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Stefan Petermann
Alle Rechte beim Autor. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Stefan Petermann
Wenn der Funke überspringt
Ein Tag in der Villa Lustig
Es ist zehn Uhr im Raum der Rechtecke. Justin sitzt neben Lina, die im nächsten Jahr in die Schule kommt. Justin nimmt ein Streichholz und zeigt ihr, wie sie die rote Kuppe über den rauen Rand der Schachtel ziehen muss, damit Feuer entsteht. Lina zieht, eine Flamme flackert auf. Vorsichtig führt sie das kleine Feuer zur Kerze und hält es an den Docht. Doch der Docht entzündet sich nicht. Das Streichholz erlischt.
Kerzenarbeit heißt diese Übung in der Villa Lustig. Die Villa Lustig ist ein Kinderhaus nahe des Weimarer Hauptbahnhofs. Die Einrichtung folgt dem Montessori-Konzept. Eigenständig sollen Kinder die Welt und ihre Herausforderungen kennenlernen. Scheren liegen aus, auf dem Balkon kann an einer Werkbank unter Aufsicht gesägt, gebohrt und gehämmert werden. Weil: Irgendwann schlagen wir alle unseren ersten Nagel in Holz. Irgendwann entzünden wir alle unser erstes Feuer. Wann ist der richtige Zeitpunkt, damit zu beginnen?
Justin arbeitet hier als Erzieher. Er ist Mitte Zwanzig. Seine Haut zieren mehrere Tattoos in bunten Farben. Oft trägt er T‑Shirts von Metalbands. »Probier’s nochmal«, sagt er und zeigt Lina, wie sie die nun kohlrabenschwarze Kuppe in die Karaffe mit Wasser tauchen muss, damit das Risiko eines Wiederaufflackerns ausgeschlossen wird. Lina taucht, legt den gesicherten Holzspan im leeren Glas ab und nimmt sich, nach Blick auf Justin, der ihr aufmunternd zunickt, ein zweites Streichholz. Ziehen, entzünden, an den Docht halten. Diesmal klappt es. Diesmal springt der Funke über. Lina hat eine Kerze entzündet.
Baumbeschnitt
Ich wollte für diese Reihe einen Text über einen Kindergarten schreiben: Wie ist das, diese große Welt mit ihren vielen vielen Fragen gemeinsam zu erkunden? Was passiert an einem Tag, der einige dieser Anfänge enthält? Mir war schnell klar, dass es Justin sein soll, den ich dafür begleiten möchte. Ich kenne ihn seit mehreren Jahren. Er hat ein weites Herz für die Kinder, ein offenes Ohr für die Belange der Eltern, jemand, der viel lacht und dem die Freude an dem, was er tut, anzumerken ist. Ein Porträt von ihm, so meine Hoffnung, könnte das Bild, das man von einem Kindergarten und den Menschen, die hier arbeiten, nicht nur malen, sondern auch ergänzen.
Später kommen mir Zweifel. Männliche Erzieher sind Ausnahme, nicht Normalfall in der Kinderbetreuung. Wäre es nicht viel näher an der Wirklichkeit, über eine Erzieherin zu schreiben? Denn trotz einem Wandel dabei, wie Familien ihre Kinder erziehen, sind es weiterhin Frauen, die den größeren Teil der Betreuung übernehmen, im Beruf wie auch im Privaten. Frauen sind es, die nach wie vor mehr Elternzeit in Anspruch nehmen. Diese Sätze ließen sich noch lange fortsetzen. Doch ich bleibe bei meinem Vorhaben, bei Justin. Sein Engagement ist etwas, das ich bei seinen Kolleginnen und Kollegen in der Villa Lustig ebenfalls erlebt habe. Die Freude soll das Typische sein, das Begleiten erster Schritte.
Justins Tag beginnt zwei Stunden vor der Kerzenarbeit. Noch ehe er das Gelände des Kinderhauses betritt, spricht ihn die Mutter von Lea an. Am Eingangstor geht es um gestern. Gestern hatte Lea Durchfall. Die Mutter berichtet, wie sich Lea heute fühlt. Besser. Aber ganz sicher sei sie sich nicht. Justin sagt, dass er Lea im Auge behalten und die Mutter anrufen wird, sollte sich etwas daran ändern.
Justin ist Teamleiter für Ü3 und damit verantwortlich für die Betreuung der Kinder, die über drei Jahre alt sind. Eigentlich würde er heute den Dienstplan für die kommende Woche schreiben. Doch weil heute ich da bin, hat er das gestern schon erledigt. Und eigentlich hat er sich für jetzt, diesen Mittwoch acht Uhr, für das Zimmer der Rechtecke eingeteilt. Je nach Alter ist jedes Kind einer Gruppe zugewiesen, die nach einer geometrischen Figur benannt ist – Quadrate, Kreise, Ellipsen und so weiter. Die Rechtecke sind die Ältesten, ihr Raum liegt im zweiten Stock.
Doch bevor Justin hochgehen kann, betritt ein Mann vom Ordnungsamt das Kinderhaus und fragt, wessen Auto auf der Straße stehe. Gesperrt sei diese heute, Baumbeschnitt geplant. Abschleppen droht. Eine der Erzieherinnen muss also unverzüglich los, um ihr Auto zu retten. Spontan übernimmt Justin ihren Platz beim Frühstück.
Frühstück
Der Speiseraum liegt ebenerdig, schließt direkt an den Hof an. Licht fällt durch die hohen Glastüren auf die Tische und Hocker, die in unterschiedlichen Sitzhöhen etwa dreißig Kindern Platz bieten. An der Decke hängen Leuchtschlangen mit Dioden, an den Wänden auf Leinwand gezogene Fotos, die in warmen Farbtönen Szenen aus dem Kinderhaus erzählen. Neben der Tür zeigt ein Pappaufsteller in Form eines Kochs, was es heute zum Mittagessen geben wird. Dafür sind an sein Tablett Bilder geklettet: ein Korb mit Brot, ein Topf mit Gemüsesuppe, eine Schüssel Rote Grütze.
Zehn Kinder haben sich heute fürs Frühstück entschieden. Justin kniet sich neben Lars, der ein Kinder-T-Shirt des Party.San trägt, einem regionalen Metal-Festival, und sagt: »Du Rockstar.« Lars hat Schwierigkeiten beim Schmieren seines Filinchens. Unter dem Druck des Messers droht das Knusperbrot zu zerbrechen. Justin greift nach dem Messer und zeigt, wie sich Marmelade streichen lässt. Aufmerksam schaut Lars ihm zu und erklärt dabei, dass er zum Frühstück am liebsten Schokocreme auf Wurst hat. Dann beginnt er zu essen, es schmiert etwas. »Na, fütterst du dein Kinn mit?«, fragt Justin. Beide lachen. Als Lars trinken will, kippt der Becher. Tee verteilt sich auf dem Tisch. Justin deutet auf einen Wassereimer neben der Geschirrablage. Lars geht los, holt einen Lappen und wischt die Lache auf.
Am Tisch daneben bereitet eine Erzieherin Obst zu. Sie fragt die anwesenden Kinder, wer ihr dabei helfen wolle. Max und Anton kommen heran. Die Jungs nehmen ein Messer, schneiden Birnen, schälen Orangen, zerkleinern Bananen und verteilen die Stückchen auf Schüsseln. Diese bringen sie anschließend in die verschiedenen Gruppenräume im Haus. So können sich die Kinder dort jederzeit Obst nehmen.
Währenddessen spricht Justin mit der Küchenkraft. Er informiert sie darüber, dass am Freitag ein Teil der Kinder nicht beim Mittagessen dabei sein wird. Für diesen Tag hat Justin einen Ausflug organisiert – mit der Schulanfängergruppe nach Bad Berka fahren, in den Kneippark gehen. Seine Mutter, die in Bad Berka wohnt, wird mittags Würstchen vorbeibringen. Später geht es zum Eisessen, Justin hat schon mit der Eisdiele telefoniert.
Gegen halb neun bringen die Kinder ihre Teller zur Ablage. Sie wischen über die Tische und laufen dann eigenständig in die Zimmer zu den Aktivitäten, die sie nun tun möchten. Auch Justins Aufgabe hier ist erst einmal beendet. Er begibt sich – so, wie es der Dienstplan vorsieht – zu den Rechtecken.
Aquarium
Bei den Rechtecken spielen Kinder Bingo. Ein Junge dreht Kugeln, zwei Mädchen legen Chips auf die Zahlentafeln: »Was ist das?« »57?« »Also eine 7&5?« »Und das?« »71.« »Eine 1 und eine 7?«
Daneben setzen zwei Jungen aus bunten Dreiecken einen Rhombus zusammen. Einer beschwert sich, »Leon hat alle roten Dreiecke genommen, ich will auch welche.« Luca wählt aus einfarbigen Tassen, in denen jeweils mehrere Stifte in der Farbe der zugehörigen Tasse stecken, drei Stifte aus und beginnt, auf ein Blatt Papier zu malen. Ella stapelt aus Holzklötzen einen Turm hoch. Amir nimmt sich eines von den Apfelstückchen, die Max und Anton im Speisesaal geschnitten haben. Nora wischt Muster in eine Sandkiste. Auf der Freifläche im hinteren Bereich des langgestreckten Rechtecke-Zimmers schieben sich ein Junge und ein Mädchen mit Kissen ein kleines Nest zurecht und stellen dann eine Figur auf die Toniebox, was ein Hörspiel beginnen lässt.
Gerade, als Justin in einer App die Anwesenheit der Kinder vermerkt, tritt Hana zu ihm: »Kommst du mit zum Aquarium.« Ihr Satz hat kein Fragezeichen. Denn sie will Fische füttern. Neben dem Aquarium hängt ein Foto vom Schrank, das zeigt, wie dieser eingeräumt aussieht. Das ist eines der wichtigen Elemente der Montessori-Philosophie: Alles hat seinen festen Platz und gehört nach dem Spielen auch wieder von den Kindern an diesen Platz geräumt.
Aus dem Schrank holt Justin ein gelbes Plastikdöschen. Gleich darauf rieseln bunte Flocken ins Wasser. Justin und Hana beugen sich vor und schauen zu, wie Fischmäuler nach dem Futter schnappen. Am Glas saugt ein Wels. Hinter einem Stein hockt eine Minigarnele. Hana zeigt auf einen Fisch: »Was ist das für einer?« Justin greift nach Karten, auf denen Fotos von allen Fischen im Aquarium gedruckt sind. Gemeinsam vergleichen sie Fisch mit Foto.
Schnell findet Hana das passende Bild. »Das ist ein Guppy«, liest Justin ihr vor. »Der sieht aber komisch aus«, sagt Hana, »so dick.« »Vielleicht hat er Babys im Bauch.« Justin überlegt. Wie sieht ein schwangerer Guppy aus? Gemeinsam schauen sie und beschließen, dass dieser Guppy bald Kinder bekommen wird. Sie diskutieren darüber, wie winzig diese Guppys sein werden und danach steht Justin auf und geht zu Kati und Lina, beginnt mit der Kerzenarbeit.
Schließen
Im Laufe des Vormittags füllt sich draußen der Hof mit Kindern. Zu mehreren sitzen sie auf der Netzschaukel. Rollen Schubkarren mit Sand zur Rutsche. Das Geräusch der Räder der Bobbycars, die über den Boden schubbern. Kinderbeine hüpfend auf dem Trampolin. Hulareifen in Bewegung. Am Tor klettern Kinder ins Baumhaus. Spielen Fußball. Gummiball. »Willst du UNO spielen?«, fragt ein Kind eine Erzieherin. Ein Junge hält einen orangen Becher unter den Wasserspender. Zwei Kinder begutachten das Huhn im kinderhauseigenen Stall. Kinder basteln am Holztisch. Ein Apfel fällt nicht weit vom Stamm, ein Kind beißt hinein. Ein Mädchen übt Springen von einer Bank.
Etwa siebzig Kinder toben heute über den Hof. In den nächsten Monaten werden neue Mädchen und Jungen dazukommen – auch von den Einrichtungen, die es in Weimar bald nicht mehr geben wird.
Die Frage nach diesen Schließungen hat in der Stadt zu emotionalen Diskussionen geführt; Demonstrationen, Wut und Enttäuschung, ebenso wie Zustimmung und Verständnis. 500 Kindergartenplätze sollen bis Sommer 2026 in Weimar abgeschafft, fünf Einrichtungen geschlossen werden. Der Grund dafür: zu wenig Kinder für zu viele Plätze. Das liegt an geringen Geburtenzahlen, an zu wenig Zuzug, manche kritisieren und sagen, die große Differenz zwischen bestehenden und benötigten Plätzen ergebe sich auch aus dem Zeitpunkt der Datenerhebung.
Am Ende aber ist es ein grundsätzliches Problem, nicht nur von Weimar, nicht nur von Thüringen, dem Bundesland mit dem zweithöchsten Altersdurchschnitt Deutschlands: Das Gleichgewicht zwischen Jung und Alt ist gestört. Und wenig deutet daraufhin, dass sich dies in den nächsten Jahren prinzipiell ändern könnte. In Weimar ist der demografische Wandel keine Zukunftserwartung. Während anderswo noch Kindergartenplätze fehlen, ist die Veränderung hier längst da.
Dieser Wandel fragt auch: Wie mit den freien Kapazitäten umgehen? Sie aufrechterhalten in der Hoffnung, dass eines Tages wieder mehr Plätze gebraucht werden? Den Personalschlüssel, der besagt, für wie viele Kinder eine Fachkraft zuständig ist, so anpassen, dass eine Erzieherin weniger Kinder betreuen müsste?
In Thüringen ist die Anzahl der betreuten Kinder pro Erzieherin verhältnismäßig hoch. . Im Herbst, wenn Grippe, Corona und andere Krankheiten geballt auftreten, Erzieherinnen deshalb krank werden oder ihre kranken Kinder betreuen müssen, herrscht schnell Personalmangel, der für die gesunden Erzieherinnen, die Kinder und ihre Eltern eine enorme Belastung bedeuten kann: weniger individuelle Begleitung, mehr Stress, kürzere Öffnungszeiten, zeitweise Schließungen. Der Wandel würde Gelegenheit bieten, Dinge anders zu machen, Bestehendes einer Prüfung zu unterziehen, Strukturen kinderfreundlicher zu gestalten, das Leben für die Beteiligten zu vereinfachen.
Im Hof
Immer noch Vormittag, immer noch draußen spielen. Justin fragt ein Kind, das erst seit Kurzem windelfrei ist, ob es auf Toilette müsse. Im Laufe der nächsten Stunde wird er diese Frage mehrmals wiederholen, das Kind, für das allein aufs Klo zu gehen noch neu ist, daran erinnern. Er hilft einem Mädchen, das sich die Schuhe falschherum angezogen hat. Einen Jungen bittet er, die Mütze zum Schutz vor der Sonne aufzusetzen. Auf kleinere Unglücke muss er reagieren: einen Streit um einen Roller schlichten. Der hat meinen Ball genommen. Tränen wegwischen nach dem Hinfallen. Trösten, wenn der beste Freund nicht mehr mit einem spielen will. Einen Zopf binden. Justin müht sich etwas damit, lacht: »So etwas lernt man in der Ausbildung halt nicht.«
Für ihn war, sagt er, immer schon klar gewesen, dass er das machen will: pädagogisch arbeiten. Nach der Schule gleich der Beginn der Ausbildung in Weimar. Fünf Jahre. BAföG bekam er keins, Geld verdiente er nebenher im Supermarkt. Eine harte Zeit, erzählt er, er konnte sich kaum etwas leisten. Aber grundsätzliche Zweifel an seiner Berufung hatte er nie. Gleich das erste Praktikum absolvierte er in der Villa Lustig. Ein Erzieher, mit dem er heute noch zusammenarbeitet, war damals sein Mentor. Auch wenn Justin in anderen Einrichtungen Praktika machte, überzeugte ihn das Montessori-Konzept so sehr, dass er nach der Ausbildung hier anfing. Gerade hat er mit der Weiterbildung zum Montessori-Diplom begonnen. Zwei Jahre wird das dauern. Wieder wird es ihn Geld kosten. Prüfung und Facharbeit stehen am Ende.
Ruhen
Kurz nach elf geht Justin in den Schlafraum. Während der Mittagsruhe darf ich nicht dabei sein. Die Privatsphäre der Kinder soll geschützt bleiben. Aber den Vorbereitungen kann ich beiwohnen. Justin legt die Matratzen der Kinder aus. Jedes hat seinen festen Platz: die eine schläft neben der Freundin, der andere lieber für sich in der Ecke. Später werden die Kinder Bettzeug und Kuscheltier selbstständig zur Matratze bringen. Bücher dürfen sie sich aussuchen und vor dem Schlafen anschauen. Justin wird ihnen vorlesen und dann werden sie einschlafen; manche schneller, andere werden länger brauchen. Zwei Stunden sind für das Ruhen vorgesehen.
Die Erzieherinnen werden sich bei der Beaufsichtigung abwechseln. So wird Justin zu seiner Mittagspause kommen. Heute hat er für sich Senfeier eingepackt. In der Schlafenszeit werden oft auch die persönlichen Ordner geklebt; Fotos und kleine Textbeschreibungen, die so eine Chronik der Kindergartenzeit ergeben. Beim Verlassen erhalten die Eltern diese Sammlung, eine Erinnerung an fünf Jahre ihres Kindes, der erste Teil eines Lebens.
Im Blick
Nach dem Mittag geht es wieder auf den Hof. Justin setzt sich diesmal in den Pavillon. »Von hier aus hab ich alles im Blick«, erklärt er. In den vergangenen Stunden hat er mehrmals darauf hingewiesen, wie entspannt heute alles sei. »Ist ein ruhiger Tag. Wäre aber sicher auch interessant für dich, mal das Gegenteil zu erleben«, sagt er, vielleicht, um gar nicht erst den Verdacht aufkommen zu lassen, die Arbeit mit Kindern wäre konfliktfrei. Das ist sie nicht. Kann sie gar nicht sein. Aber jetzt gerade, in dieser Stunde, strahlt die Sonne auf ein Fleckchen Erde, das friedlich ist. Während wir sitzen und darüber sprechen, wie es auch sein könnte, bekommen wir von allen Seiten Eis aus Sand gereicht. Die Kinder hören genau hin, mit welchen Worten wir ihre Köstlichkeiten beschreiben.
Gegen halb drei erscheinen die ersten Eltern auf dem Hof. Ihr suchender Blick, wenn sie das Gelände betreten und nach ihrem Kind Ausschau halten. Die Freude, wenn sie es sehen. Manche Eltern kommen auf Justin zu, Justin geht auf manche zu, berichtet vom Tag des Kindes, kleine Informationen, Erfolge, eine Schramme, was gegessen wurde, was morgen mitgebracht werden soll. Vor einigen Tagen ist eines der Hühner gestorben. Die Eltern wurden davon unterrichtet, auf welche Weise die Erzieherinnen den Kindern halfen, mit dem Tod umzugehen.
Langsam leert sich der Hof. Gegen vier Uhr gehen die Erzieherinnen, die Spätschicht übernimmt bis fünf. 16.00 Uhr packt auch Justin zusammen. Er will schnell nach Hause, kurz durchatmen. Denn eine halbe Stunde später muss er schon wieder hier sein. Dann ist Dienstbesprechung, bis sechs wird sie dauern. Es ist Mittwoch, der letzte richtig heiße Tag im Jahr. Lina hat eine Kerze angezündet. Lars hat verschütteten Tee aufgewischt. Hana hat einen schwangeren Guppy gesehen. Und Justin war bei ihnen gewesen.
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