»Meine Bücher suchen mich« – Helene Voigt-Diederichs in Jena
3 : Beethovenstraße 21

Personen

Helene Voigt-Diederichs

Eugen Diederichs

Ort

Jena

Thema

Weimarer Republik

Autor

Katrin Lemke

Die Exkursion entstand im Rahmen eines Projekts der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V.

Nach dem Tode Eugen Diede­richs‹ zieht Helene Voigt-Diede­richs 1931 wie­der nach Jena, zuerst in die dama­lige Wei­ßen­burg­straße (heute Rosa-Luxem­burg-Straße, ober­halb der Beet­ho­ven­straße), ab 1936 in die Beet­ho­ven­straße 21. Helene Voigt-Diede­richs zieht von Braun­schweig nach Jena zurück, um ihren Kin­dern und dem Diede­richs Ver­lag nahe zu sein, der nach einer Unter­bre­chung zwi­schen 1909 und 1922 auch ihre Werke wie­der ver­legt. Nach dem Tod des Ver­lags­lei­ters sind die Söhne Niels und Dr. Peter Diede­richs die Ver­lags­in­ha­ber, die in Zusam­men­ar­beit mit Frau Lulu des­sen Geschi­cke bestim­men. Unter ihrem Ein­fluss gewinnt der Ver­lag in der Nazi­zeit eine expo­nierte Stel­lung in Deutsch­land. Helene Voigt-Died­richs lebt über das Ende von Krieg und Faschis­mus hin­aus in der Beet­ho­ven­straße 21, nach einem Schlag­an­fall in der Mitte der 1950er Jahre von der Toch­ter Ruth betreut. Ihre Tage­bü­cher, die im Herbst 2016 als Helene-Voigt-Diede­richs-Bestand im Nach­lass ihres Enkels Ulf Diede­richs, des letz­ten Ver­lags­lei­ters, an die Jenaer ThuLB gekom­men sind, zei­gen sie als lie­be­volle und fami­li­en­ori­en­tierte Mut­ter und Groß­mutter – und ebenso als für­sorg­li­che Besu­che­rin in der Woh­nung der dann schon schwer­kran­ken Lulu von Strauß und Tor­ney-Diede­richs ein paar Häu­ser wei­ter.

An Helene Voigt-Diede­richs‹ spä­tem Roman »Waage des Lebens« kann auf­ge­zeigt wer­den, wie weit das Alters­werk der Dich­te­rin ent­fernt ist von den wich­ti­gen Fra­gen und Ana­ly­sen der Nach­kriegs­zeit und auch den sprach­künst­le­ri­schen Ent­wick­lun­gen inner­halb der »Trüm­mer­li­te­ra­tur« mit ihren oft kar­gen und aus­weg­los-rea­lis­ti­schen Betrach­tun­gen. Helene Voigt-Diede­richs stirbt 1961, ihr Tod bleibt in der Öffent­lich­keit nahezu unbe­ach­tet.

 »Meine Bücher suchen mich« – Helene Voigt-Diederichs in Jena:

  1. Ebertstraße 8 – (früher Sedanstraße)
  2. Beethovenstraße 30
  3. Beethovenstraße 21
  4. Ausklang Johannisfriedhof / Prinzessinnenschlösschen / Nordfriedhof
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