Hans Fallada in Thüringen –
eine literarische Exkursion von Berka bis Posterstein

7 : Mit dem Ford nach Eisenberg

Themen

Weimarer Republik

Thüringen im Nationalsozialismus

Autor

Daniel Börner

Börner, Daniel: „Wenn Ihr überhaupt nur ahntet, was ich für einen Lebenshunger habe!“ – Hans Fallada in Thüringen, Ausstellungskatalog, Jena 2010 / Thüringer Literaturrat e.V.

Fal­la­das Auf­ent­halte in Thü­rin­gen beschränk­ten sich in spä­te­ren Jahr­zehn­ten auf eher anek­do­ti­sche Bege­ben­hei­ten. Zunächst als Nacht­quar­tier nach einer Auto­bahn­fahrt mit dem aus­schließ­lich von Ehe­frau Anna Dit­zen, genannt Suse, gesteu­er­ten Ford im Jahr 1938. Rudolf Dit­zen, alias Fal­lada, fuhr selbst nie. Die kurze Epi­sode ist nach­zu­le­sen im Kapi­tel »Glück aus Leder, Lack und Stahl« im Erin­ne­rungs­buch »Heute bei uns zu Haus«.

Die Wahl der Unter­kunft fiel wohl eher zufäl­lig auf das beschau­li­che Eisen­berg, der Ort lag aber schon damals nur ein Stück von der Auto­bahn ent­fernt. Der Autor Fal­lada erin­nert die gerade neu ver­legte Stre­cke bis zur Stadt als gesäumt von »Stra­ßen­wal­zen«, »Spreng­wa­ren« und »Stra­ßen­ar­bei­tern« sowie gefüllt von »Pfer­de­ge­span­nen mit Schot­ter und Sand«. Sein Lob galt dabei stets der umsich­ti­gen Fah­re­rin: »Suse fuhr meis­ter­lich«.

Eisen­berg bot zur Ankunfts­zeit durch viele Rad­fah­rer und Fuß­gän­ger jedoch einige Hin­der­nisse und Gefah­ren: Wir scho­ben uns lang­sam hin­durch, viel schnel­ler als die Rad­fah­rer waren wir auch nicht. Nach einer Nacht im Hotel und dem vor­sich­ti­gen Ran­gie­ren des Wagens in eine schmale Garage ging es schon wei­ter in Rich­tung Süden auf der Reichs­au­to­bahn. Ziel war der Kur­ort Bad Mer­gen­theim.

Laut über­lie­fer­tem Auto­buch fand jene Fahrt mit dem Ford F8 Anfang Mai 1938 statt. Für Mai 1939 sind im akri­bisch geführ­ten Fahr­ten­ka­len­der für ein­zelne Tage erneut Zwi­schen­halte in Fried­rich­roda, Ohr­d­ruf, Bad Sal­zun­gen, Rudol­stadt (!) und Jena ver­merkt. Was Fal­lada gerade am frü­he­ren Lebens­ort Rudol­stadt (Duell 1911) sah oder emp­fand, über­lie­fert keine Quelle oder Zeile des Erzäh­lers hierzu.

 Hans Fallada in Thüringen –
eine literarische Exkursion von Berka bis Posterstein:

  1. Bad Berka
  2. Schnepfenthal
  3. Tatort Rudolstadt
  4. Psychiatrie in Jena
  5. Sanatorium in Tannenfeld
  6. Lehre in Posterstein
  7. Mit dem Ford nach Eisenberg
  8. 1944 kriegsbedingt in Eisfeld
  9. Epilog
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