Lisa Heise in Thüringen
8 : Wieder in Meiningen

Person

Lisa Heise

Ort

Meiningen

Themen

Thüringen im Nationalsozialismus

Von 1945 bis zum Ende der DDR

Weibliche Perspektiven

Autor

York-Egbert König

Thüringer Literaturrat e.V.

Nach­dem man ihr 1938 in Jena gekün­digt und eine kleine finan­zi­elle Abfin­dung aus­ge­zahlt hat, erhält Lisa Heise uner­war­tet eine Ein­la­dung nach Ita­lien. Eine Ver­eh­re­rin ihres Brief­wech­sels mit Rilke hat ihr einen nahezu kos­ten­lo­sen Auf­ent­halt am Lago Mag­giore ver­mit­telt. Als sie nach ihrer Rück­kehr immer noch keine neue Stelle in Aus­sicht hat, ent­schließt sie sich, durch einen dau­er­haf­ten Umzug nach Mei­nin­gen ihrem inzwi­schen ver­wit­we­ten Vater bei­zu­ste­hen, nun­mehr in der Neun­kirch­ner Straße 14 wohn­haft. Auch gibt es dadurch weni­ger finan­zi­elle Sor­gen, da der Vater über eine aus­kömm­li­che Pen­sion ver­fügt. Sie bear­bei­tet einen Teil des Haus­gar­tens, hält Perl­hüh­ner und pach­tet in unmit­tel­ba­rer Nähe zusätz­lich noch etwas Land, um vom Ver­kauf der Erzeug­nisse zu leben.

Als der Vater 1947 stirbt, gibt Lisa Heise die gemein­same Eta­gen­woh­nung auf und zieht vor­über­ge­hend zur Fami­lie ihres Soh­nes Michael in die August-Bebel-Straße (Bern­hard­straße), bis man ihr erneut eige­nen Wohn­raum mit Turm­zim­mer in der Hele­nen­straße 12, hoch über der Stadt gele­gen, zuweist. Wer sich die Mühe des Auf­stiegs macht, wird mit einer herr­li­chen Aus­sicht auf die Stadt und ihre Umge­bung belohnt. Zu Fuß über­quert man die Werra am mitt­le­ren Rasen und wen­det sich nach links und geht dann auf­wärts durch die Baum­bach­straße. Mit dem Auto erreicht man die Hele­nen­straße (Ein­bahn­straße!) am ehes­ten über die Alte Hen­ne­ber­ger Straße, indem man jen­seits der Werra bei der vier­ten Gele­gen­heit nach rechts ein­biegt.

Bereits in Mei­nin­gen arbei­tet Lisa Heise an der Nie­der­schrift ihrer Erin­ne­rungs­texte: Laterna magica (Jugend­jahre in Eschwege, 1897–1910; Die Groß­stadt (Kas­sel und Hof­geis­mar, 1910–1919), die auto­bio­gra­fi­sche Erzäh­lung Tie­fur­ter Jahre (1920–1923) und die lite­ra­risch über­ar­bei­te­ten Tage­buch­auf­zeich­nun­gen Scherzo in Moll (Jena 1937/38). Mit Errei­chen des Ren­ten­al­ters ver­lässt sie 1959 die DDR ganz offi­zi­ell und folgt ihrem bereits einige Jahre zuvor aus­ge­reis­ten Sohn und des­sen Fami­lie nach Schwein­furt.

 Lisa Heise in Thüringen:

  1. Lisa Heise in Meiningen
  2. Von Meiningen nach Kassel
  3. »Die Gärtnerei am Schießholz« - Lisa Heise in Tiefurt
  4. »Hinter den Gärten« in Oberweimar
  5. Sekretärin in Jena
  6. An der HNO-Klinik im Philosophenweg
  7. »Briefe an eine junge Frau« – »Briefe an Rainer Maria Rilke«
  8. Wieder in Meiningen
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