ne­weg Schil­ler und Caro­line, schar­mut­zie­rend ins Gespräch ver­tieft. Hin­ter­drein die gute Lotte. Ein bra­ves Mensch, wes­halb sie wohl doch die ideale Ehe­frau für den lau­ni­schen, krän­keln­den, oft gar nicht char­man­ten Schil­ler war. Mit Caro­line wäre es eine Kata­stro­phe gewor­den – aber an sol­che Kon­stel­la­tio­nen war sowieso noch nicht zu den­ken, als er im Früh­ling 1788 dies drech­selte: »Die Gegend um Rudol­stadt ist außer­or­dent­lich schön. Ich hatte nie davon gehört, und bin sehr über­rascht wor­den. Man gelangt durch einen schö­nen Grund von ½ Stun­den dahin und wird von dem wei­ßen, gro­ßen Schlosse auf dem Berge ange­nehm über­rascht.«

Das große, weiße Schloss ist auch heute von Volks­tedt aus zu sehen. Schil­lers Büste hin­ge­gen steht auf dem rech­ten Saa­le­ufer, an einem fel­si­gen Hang, ver­bor­gen hin­ter Busch­werk und Bäu­men, aber gut erreich­bar von Schil­lers eins­ti­ger Behau­sung. Die­ser Ort »Schil­lers­höhe« wurde 1830 ein­ge­weiht, auf Betrei­ben von Kam­mer­rat Wer­lich.

 Ein Schillerspaziergang in Rudolstadt:

  1. »Wirtshaus zur Güldenen Gabel« – Schillerstraße/Ecke Marktstraße
  2. »Die Lengefeldschen Gartenhäuser« – August-Bebel-Straße neben dem Auktionshaus Wendl
  3. Schillerstraße 25
  4. Sitz des Greifenverlages von Karl Dietz zu Rudolstadt von 1921-1926 – Schillerstraße 41
  5. Strickschule, Weinbergstraße
  6. Baugrundstück Schlossaufgang II/III, Stift
  7. Altes Rathaus – Historische Bibliothek
  8. Schulplatz – Stadtbibliothek
  9. Stadtkirche »St. Andreas«
  10. Heisenhof – Lengefeldstraße 1 – Blick auf die Ludwigsburg
  11. Glockengießerei – Jenaische Straße 1
  12. Marktbrunnen
  13. Theatervorplatz
  14. Volkstedt: Kirche – Haus des Kantors Unbehaun – Büste auf der Schillershöhe
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