Lesungen, Porträts und Interviews
21 : Folge 21: Frauen in Literatur und Gesellschaft

Personen

Sophie Mereau

Emma Braslavsky

Ulrike Gramann

Kathrin Schmidt

Ort

Erfurt

Thema

Porträts und Podcasts

Autor

Jens Kirsten

Thüringer Literaturrat e.V.

 

Marion Brasch im Gespräch mit Emma Bras­lavsky, Ulrike Gra­mann und Kath­rin Schmidt am 4.9.2020 im Kul­tur: Haus Dacheröden in Erfurt.

Am 27. März 2020 fei­er­ten wir den 250. Geburts­tag einer Pio­nie­rin der Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit: Die aus Alten­burg stam­mende Sophie Mereau war eine der ers­ten Frauen in Deutsch­land, die von ihrer Arbeit als Schrift­stel­le­rin leben konnte. Für den Thü­rin­ger Lite­ra­tur­rat Anlass genug, am 4. Sep­tem­ber 2020 in einer Podi­ums­ver­an­stal­tung der Frage nach der heu­ti­gen Rolle von Frauen in Lite­ra­tur und Gesell­schaft nach­zu­ge­hen.

Mit drei aus Thü­rin­gen stam­men­den Frauen, die im lite­ra­ri­schen und poli­ti­schen Leben der Gegen­wart tätig sind, wol­len wir den aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen und Gefähr­dun­gen nach­ge­hen, die unsere Zeit für die Gleich­be­rech­ti­gung der Geschlech­ter bie­tet. Oder ist alles schon bes­tens gere­gelt?

 

Zum Hin­ter­grund:

Sophie Mereau – 1770 in Alten­burg als Sophie Schub­art gebo­ren – fühlte ihr lite­ra­ri­sches Talent schon früh. Und vor allem hatte sie keine Angst, mit unge­schrie­be­nen Regeln zu bre­chen. Als 21-Jäh­rige begann sie, Gedichte zu ver­öf­fent­li­chen. Nach ihrer Hei­rat mit einem Jura-Pro­fes­sor wurde sie mehr und mehr Teil des sich in Jena grün­den­den Roman­ti­ker-Krei­ses, ließ sich 1801 als erste Frau im Her­zog­tum Sach­sen-Wei­mar schei­den und hei­ra­tete den Dich­ter Cle­mens Bren­tano. Die Ehe war für sie nach eige­nem Bekennt­nis halb Him­mel, halb Hölle. Sie litt unter die­ser Ehe und starb 1806 bei der Geburt ihres sechs­ten Kin­des im Alter von 36 Jah­ren.

Sophie Mere­aus Leben und Werk ent­hält zahl­rei­che Ereig­nisse und Kon­stel­la­tio­nen, die exem­pla­risch sind für die Schwie­rig­kei­ten, mit denen Frauen bis heute zu kämp­fen haben. Zugleich steht Sophie Mereau in einer Tra­di­tion selbst­be­wuss­ter Thü­rin­ger Frauen, die mit Sido­nia Hed­wig Zäu­ne­mann (geb. 1711 in Erfurt) beginnt und Schrift­stel­le­rin­nen wie Gabriele Reu­ter (1859–1941), Helene Böhlau (1856–1940) oder Toni Schwabe (1877–1951) umfasst. Sie alle setz­ten sich für das Recht der Frau auf ein selbst­be­stimm­tes Leben ein.

***

Es liegt des­halb nahe, drei her­aus­ra­gende intel­lek­tu­elle Frauen unse­rer Tage ein­zu­la­den zu einer Refle­xion über aktu­elle Debat­ten über Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit. Mit einem Blick auf die letz­ten 250 Jahre – seit erst 100 Jah­ren besteht das Frau­en­wahl­recht – und die Gegen­wart möchte der Thü­rin­ger Lite­ra­tur­rat der Frage nach­ge­hen, wie sich die Rolle der Frau in der Gesell­schaft ver­än­dert hat und wel­che Rolle Frauen und Schrift­stel­le­rin­nen in der heu­ti­gen Gesell­schaft spie­len. Debat­ten wie „me too“, dass Quo­ten­re­ge­lun­gen in Poli­tik und Gesell­schaft nötig erschei­nen, unglei­che Bezah­lun­gen von Frauen und Män­nern, aus­ge­schrie­bene, doch letzt­lich oft nicht weib­lich besetzte Füh­rungs­po­si­tio­nen zei­gen wie vie­les andere mehr, dass unsere heu­tige Gesell­schaft dies­be­züg­lich mehr denn je Gesprächs­be­darf hat. Nicht zuletzt sind es Schrift­stel­le­rin­nen, die diese gesell­schaft­li­chen Defi­zite in den letz­ten 250 Jah­ren zur Spra­che gebracht haben.

Marion Brasch (Schrift­stel­le­rin, Jour­na­lis­tin, Mode­ra­to­rin) spricht mit den Schrift­stel­le­rin­nen Emma Bras­lavsky (geb. 1971 in Erfurt), Ulrike Gra­mann (geb. 1961 in Gera) und Kath­rin Schmidt (geb. 1958 in Gotha).

Eine Ver­an­stal­tung des Thü­rin­ger Lite­ra­tur­ra­tes in Zusam­men­ar­beit mit dem Kul­tur: Haus Dacheröden. Mit freund­li­cher Unter­stüt­zung der Kul­tur­stif­tung des Frei­staats Thü­rin­gen.

 Lesungen, Porträts und Interviews:

  1. Folge 1: Verena Zeltner – »299 Tage«
  2. Folge 2: Wulf Kirsten – »Nachtfahrt«
  3. Folge 3: Ralf Eggers – »Geständnis«
  4. Folge 4: Kathrin Groß-Striffler - »Mein Haus«
  5. Folge 5: »Michael Knoche – Große Kleinigkeiten. Der Dichter Wolfgang Haak«
  6. Folge 6: Ulrike Gramann – »Die Sumpfschwimmerin«
  7. Folge 7: Anke Engelmann – »Der Zaun«
  8. Folge 8: Jens-Fietje Dwars – »Audienz am Dienstag«
  9. Folge 9: Harald Gerlach – »Windstimmen«
  10. Folge 10: »Aus Gegensätzen Funken schlagen. Der Verleger, Ausstellungsmacher und Historiker Jens Henkel«
  11. Folge 11: Rainer Hohberg – »Schloss. Träume. Hummelshain«
  12. Folge 12: Wolfgang Held – »Die Stunde der Führungsroller«
  13. Folge 13: Antje Babendererde – Lesung aus »Isegrimm«
  14. Folge 14: Roland Bärwinkel –»Mein See«
  15. Folge 15: »Literaturland Thüringen auf Radio Lotte« am 7. Juli 2020
  16. Folge 16: Stefan Petermann – »Heute lernen wir Tschüss zu sagen«
  17. Folge 17: Kai Mertig – »Windmann geht die Stürme küssen«
  18. Folge 18: Bernd Ritter – »The Game«
  19. Folge 19: »Literaturland Thüringen auf Radio Lotte« am 4. August 2020
  20. Folge 20: Literaturland Thüringen auf Radio Lotte am 1.9.2020
  21. Folge 21: Frauen in Literatur und Gesellschaft
  22. Folge 22: Die »Edition Outbird« und der Verleger Tristan Rosenkranz
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