Gotha-Siebleben
[Gemeinde]

Lokation

Weimarer Straße
99867 Gotha-Siebleben

50.94333, 10.748162

Personen

Ernst II. von Sachsen-Coburg-Gotha

Gustav Freytag

Thomas Mann

Artikel

Gotha

Weiterführende Informationen

Gotha-Siebleben

Autor

Detlef Ignasiak

Das literarische Thüringen, Bucha 2018.

Der Name des Sieb­le­be­ner Schlos­ses Mönch­hof geht zurück auf einen 1174 bezeug­ten Hof des Klos­ters Rein­hards­brunn. Bis 1797 gehörte es der aus Gotha stam­men­den Witwe des Mark­gra­fen von Schwedt. Fried­rich Wil­helm Got­ter war damals häu­fi­ger Gast. Die Sieb­le­be­ner Dorf­kir­che wurde 1818 im klas­si­zis­ti­schen Stil erbaut, da die Vor­gän­ge­rin abge­brannt war. Auf dem Fried­hof wur­den Fran­ziska von Buch­wald, die 1789 auf ihrem Sieb­le­be­ner Gut starb, und Fried­rich Mel­chior von Grimm, der 1807 in der Resi­denz­stadt starb, begra­ben. Beide Ruhe­stät­ten sind heute unauf­find­bar. Nur Gus­tav Frey­tags Grab ist noch vor­han­den. Ein Obe­lisk aus wei­ßem Mar­mor mit fla­chem Bron­ze­re­lief ziert es. Auf der Rück­seite ste­hen die rhyth­mi­sier­ten Schluss­worte aus Frey­tags Karl-Mathy-Bio­gra­fie: »Tüch­ti­ges Leben endet auf Erden nicht mit dem Tode, es dau­ert im Gemüt und Tun der Freunde wie in den Gedan­ken und der Arbeit des Vol­kes.« Es wird von den Schü­lern des 1991 in Sieb­le­ben gegrün­de­ten Gus­tav-Frey­tag-Gym­na­si­ums gepflegt.

Der 1816 in Kreuz­burg gebo­rene Schrift­stel­ler Gus­tav Frey­tag war bis zum Ers­ten Welt­krieg einer der meist­ge­le­se­nen deut­schen Schrift­stel­ler. »Als his­to­ri­scher Dich­ter war er nur zu oft Semi­na­rist, als dich­ten­der His­to­ri­ker ist er einer der feins­ten Pas­tell­ma­ler«, schrieb Egon Frie­dell über ihn. Die »Bil­der aus der deut­schen Ver­gan­gen­heit« kön­nen heute als »moderne« All­tags­ge­schichte gele­sen wer­den und sind in der His­to­ri­en­li­te­ra­tur des 19. Jahr­hun­derts ohne Vor­läu­fer. Der Roman »Soll und Haben«, des­sen Ver­fil­mung durch Rai­ner Wer­ner Faß­bin­der 1977 ver­hin­dert wurde, erhält erst durch den Holo­caust anti­se­mi­ti­sche Züge. Als Frey­tag mit der preu­ßi­schen Zen­sur in Kon­flikt kam, zog er 1851 nach Sieb­le­ben, wo er im Som­mer lebte. Die Win­ter ver­brachte er ab 1879 in Wies­ba­den.

Der Erzäh­ler und Lyri­ker Hja­l­mar Kutz­leb wurde 1885 in Sieb­le­ben gebo­ren. Nach sei­nem Ger­ma­nis­tik­stu­dium in Leip­zig und Mar­burg arbei­tete er als Pro­fes­sor in Weil­burg.

in Gotha-Siebleben

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