Hans Fallada in Thüringen –
eine literarische Exkursion von Berka bis Posterstein

6 : Lehre in Posterstein

Person

Hans Fallada

Orte

Posterstein

Museum Burg Posterstein

Thema

Von Goethes Tod bis zur Novemberrevolution

Autor

Daniel Börner

Börner, Daniel: „Wenn Ihr überhaupt nur ahntet, was ich für einen Lebenshunger habe!“ – Hans Fallada in Thüringen, Ausstellungskatalog, Jena 2010 / Thüringer Literaturrat e.V.

Nach sei­ner Ent­las­sung aus dem Kur­haus Tan­nen­feld strebte Dit­zen eine prak­ti­sche Aus­bil­dung in der Land­wirt­schaft an, spä­ter ent­wi­ckelte er sich sogar zum Spe­zia­lis­ten für Kar­tof­fel­zucht. Die Lehre absol­vierte er im nahen Rit­ter­gut Schloss Pos­ter­stein bis zum August 1915. Unter­bro­chen nur von der erfolg­lo­sen Mel­dung zum Mili­tär im Sep­tem­ber 1914, wo er jedoch end­gül­tig dienst­un­taug­lich geschrie­ben wurde.

Über die Lebens­phase in Pos­ter­stein sind ver­gleichs­weise wenige Quel­len des spä­te­ren Autors über­lie­fert. Das Lehr­zeug­nis des Guts­be­sit­zers Wal­ter Her­mann gibt fol­gende Beur­tei­lung wider: »Ganz beson­ders möchte ich seine leichte Auf­fas­sungs­gabe her­vor­he­ben, sei­nen kla­ren Blick, sein reges Inter­esse für sei­nen Beruf und sein stets freund­li­ches, beschei­de­nes Wesen.«

In der sehens­wer­ten Dau­er­aus­stel­lung des Muse­ums Burg Pos­ter­stein wird eben­falls auf Dit­zens Lehr­jahre als Land­wirt­schafts­eleve hin­ge­wie­sen. Das Museum bie­tet dane­ben auch lokal- und kul­tur­ge­schicht­lich reiz­volle Aus­stel­lun­gen an.

In einem nicht näher datier­ten Kurz­text kommt Fal­lada spä­ter offen­sicht­lich kaum dechif­friert auf seine Lehr­zeit in Pos­ter­stein zurück. Im amü­san­ten Bei­trag »Zwei­kampf im Wei­zen« beschreibt er auf weni­gen Sei­ten eine Riva­li­tät zwi­schen Lehr­herr und Lehr­ling um den Arbeits­ei­fer an der Sense.

Pikant ist die Namens­ge­bung des­halb, weil Fal­lada den her­ri­schen Inspek­tor »Schö­nekerl« nennt, den unter­ge­be­nen Ele­ven als »Ranft« vor­kom­men lässt. Tat­säch­lich fin­det sich auf dem unter­halb der Burg Pos­ter­stein gele­ge­nen Denk­mal für die Kriegs­ge­fal­le­nen des Ortes der Name Gus­tav Schö­nekerl. Michael Ranft war im 18. Jahr­hun­dert ein bekann­ter Geist­li­cher des Ortes, der aber auch als Vam­pi­ris­mus­for­scher und Schrift­stel­ler Bedeu­tung erlangte.

 Hans Fallada in Thüringen –
eine literarische Exkursion von Berka bis Posterstein:

  1. Bad Berka
  2. Schnepfenthal
  3. Tatort Rudolstadt
  4. Psychiatrie in Jena
  5. Sanatorium in Tannenfeld
  6. Lehre in Posterstein
  7. Mit dem Ford nach Eisenberg
  8. 1944 kriegsbedingt in Eisfeld
  9. Epilog

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