Windischleuba
[Gemeinde]

Lokation

Feldstraße
04603 Windischleuba

51.014426, 12.465582

Person

Börries Freiherr von Münchhausen

Artikel

»Das Schloss in Wiesen« -
Der Balladendichter Börries Freiherr von Münchhausen in Windischleuba

Weiterführende Informationen

Windischleuba

Autor

Detlef Ignasiak

Das literarische Thüringen, Bucha 2018.

Im Tal der Pleiße liegt das beein­dru­ckende Dorf Win­disch­leuba mit sei­nem aus einer Was­ser­burg her­vor­ge­gan­ge­nen Schloss. Es befand sich 1455–1659 im Besitz der Fami­lie von der Gabel­entz und wurde von die­ser im 16. Jahr­hun­dert zu einem Renais­sance­schloss umge­baut. 1880 kaufte Ernst Vic­tor von Münch­hau­sen (1845–1931) die her­un­ter­ge­kom­mene Anlage und rekon­stru­ierte sie 1881–1887 im neu­go­ti­schen Stil. An der Aus­ge­stal­tung des Schlos­ses mit Möbeln und Tapis­se­rien hatte seine Gemah­lin C. von Münch­hau­sen ent­schei­den­den Anteil.

Bei­der Sohn Bör­ries von Münch­hau­sen, der seine Mut­ter ob ihre hohen Bil­dung bewun­derte und deren Erzäh­lun­gen oft die Stoffe für seine Bal­la­den boten, hatte im Schloss schon einige Kin­der­jahre ver­bracht hatte, bevor er 1920 von Koh­ren-Salis dort­hin über­sie­delte bis zu sei­nem Frei­tod 1945 darin lebte.

Seine Bücher »Schloss in Wie­sen« von 1921 und »Lie­der um Win­disch­leuba« von 1929 bezie­hen sich dar­auf. In den 1920er und 1930er Jah­ren ver­sam­melte Mün­chau­sen hier einen Kreis kon­ser­va­ti­ver Intel­lek­tu­el­ler, zu dem zeit­wei­lig auch Eugen Diede­richs und des­sen Ehe­frau Lulu von Strauß und Tor­ney, pikan­ter­weise Mün­chau­sens frü­here Geliebte, gehör­ten.

Im Mai 1990 besuchte Jutta Dit­furth den Wohn­sitz ihres Urgroß­on­kels. Von ihrer Mut­ter hatte sie gehört, »was für ein lus­ti­ger Gast­ge­ber (Onkel Bör­ries) gewe­sen sei und wie beliebt seine Gedichte und Bal­la­den«. Als Schü­le­rin am stren­gen Alten­bur­ger »Mag­da­le­nen­stift« war die Mut­ter gern zum Onkel nach Win­disch­leuba »ent­flo­hen«.

Als Dithurth Jahre nach ihrem Besuch in Win­disch­leuba Mün­chau­sens Briefe las, stellte sie fest: »Nichts von dem … hatte mir je irgend­wer aus der Fami­lie erzählt. Wie ver­trug sich sein bös­ar­ti­ges Reden über die Juden mit dem Bild des hei­te­ren Dich­ters«. Auf dem abseits gele­ge­nen Fried­hof befin­det sich Mün­chau­sens gepfleg­tes Grab. Rechts an der Mauer das Grab von Hans Leo Sit­tauer.

in Windischleuba

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