Ein Schillerspaziergang in Rudolstadt
11 : Glockengießerei – Jenaische Straße 1

Person

Friedrich von Schiller

Ort

Glockengießerei Rudolstadt

Thema

Literarisches Thüringen um 1800

Autor

Matthias Biskupek

Die Exkursion entstand im Rahmen eines Projekts der Literarischen Gesellschaft Thüringen.

Freude die­ser Stadt bedeute
Friede sei ihr erst Geläute

 

Hier stand seit 1716 der Betrieb von Johan­nes Feer aus Zürich, die nach des­sen Tod Johann Mayer über­nahm; eine Glo­cken­gie­ße­rei. Die Gegend ist das älteste Vier­tel Rudol­stadts, die eigent­li­che Alt­stadt, vor zwölf­hun­dert Jah­ren als Ansied­lung »Rudol­fes­tat« gegrün­det. Der geschichts­in­ter­es­sierte Schil­ler wusste das ver­mut­lich – er ging ja von hier sporn­streichs – mit einem klei­nen Umweg über Wei­mar und Bad Lauchs­tedt – nach Jena auf einen Lehr­stuhl für Uni­ver­sal­ge­schichte.

Als 1788 und 1789 Schil­ler sich häu­fig in Rudol­stadt auf­hielt, schaute er angeb­lich oft beim Glo­cken­gie­ßen zu, holte sich die Anre­gung für sein »Lied von der Glo­cke«. Das wurde zwar erst elf Jahre spä­ter fer­tig­ge­stellt, in Jena – aber Ein­hei­mi­sche sind über­zeugt: Rudol­stadt ist Schil­lers Glo­cken­lie­der­stadt Num­mer 1. In Jena hat­ten sich damals die Roman­ti­ker – blut­junge Leute gegen­über dem dann Mitt­drei­ßi­ger Schil­ler und sei­nen noch mal zehn Jahre älte­ren Kol­le­gen Goe­the – über die Alten von Wei­mar lus­tig gemacht. Man amü­sierte sich hef­tig über die »so schö­nen« Glo­cken­reime, ver­höhnte den guten Schil­ler, machte sein hef­ti­ges Schwä­bisch nach. – Als spä­ter hier ein – sagen wir: pro­fa­ne­rer metall­ver­ar­bei­ten­der Betrieb ein­zog, dich­te­ten die Rudol­städ­ter:

Wo einst Schil­ler sang der Glo­cke zum Preise / Baut heute Schmidt Pum­pen für Scheiße.

 Ein Schillerspaziergang in Rudolstadt:

  1. »Wirtshaus zur Güldenen Gabel« – Schillerstraße/Ecke Marktstraße
  2. »Die Lengefeldschen Gartenhäuser« – August-Bebel-Straße neben dem Auktionshaus Wendl
  3. Schillerstraße 25
  4. Sitz des Greifenverlages von Karl Dietz zu Rudolstadt von 1921-1926 – Schillerstraße 41
  5. Strickschule, Weinbergstraße
  6. Baugrundstück Schlossaufgang II/III, Stift
  7. Altes Rathaus – Historische Bibliothek
  8. Schulplatz – Stadtbibliothek
  9. Stadtkirche »St. Andreas«
  10. Heisenhof – Lengefeldstraße 1 – Blick auf die Ludwigsburg
  11. Glockengießerei – Jenaische Straße 1
  12. Marktbrunnen
  13. Theatervorplatz
  14. Volkstedt: Kirche – Haus des Kantors Unbehaun – Büste auf der Schillershöhe
Diesen Artikel teilen:

Literaturland Thüringen‹ ist eine gemeinsame Initiative von
Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen · Thüringer Literaturrat e. V. · MDR-Figaro · MDR Thüringen – Das Radio

Gestaltung und Umsetzung XP.DT © 2011-14 [http://www.xp-dt.de]
© Thüringer Literaturrat e.V. [http://www.thueringer-literaturrat.de]

URL dieser Seite: [http://www.literaturland-thueringen.de/artikel/schillers-liebe-rudolstadt/glockengiesserei-jenaische-strasse-1/]