Ludwig Bechstein

1801      Weimar

1860      Meiningen

Weitere Orte

Bad Salzungen

Arnstadt

Grab von Ludwig Bechstein

Weiterführende Informationen

Ludwig Bechstein im Autorenlexikon

Ludwig Bechstein

Lud­wig Bech­stein wurde am 24. Novem­ber 1801 in Wei­mar als unehe­li­ches Kind unter dem Namen Louis Dupont­reau gebo­ren. Den Namen Lud­wig Bech­stein trug er seit der Adop­tion durch sei­nen Onkel Johann Mat­thäus Bech­stein im Jahr 1810. Die­ser ermög­lichte ihm dar­über hin­aus den Besuch des Mei­nin­ger Gym­na­si­ums sowie von 1818 bis 1821 eine Apo­the­ker­lehre in Arn­stadt. Dort ver­öf­fent­lichte er wäh­rend sei­ner bis 1824 andau­ern­den Tätig­keit als Gehilfe auch sei­nen ers­ten Mär­chen­band, die Thü­rin­gi­schen Volks­mär­chen von 1823. Anschlie­ßend prak­ti­zierte er bis 1828 wei­ter­hin in Apo­the­ken in Mei­nun­gen und Sal­zun­gen, jedoch ver­mochte ihn diese Arbeit nicht zu erfül­len.

Nach­dem Bech­stein in der Folge zwi­schen 1829 und 1831 Phi­lo­so­phie, Geschichte und Lite­ra­tur in Leip­zig und Mün­chen stu­diert hatte – Her­zog Bern­hard II. von Sach­sen-Mei­nin­gen unter­stützte ihn dahin­ge­hend mit einem Sti­pen­dium -, wurde er 1831 zum her­zog­li­chen Kabi­netts­bi­blio­the­kar in Mei­nin­gen und 1833 zum Lei­ter der dor­ti­gen Her­zog­li­chen öffent­li­chen Biblio­thek ernannt. Zwei Jahre nach­dem er 1832 den »Hen­ne­ber­gisch alter­tums­for­schen­den Ver­ein« gegrün­det hatte, gab Bech­stein  die Chro­nik der Stadt Mei­nin­gen 1676–1834 her­aus. Des­wei­te­ren wurde ihm 1840 der Titel Hof­rat ver­lie­hen, 1842 wurde er Mit­glied der in Mei­nin­gen ansäs­si­gen Frei­mau­rer­loge »Char­lotte zu den drei Nel­ken« und 1848 über­nahm er eine Stelle als Lei­ter und Archi­var des Gemein­schaft­li­chen Hen­ne­ber­gi­schen Archivs.

Heute noch von Bedeu­tung sind vor allem Bech­steins Mär­chen­samm­lun­gen, dar­un­ter das Deut­sche Mär­chen­buch von 1845, wel­ches in der zwei­ten Hälfte des 19. Jahr­hun­derts als belieb­teste deutsch­spra­chige Mär­chen­samm­lung auch bezüg­lich des Auf­la­gen­erfolgs weit vor den Mär­chen der Gebrü­der Grimm ran­gierte. Neben dem Ziel der päd­ago­gi­schen Wirk­sam­keit der Samm­lung, wel­che durch diverse Ver­än­de­run­gen an den Über­lie­fe­run­gen bewerk­stel­ligt wer­den sollte, hatte das Kom­pen­dium dar­über hin­aus den Zweck die natio­nale Ein­heit Deutsch­lands zu för­dern. In die­sem Zuge publi­zierte Bech­stein neben eben sei­nen Samm­lun­gen von Mär­chen und Sagen – dar­un­ter bei­spiels­weise das Deut­sche Sagen­buch von 1853 – auch patrio­ti­sche Lyrik sowie his­to­ri­sche Erzäh­lun­gen und Romane. Jedoch spie­len diese Werke, ähn­lich sei­nen Ver­öf­fent­li­chun­gen über Thü­rin­gen, in der Gegen­wart eine weit­aus gerin­gere Rolle als seine 1856 noch um das Neue Deut­sche Mär­chen­buch ergänzte Mär­chen­samm­lung. Hätte sein rela­tiv frü­her Tod  es nicht ver­hin­dert, das von ihm zusätz­lich geplante Deut­sche Mythen­buch hätte seine Samm­lung volks­tüm­li­cher Dich­tung noch voll­endet.

Am 14. Mai 1860 starb Lud­wig Bech­stein in Mei­nin­gen. Aus sei­nen bei­den Ehen gin­gen ins­ge­samt acht Kin­der her­vor. Noch heute wird vor allem regio­nal in Thü­rin­gen an ihn erin­nert, so unter ande­rem durch den in Mei­nin­gen befind­li­chen Bech­stein­brun­nen oder den seit 2001 zu sei­nen Ehren an um Mär­chen und Sagen beson­ders ver­dienst­volle Per­so­nen ver­lie­he­nen Thü­rin­ger Mär­chen- und Sagen­preis »Lud­wig Bech­stein«.

 

 

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