Ein Schillerspaziergang in Rudolstadt
12 : Marktbrunnen

Personen

Friedrich von Schiller

Charlotte von Schiller

Caroline von Wolzogen

Ort

Marktbrunnen Rudolstadt

Thema

Literarisches Thüringen um 1800

Autor

Matthias Biskupek

Die Exkursion entstand im Rahmen eines Projekts der Literarischen Gesellschaft Thüringen.

Zwei Eimer sieht man auf und ab
In einem Brun­nen stei­gen
Und schwebt der eine voll her­auf,
Muß sich der andre nei­gen.

 

Auf dem Markt gab es im 18. Jahr­hun­dert ein Schil­d­er­häus­chen für die Wache – aber noch nicht den Markt­brun­nen. Der wurde von Schil­lers Quasi-Enkel kon­stru­iert und erbaut, vom Herrn Archi­tek­ten Junot, anläss­lich Schil­lers hun­derts­tem Geburts­tag 1859. Junot, genannt Lois, war der Stief­sohn der Schil­ler­toch­ter Karo­line von Schil­ler, die ver­hei­ra­tet war mit dem Berg­rat Franz Karl Imma­nuel Junot. Sie ehe­lichte den Wit­wer mit sei­nen sechs Kin­dern 1836 – Karo­line war zu der Zeit das, was man ein spä­tes, ein sehr spä­tes, Mäd­chen nannte.

An die­ser Sta­tion kurz zum Aus­gang der Rudol­städ­ter Amou­ren: In Bad Lauchs­tedt ver­lobte man sich, die Brief­chen und losen Zet­tel von Haus zu Haus wur­den jetzt wie­der gesie­gelte Bot­schaf­ten von Stadt zu Stadt, von Jena gen Wei­mar und Rudol­stadt.

Die Ver­lo­bung wurde übri­gens zu dritt – Schil­ler Lotte und Line – bespro­chen. Dann wurde der Frau Mama, der chère mère – der jet­zi­gen Hof­meis­te­rin Louise von Len­ge­feld – im Dezem­ber 1789 ein Antrag gemacht. Im Februar 90 hei­ra­tete man in aller Stille in Weni­gen­jena. Schnell, ohne lan­ges Auf­ge­bot; die Jen­schen »Fres­ser und Pro­fes­sers« soll­ten das nicht mit­krie­gen, man brauchte dazu nur einen – sagen wir: geschmei­di­gen Pfar­rer, der die Regeln weit­her­zig aus­legte. Zuvor war übri­gens die Kir­che in Etzel­bach, sechs Kilo­me­ter vor Rudol­stadt, als Hoch­zeit­s­ort im Gespräch. Eine der Schil­ler­töch­ter hei­ra­tete spä­ter dann dort.

 Ein Schillerspaziergang in Rudolstadt:

  1. »Wirtshaus zur Güldenen Gabel« – Schillerstraße/Ecke Marktstraße
  2. »Die Lengefeldschen Gartenhäuser« – August-Bebel-Straße neben dem Auktionshaus Wendl
  3. Schillerstraße 25
  4. Sitz des Greifenverlages von Karl Dietz zu Rudolstadt von 1921-1926 – Schillerstraße 41
  5. Strickschule, Weinbergstraße
  6. Baugrundstück Schlossaufgang II/III, Stift
  7. Altes Rathaus – Historische Bibliothek
  8. Schulplatz – Stadtbibliothek
  9. Stadtkirche »St. Andreas«
  10. Heisenhof – Lengefeldstraße 1 – Blick auf die Ludwigsburg
  11. Glockengießerei – Jenaische Straße 1
  12. Marktbrunnen
  13. Theatervorplatz
  14. Volkstedt: Kirche – Haus des Kantors Unbehaun – Büste auf der Schillershöhe
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