Ulrike Gramann – »Der Zweifel«

Person

Ulrike Gramann

Thema

Jede Woche ein Gedicht

Autor

Ulrike Gramann

Alle Rechte bei der Autorin. Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

Ulrike Gra­mann

Der Zwei­fel

 

Sie stand offen die Tür der Engel
sah ich führte nach innen ich ging
nicht in den Berg
Eine Frau sagte: Seraphim
als erkläre das alles. Sechs Flü­gel hat
ein Seraph zwei zum Flie­gen zwei
bede­cken sein Gesicht zwei die Füße

Die­ser Seraph aber hielt
seine Augen geöff­net stand
auf sicht­ba­ren Füßen frei er kann
jeder­zeit gehen umrauscht von Flügeln
ich hörte sie schla­gen sie schweben
im Rausch. Ich sah
seine Hände offen bereit zu
umar­men der da ein­ging nur
wohin? Begeg­net man den Göt­tern nicht
drau­ßen am Berg?

Die Tür des Engels stand offen. Alles
zu sehen war Gebot der Stunde
Logik des Rei­sens. Ich werde
nicht zurück­keh­ren in die­sen Teil
Eura­si­ens. Soviel stand fest
den Grund
weiß ich jetzt: die Entfernung
des Men­schen vom Menschen
zu poli­ti­schen Zwe­cken. Es gab
nur die­ses eine Mal eine Frau ging
her­aus ich nicht hinein

Er bewegte die Augen nicht. Der
Engel aus Stein war rot wie die
Lava die asche­be­staubt weiter
fließt und der Riss im Türsturz
setzte sich fort ins Innere
die­ser seis­misch akti­ven Zone ich
hatte sie längst betre­ten woher
der Zwei­fel auf einen Schritt mehr
kam es nicht an. Sterb­lich sind
wir sowieso

Diesen Artikel teilen:

Literaturland Thüringen‹ ist eine gemeinsame Initiative von
Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen · Thüringer Literaturrat e. V. · MDR-Figaro · MDR Thüringen – Das Radio

Gestaltung und Umsetzung XPDT : Marken & Kommunikation © 2011-2026 [XPDT.DE]
© Thüringer Literaturrat e.V. [http://www.thueringer-literaturrat.de]

URL dieser Seite: [https://www.literaturland-thueringen.de/artikel/ulrike-gramann-der-zweifel/]