Der Musenhof der Herzogin Anna Dorothea von Kurland
4 : Schloss Tannenfeld

Personen

Dorothea von Kurland

Hans Fallada

Thema

Literarisches Thüringen um 1800

Autor

Detlef Ignasiak

Die Exkursion entstand im Rahmen eines Projekts der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V.

Etwa drei Kilo­me­ter von Löb­ichau Rich­tung Auto­bahn, lin­ker­hand 500 Meter abseits der Straße, das Schlöss­chen Tan­nen­feld (2011 leer­ste­hend) mit weit­räu­mi­gem, immer noch schö­nem Park, von dem aus man nach Pos­ter­stein hin­über schauen kann.

Anna Doro­thea ließ es 1800 erbauen und brachte dort viele ihrer zahl­rei­chen Gäste unter, machte es aber auch zum Schau­platz von Fest­lich­kei­ten, den Park zum Ort beein­dru­cken­der Thea­ter­auf­füh­run­gen. 1899 erwarb der Arzt Arthur Teck­len­burg (1870–1957), ein Schü­ler O. Bins­wan­gers aus Jena, das Anwe­sen und rich­tete darin eine »Heil- und Pfle­ge­an­stalt für Gemüts- und Ner­ven­kranke« ein. Im Grün­dungs­jahr nahm sich darin die Mut­ter von Eugen Diede­richs (1867–1930)) das Leben. 1902–17 (mit kur­zen Unter­bre­chun­gen) war dort auch Ernst Haeckels Toch­ter Emma Pfleg­ling. Nach einem unglück­li­chen Duell in Rudol­stadt war Hans Fal­lada vom 3. 2. 1912–15. 9. 13 darin Pati­ent. Die geschlos­sene Abtei­lung, in der er unter­ge­bracht war, emp­fand er als uner­träg­li­chen Zwang. Hoff­nung gab ihm allein Tante Ade­laide Dit­zen, die sprach­be­gabte Schwes­ter sei­nes Vaters, die eigens für ihn aus Rom her­bei­ge­holt wurde. Sie machte F. in T. mit den Roma­nen Romain Rol­lands bekannt und unter­stützte den Brief­wech­sel ihres Nef­fen mit dem berühm­ten franz. Autor. Eine in T. mit Tante »Adas« Hilfe ent­stan­dene Rol­land-Über­set­zung schickte F. sogar an den Ver­le­ger E. Diede­richs; und auf sei­nem Tan­nen­fel­der Brief­kopf nannte er sich erst­mals »Schrift­stel­ler«. Eines sei­ner hier ent­stan­de­nen Gedichte heißt »Tan­nen­feld« und beginnt bezie­hungs­reich mit dem Vers »Viel­leicht führt jeder Weg zum Wahn­sinn hin«. Die­sem schon recht nahe, kehrte F. im Som­mer 1919 für ein paar Wochen hier­her zurück, um sich sei­ner Mor­phi­um­sucht zu ent­zie­hen.

 Der Musenhof der Herzogin Anna Dorothea von Kurland:

  1. Auf Burg Posterstein
  2. Schloss Löbichau
  3. Kirche Großstechau
  4. Schloss Tannenfeld
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