Erich Lichtenstein – Ein Verleger in Weimar
2 : Verlegerische und publizistische Arbeit

Ort

Weimar

Themen

Weimarer Republik

Thüringen im Nationalsozialismus

Von 1945 bis zum Ende der DDR

Autor

Wulf Kirsten

Thüringer Literaturrat e.V. / Erstdruck Weimar Kultur Journal Nr. 4/2001

Unter den 88 Titeln, die eru­iert wur­den, sind auf­fal­lend viele Gedicht­bände von zeit­ge­nös­si­schen Autoren. U.a. von Hans Schie­bel­huth, Alfred Grü­ne­wald, Fred von Zol­li­ko­fer, Lud­wig Der­leth, Paul Müh­sam. Eng ver­bun­den blieb Lich­ten­stein über Jahr­zehnte mit dem Schrift­stel­ler Alex­an­der von Ber­nus (1880–1965), von dem er meh­rere Bücher ver­legte, dar­un­ter Das irdi­sche Para­dies. Eng­li­sche Lyri­ker des 18. u. 19. Jhd. in Umdich­tung. Haupt­säch­lich jedoch machte der Ver­le­ger mit anspruchs­voll gestal­te­ten, gedie­ge­nen Klas­si­ker-Aus­ga­ben auf sein Unter­neh­men auf­merk­sam. Dar­un­ter Höl­der­lins Werke in vier Bän­den (1920–1922), her­aus­ge­ge­ben von Erich Lich­ten­stein, Gesam­melte Werke in drei Bän­den von Annette von Droste-Hüls­hoff, Gesam­melte Werke in vier Bän­den von Chris­tian Diet­rich Grabbe. Die fünf­zehn­bän­dige Aus­gabe der Dich­tun­gen und Schrif­ten E.T.A. Hoff­manns, her­aus­ge­ge­ben von Walt­her Harich (1924), die sich nicht so gut ver­kaufte wie erwar­tet, brachte den Ver­le­ger in finan­zi­elle Schwie­rig­kei­ten, die dazu zwan­gen, das Ver­lags­pro­gramm über Jahre auf ein Mini­mum beschei­de­ner Dru­cke zu redu­zie­ren. Die vor­züg­lich gear­bei­tete Biblio­gra­phie gibt die Höhe­punkte wie die exis­ten­ti­el­len Kri­sen­zei­ten sehr ein­drucks­voll wie­der.

Das Lich­ten­stein gewid­mete Buch bie­tet in einer kon­zen­trier­ten Aus­wahl signi­fi­kante publi­zis­ti­sche Bei­träge, die zwi­schen 1909 und 1959 ent­stan­den.

Eine Aus­wahl der Briefe an Alex­an­der von Ber­nus aus der Zeit nach 1945 sowie Erin­ne­run­gen von Ger­man Werth und Uwe Splett sind erhel­lende, berei­chernde Ergän­zun­gen zu dem bio­gra­phi­schen Abriß des Her­aus­ge­bers, der mit sei­ner Publi­ka­tion ein nach­ah­mens­wer­tes Bei­spiel gelie­fert hat. Nur, wird seine Recher­che Schule machen beim Til­gen wei­ßer Fle­cken in der Stadt­ge­schichte?

Wei­ter­füh­rende Lek­türe:

  •  „… da werde ich lie­ber Sei­fen­sie­der. Erich Lich­ten­stein im Spie­gel sei­ner ver­le­ge­ri­schen und publi­zis­ti­schen Arbeit“, hrsg. mit Biblio­gra­phie und Reprint „Blät­ter der Jüdi­schen Buch-Ver­ei­ni­gung 1934–1936“ von Hans-Udo Witt­kow­ski, Ver­lag Bern­hard Blanke Ber­lin 2000.

 Erich Lichtenstein – Ein Verleger in Weimar:

  1. Biographische Spuren
  2. Verlegerische und publizistische Arbeit
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