Renthendorf
[Gemeinde]

Lokation

Dorfstraße
07646 Renthendorf

50.802376, 11.847529

Person

Alfred Edmund Brehm

Weiterführende Informationen

Renthendorf

Renthendorf

Autor

Jens Kirsten

Thüringer Literaturrat e.V.

1829 wurde der Zoo­loge und Schrift­stel­ler Alfred Edmund Brehm in Unter­ren­then­dorf als Sohn des Pfar­rers Chris­tian Lud­wig Brehm gebo­ren. Sein Vater hatte sich als Orni­tho­loge mit Ver­öf­fent­li­chun­gen und einer umfang­rei­chen Samm­lung prä­pa­rier­ter Vögel in der Fach­welt einen Namen gemacht.

Brehm absol­vierte eine Lehre als Mau­rer in Alten­burg und besuchte die Alten­bur­ger Kunst- und Hand­werks­schule, bevor er ab 1846 Archi­tek­tur in Dres­den stu­dierte. Das Stu­dium brach er aller­dings nach zwei Semes­tern ab und brach mit dem Vogel­kund­ler Johann Wil­helm von Mül­ler zu einer fünf­jäh­ri­gen Afrika-Expe­di­tion durch Ägyp­ten, in den Sudan und auf die Halb­in­sel Sinai auf. Mül­ler brach die Reise 1848 vor­zei­tig ab, Brehm setzte sie ab Früh­jahr 1849 dann allein fort. 1849 wurde er Mit­glied der Aka­de­mie der Natur­for­scher (Leo­pol­dina). Ab 1853 stu­dierte er dann bis 1855 Natur­wis­sen­schaf­ten an der Uni­ver­si­tät Jena.

Nach sei­ner Pro­mo­tion unter­nahm er 1856 und 1857 eine zwei­jäh­rige Spa­ni­en­reise mit sei­nem Bru­der Rein­hold. Von 1858–1862 arbei­tete er als Leh­rer für Geo­gra­phie und Natur­kunde in Leip­zig. 1860 folgte eine Expe­di­tion nach Nor­we­gen und Lapp­land, 1862 reiste er mit Her­zog Ernst II. von Sach­sen-Coburg und Gotha nach Abes­si­nien. Auf­grund des Erfolgs sei­ner popu­lär­wis­sen­schaft­li­chen Bei­träge gab der Ver­le­ger Herr­mann Julius Meyer ein gro­ßes Werk über das Tier­reich in Auf­trag, das als »Brehms Tier­le­ben« spä­ter welt­be­rühmt wurde, wobei es rasch fach­li­che Kri­tik an sei­nen Inter­pre­ta­tio­nen der Ver­hal­tens­wei­sen eini­ger Arten gab.

Von 1863–1866 war Brehm Lei­ter des Zoo­lo­gi­schen Gar­tens in Ham­burg. In den Jah­ren 1869 bis 1910 wurde nach sei­nen Ideen das Ber­li­ner Aqua­rium errich­tet, das bis 1874 unter sei­ner Lei­tung stand. 1876 unter­nahm er eine Reise nach Sibi­rien, 1878 eine Reise nach Ungarn, 1879 eine Reise nach Spa­nien und Por­tu­gal und von 1883–1884 eine umfang­rei­che Vor­trags­reise durch die USA. 1884 zog er wie­der nach Ren­then­dorf, wo er im Novem­ber starb.

 

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