Leiden und Mitleiden. Über die Größe des Herzens – von Bärbel Klässner

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Bärbel Klässner

Alle Rechte bei der Autorin. Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

»The Poe­try is in the pity« schrieb der Dich­ter Wilf­red Owen. Die deut­sche Über­set­zung von pity, das Mit­leid, hat im vori­gen Jahr­hun­dert einen Bedeu­tungs­ab­sturz erlit­ten. Wurde zunächst noch ech­tes von fal­schem Mit­leid unter­schie­den, wohnt dem Begriff des Mit­leids nun per se eine Über­heb­lich­keit und Her­ab­set­zung der Lei­den­den inne. Schade um das schöne Wort. Also Mit­ge­fühl, Empa­thie, Anteil­nahme, Soli­da­ri­tät mit den Schwächs­ten – darin liegt, so Owen, die Poe­sie. Ich wünschte, die Dich­te­rin­nen und Dich­ter von heute sag­ten einen sol­chen Satz. Sag­ten ihn ohne Angst, als »Sozi­al­ro­man­ti­ker« zu gel­ten oder »Betrof­fen­heits­li­te­ra­tur« zu erzeu­gen, nicht »unauf­ge­regt« genug zu schrei­ben oder sich als »Gut­mensch« ver­däch­tig zu machen. Sag­ten ihn in Geden­ken an den jun­gen bri­ti­schen Sol­da­ten, des­sen bekann­teste Zeile diese ist: »Mein Herz ist so groß wie Deutsch­land und Frank­reich zusam­men – durch­bohrt von allen Geschos­sen der Welt.« Es war ein wahr­lich gro­ßes Herz zu jener Zeit, als zum ers­ten Mal ein »moder­ner«, tech­ni­sier­ter Krieg geführt, zum ers­ten Mal mit Maschi­nen­ge­weh­ren, Gra­na­ten, Minen und Gas getö­tet wurde. Sieb­zehn Mil­lio­nen Men­schen ver­lo­ren ihr Leben, dar­un­ter auch der Dich­ter Wilf­red Owen.

Anschlie­ßend star­ben in der Grippe-Pan­de­mie von 1918 bis 1920 noch ein­mal mehr als 20 Mil­lio­nen Men­schen, ja, bis auf 100 Mil­lio­nen wird die Zahl der Toten geschätzt. Die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung und For­schung in den vom Ers­ten Welt­krieg gezeich­ne­ten Län­dern war längst nicht so fort­ge­schrit­ten wie die Rüs­tungs­in­dus­trie, die Mobi­li­tät, durch das Ende des Krie­ges bedingt, sehr hoch, Hygie­ne­maß­nah­men schwer durch­setz­bar. Es star­ben junge Frauen und Män­ner, hin­ter­lie­ßen Wit­wer, Wit­wen und Wai­sen, ver­waiste Alte, für die keine/r mehr sor­gen konnte. Mil­lio­nen Hin­ter­blie­bene, Trau­ernde. Mil­lio­nen trau­ma­ti­sierte, hun­gernde, kriegs­ver­letzte, erschöpfte, ver­störte, an den Fol­gen von Krieg und Krank­heit lei­dende Men­schen. Wer hätte da nicht sagen wol­len, so etwas dürfe nicht noch ein­mal gesche­hen? Aber Nazi­deutsch­land begann nur zwei Jahr­zehnte spä­ter den Zwei­ten Welt­krieg, noch »moder­ner«, mit Flug­zeu­gen, U‑Booten. Unvor­stell­bar grau­sam der indus­tria­li­sierte Völ­ker­mord. Furcht­bar, noch nach Genera­tio­nen, auch die Fol­gen der Atom­bom­ben­ab­würfe auf Hiro­shima und Naga­saki. Wie groß muss­ten die Her­zen der Dich­te­rin­nen und Dich­ter wer­den? Wie groß soll­ten unsere Her­zen heute sein – grö­ßer als die eigene Woh­nung, das eigene Land, grö­ßer als Europa, nicht weni­ger groß als unser gesam­ter gefähr­de­ter Pla­net – durch­bohrt von allen Kata­stro­phen der Welt?

Glaube ich den Schlag­zei­len der gro­ßen Medien, lei­den die Dich­te­rin­nen, Schrift­stel­ler, Künst­le­rin­nen, Schau­spie­ler in Deutsch­land zur Zeit vor allem daran: An den Ein­schrän­kun­gen, die ihnen zum Schutz vor der Aus­brei­tung von Corona-Infek­tio­nen auf­er­legt wur­den. Kurz nach der Gedenk­ver­an­stal­tung für die Toten der Corona-Pan­de­mie in Deutsch­land ver­öf­fent­lich­ten über 50 Schau­spie­le­rIn­nen Video­clips, mit denen sie mit dem Mit­tel des Sar­kas­mus die Corona-Poli­tik und die ihrer Mei­nung nach »fehl­ge­lau­fene Kom­mu­ni­ka­tion« kri­ti­sier­ten. Dabei schien ihr Herz min­des­tens so groß wie ihr Ego und  füllte höchs­tens die eige­nen vier Wände aus. Durch­bohrt von Frust, Unver­ständ­nis, Unge­duld, dem über­bor­den­den Bedürf­nis nach Auf­merk­sam­keit. Viele Men­schen emp­fan­den die Aus­sa­gen zynisch und men­schen­ver­ach­tend. Der Gegen­wind blieb nicht aus, zum Glück, sage ich. Auch wenn ich Belei­di­gun­gen, Dro­hun­gen bis hin zu Mord­dro­hun­gen als Reak­tion ebenso ablehne wie die Aktion selbst. Einige zogen ihre Videos zurück und ent­schul­dig­ten sich. Der Kom­mis­sar-Dupin-Dar­stel­ler Paquale Aleardi sagte in der NDR-Sen­dung »Das«, er sei naiv gewe­sen, er habe die Leute zum Lachen brin­gen und nie­man­den ver­let­zen wol­len. Das sei »nach hin­ten los­ge­gan­gen«. Cha­peau! Die eigene Nai­vi­tät ein­zu­ge­ste­hen, viel­leicht auch in Hin­blick auf einen der Initia­to­ren von »#alles­dicht­ma­chen«, Diet­rich Brüg­ge­mann und seine Ver­bin­dun­gen zur Quer­den­ker­szene, ist immer­hin ein Anfang. Brüg­ge­mann, ein Meis­ter der Begriffs­ver­dre­hun­gen, bezeich­net den auf die Aktion fol­gen­den Shit-Storm als »faschis­toid«, ver­linkt in sei­nem Twit­ter-Account zur soge­nann­ten »Freien Lin­ken«, eine Grup­pie­rung, die sich an Quer­den­ker- Demons­tra­tio­nen betei­ligt und deren Äuße­run­gen gut mit der Neo-Nazi-Szene koope­rie­ren. Es ist nicht abwe­gig zu ver­mu­ten, dass sich über 50 mehr oder weni­ger naive Schau­spie­le­rIn­nen haben instru­men­ta­li­sie­ren las­sen und im Bei­fall von rechts auch die Freude über einen auf­ge­gan­ge­nen Plan mit­klang. Ob unsere Tat­ort-Dar­stel­le­rIn­nen & co das hät­ten durch­schauen müs­sen oder kön­nen, sei dahin­ge­stellt, ihre sati­risch ver­brämte Kri­tik, ist vor allem eins: mit­leid­los. Anders als die inzwi­schen nega­tive Kon­no­ta­tion des Wor­tes »Mit­leid«, bleibt das Ant­onym in der ursprüng­li­chen Bedeu­tung: ohne Mit­ge­fühl, herz­los, kalt. Michael Frei­tag bringt es in der Leip­zi­ger Zei­tung vom 6.5.21 in sei­nem Kom­men­tar »Der rosa Ele­fant« auf den Punkt: »Nein, keine Ver­harm­lo­sung der Pan­de­mie­fol­gen für die Bevöl­ke­rung, aber eine gewisse Gelas­sen­heit ange­sichts der Pan­de­mie-Bil­der ech­ter Not, die uns seit Tagen aus Indien in unse­ren war­men Stu­ben erreichen.«

Nicht alle der besag­ten Schau­spie­le­rIn­nen haben sich ent­schul­digt oder ihren Clip gelöscht. Einer hat sich vehe­ment hin­ter die Aktion gestellt, sich vom Gesund­heits­mi­nis­ter ein­la­den las­sen, erzählt, er sei »meschugge« gewor­den von der Bericht­erstat­tung: Corona, Corona, Corona. Er hätte des­halb keine Medien mehr ver­folgt, da sei es ihm bes­ser gegan­gen. Aber noch schlecht genug, um die igno­rier­ten Medien dann pau­schal zu kri­ti­sie­ren. Er bekäme so viel Zuspruch von Leu­ten, die ihn ein­fach auf der Straße ansprä­chen und nur weil Reichs­bür­ger und Quer­den­ker das Glei­che sagen, sei es ja nicht falsch. Und er erfuhr  etwas ganz Wun­der­ba­res: Eine enorme Stei­ge­rung sei­ner ohne­hin schon gro­ßen Popu­la­ri­tät. Eine deut­sche Corona-Geschichte, die uns auch in die war­men Stu­ben flim­mert oder per ZEIT auf den Tisch flat­tert. Ich weiß nicht, ob ich mich schä­men oder kot­zen soll oder beides.

Es gibt zehn­tau­sende Schau­spie­le­rIn­nen in Deutsch­land, es gibt Dich­te­rIn­nen, Künst­le­rIn­nen und auch Men­schen »auf der Straße«, die nicht so den­ken und han­deln. Das ist ein Trost. Wel­chen Stim­men Raum und Auf­merk­sam­keit zuteil wird, das macht mir Sorgen.

 

Grenz­über­schrei­tun­gen

Führt die aus der Quer­den­ker- und rech­ten Szene stam­mende und dau­ernd wie­der­holte Unter­stel­lung, die Medien wür­den nicht kri­tisch genug über die Corona-Poli­tik berich­ten, dazu, dass diese sich gezwun­gen füh­len, der Kri­tik einen über­gro­ßen Platz ein­zu­räu­men? In der all­ge­gen­wär­ti­gen Flos­kel »Das wird man ja wohl noch sagen dür­fen!« wird die Unter­stel­lung von angeb­li­chen Tabui­sie­run­gen immer wie­der ver­stärkt. Das Absurde besteht darin, dass eine Per­son gerade aus­spricht, was sie behaup­tet, nicht sagen zu dür­fen. Dabei wird auch bestän­dig das Nar­ra­tiv repro­du­ziert, die Mei­nungs­frei­heit und die Demo­kra­tie in Deutsch­land seien in Gefahr oder gar nicht mehr gege­ben. Die Mei­nungs­frei­heit ist in Gefahr, wenn Jour­na­lis­tIn­nen auf Quer­denker­de­mos atta­ckiert werden.

Mit dem Satz vom Nicht-sagen-dür­fen und dem Pen­dant »eine Demo­kra­tie muss das aus­hal­ten« tes­tet die AfD bestän­dig die Gren­zen der Mei­nungs­frei­heit aus und hat es (weil Deutsch­land eine Demo­kra­tie ist) bis in den Bun­des­tag geschafft. Es ist gut, dass nicht alles gesagt wer­den darf. Nie­mand muss faschis­ti­sche, men­schen­ver­ach­tende, auf Gewalt und Mord zie­lende Aus­sa­gen aus­hal­ten oder hin­neh­men, dage­gen gibt es Gesetze. An der Grenze zwi­schen Mei­nungs­frei­heit und Straf­tat­be­stand laviert die AfD so geschickt, dass diese Grenze durch­läs­si­ger wird, zu ver­schwim­men droht. Das Unge­sagte, weil Gesetz­wid­rige, wird im gerade noch Sag­ba­ren trans­por­tiert, wahr­ge­nom­men und von Anhän­ge­rIn­nen und Sym­pa­thi­san­tIn­nen einer Rechts-Außen-Par­tei in Gewalt gegen Mus­lime, gegen Flücht­linge, gegen Juden und Jüdin­nen, gegen Schwule, gegen schwarze Men­schen, gegen Migran­tIn­nen, neu­er­dings auch gegen Poli­zei und Medi­en­ver­tre­te­rin­nen aus­agiert oder im Inter­net ver­brei­tet, beju­belt und ver­stärkt. Die Akteure müs­sen sich nicht eines Bun­des­tags­man­dats wegen schein­hei­lig von Gewalt distan­zie­ren – ein per­fi­des Zusammenspiel.

So behaup­tete Alice Wei­del in der Talk-Show bei Mar­kus Lanz, die AfD habe mit Quer­den­kern nichts zu tun. Wenn AfD-Abge­ord­nete auf deren Demos zu fin­den seien, so nur als »Beob­ach­ter«, um zu erkun­den, was die Men­schen so den­ken. Auch wenn Herr Lanz beharr­lich insis­tierte, dem Kon­zept vie­ler Fern­seh-Talk-Shows, mög­lichst Gäste mit kon­trä­ren Mei­nun­gen ein­zu­la­den (Kon­flikt­stoff für die Ein­schalt­quo­ten), ist es den­noch geschul­det, dass Alice Wei­del (AfD) bei ihm am 4.4.21 ihre große Bühne bekam. Sollte wie­der ein­mal bewie­sen wer­den, dass die Medien den »Dis­kurs« um ein Für und Wider der Corona-Schutz­maß­nah­men nicht scheuen? Frau Wei­del nutzte ihren Auf­tritt, bean­spruchte ein Über­maß an Rede­zeit, fiel ins Wort, wie­der­holte dreiste Lügen mit gro­ßer Strahl­kraft  und Selbst­ge­fäl­lig­keit. Die klu­gen, wis­sen­schaft­lich fun­dier­ten Aus­füh­run­gen des eben­falls ein­ge­la­de­nen Epi­de­mio­lo­gen Prof. Timo Ulrichs ver­blass­ten dage­gen, muss­ten ver­blas­sen. Beim Anse­hen schmerzte es mich. Einen Dis­kurs kann ich es nicht nen­nen, wenn die eine Seite mit Exper­tise und die andere mit Pole­mik, Lügen und Ver­dre­hun­gen »argu­men­tiert«. Wer die Sen­dung mit wachem Ver­stand ver­folgte, dem dürfte den­noch nicht ent­gan­gen sein, wie geschickt die Corona-Pan­de­mie und die zum Infek­ti­ons­schutz gel­ten­den Ein­schrän­kun­gen von der AfD als Kata­ly­sa­tor genutzt wer­den, um im ver­dreh­ten Begriff von einer »Mer­kel-Dik­ta­tur«, (Frau Wei­del sprach von »ver­fas­sungs­wid­ri­gen Geset­zen« und »plan­wirt­schaft­li­chen Ein­grif­fen«) die eige­nen anti-demo­kra­ti­schen Bestre­bun­gen zu tar­nen und gleich noch Wäh­le­rIn­nen und Anhän­ge­rIn­nen unter Impf­geg­nern, Eso­te­ri­ke­rIn­nen und Men­schen, die an der Kom­ple­xi­tät der Situa­tion »meschugge« gewor­den sind, einzusammeln.

Gerichte beschäf­ti­gen sich nun mit der Frage, ob die Auf­schrift »Unge­impft« oder »Impf­jude« in einem gel­ben Stern, der an das Stigma des soge­nann­ten »Juden­sterns« im drit­ten Reich erin­nert, ver­bo­ten wer­den soll oder nicht. Ich frage, was ist dar­über hin­aus mit all den auf »Anti-Corona-Demos« gezeig­ten Pla­ka­ten, auf denen Angela Mer­kel, Prof. Chris­tian Dros­ten oder Dr. Karl Lau­ter­bach in KZ-Häft­lings­klei­dung dar­ge­stellt wer­den, beschrif­tet mit mehr oder weni­ger offe­nen Dro­hun­gen? Was ist mit den Zita­ten von Sophie Scholl oder Rosa Luxem­burg, die scham­los ver­ein­nahmt und miss­braucht wer­den? Jen­seits von Kri­mi­na­li­tät und deren immer grö­ßer wer­den­der Grau­zone gibt es in Gesell­schaf­ten auch Regeln und Über­ein­künfte, die ich mit dem alt­mo­di­schen Wort »Anstand« bezeich­nen möchte. Wenn die Gren­zen von Anstand und Mensch­lich­keit immer wie­der vehe­ment über­schrit­ten wer­den, kann die ohne­hin über­las­tete Jus­tiz nicht mehr als hier und da ein Zei­chen setzen.

Das rechts­ex­treme Gedan­ken­gut sei immer da gewe­sen, jetzt werde es nur sicht­bar, höre ich oft. Die Sicht­bar­keit und Unüber­hör­bar­keit aber wirkt in dem »Stress­test«, dem die Gesell­schaft durch die Pan­de­mie aus­ge­setzt ist, wie ein Magnet und Selbst­ver­stär­ker. Die Gewöh­nung an das offene Zei­gen von Nazi-Sym­bo­lik, an die Begriffs­ver­dre­hun­gen, durch die Holo­caust-Opfer ver­höhnt und ihre Lei­den baga­tel­li­siert wer­den, wirkt gefähr­lich auf den Wer­te­kon­ses, für den wir alle ver­ant­wort­lich sind. Ich glaube noch immer, dass WIR viele sind, mehr, hof­fent­lich genug, um zu ver­hin­dern, dass rechts­ex­tre­mes Gedan­ken­gut wei­ter die Gesell­schaft ver­gif­tet und unsere Demo­kra­tie gefähr­det. Ich rechne beson­ders auch mit dem Ein­spruch der Künst­ler und Künst­le­rin­nen, damit die Gren­zen, was tole­ra­bel ist und was nicht, wie­der klar gesetzt wer­den. Das wird viel Kraft, viel Enga­ge­ment kos­ten und ich hoffe für mich und für Deutsch­land, es möge gelingen.

 

Der Ein­spruch der Künstler

Als DIE ZEIT am 29.4.21 »Der Ein­spruch der Künst­ler« titelte, lud sie zwei Schrift­stel­le­rin­nen und einen Schrift­stel­ler zum Gespräch, deren »Sor­gen um Deutsch­land«, die sie uni­sono vor­tru­gen, ganz andere sind als meine, und die sich, wenn­gleich elo­quent und in einem veri­ta­blen intel­lek­tu­el­len Voka­bu­lar aus­ge­führt, von den »Sor­gen« von AfD und Quer­den­kern nicht so recht unter­schei­den lassen.

Also erhebe ich Ein­spruch gegen den »Ein­spruch der Künst­ler«. Ich, Künst­le­rin, Schrift­stel­le­rin, erhebe Ein­spruch gegen die Ver­ein­nah­mung, die diese Schlag­zeile impliziert.

Unter der Über­schrift »Es geht nicht darum, wer recht hat«, die wohl bes­ser hätte lau­ten sol­len »Es geht nicht darum, wer rechts ist«, wer­den Juli Zeh, Daniel Kehl­mann und Thea Dorn als Per­so­nen vor­ge­stellt, die »immer wie­der Kri­tik an der Art der Pan­de­mie- bekämp­fung [geübt]« hät­ten. Ja, das stimmt. Ich erin­nere mich an das Inter­view mit Juli Zeh in der Süd­deut­schen Zei­tung vom 5.4.20, in dem sie sagte, sie sei ja keine Exper­tin, aber es wäre eine Mög­lich­keit, »… hoch­gra­dig und gezielt die Risi­ko­grup­pen [zu schüt­zen], wäh­rend man dem Rest der Bevöl­ke­rung erlaubt, sich zu immu­ni­sie­ren.« Diese »Erlaub­nis«, so haben Exper­ten bestä­tigt, hätte viele Todes­op­fer, schwere Krank­heits­ver­läufe und Fol­ge­schä­den auch in der jün­ge­ren Bevöl­ke­rung mit sich gebracht, von der Über­las­tung der Inten­siv­sta­tio­nen mal ganz abge­se­hen. Die Bun­des­re­gie­rung habe, so Frau Zeh, über­stürzt auf »pro­mi­nente Bera­ter« gesetzt, anstatt den wis­sen­schaft­li­chen Dis­kurs abzu­war­ten. Den Beweis dafür bleibt sie uns schul­dig. Nun ist Frau Zeh tat­säch­lich weder Viro­lo­gin noch Epi­de­mio­lo­gin und wenn selbst der erfah­rene Wis­sen­schaft­ler Michael Oster­holm, Bera­ter des US-Prä­si­den­ten Joe Biden, zu beden­ken gibt, wie groß, wie außer­ge­wöhn­lich die Her­aus­for­de­rung ist, vor die uns das SARS-Covid-19-Virus stellt und im ZEIT ONLINE- Inter­view vom 21.5.21 sagt: »Ich glaube, das ist der Punkt, wo die Demut ins Spiel kommt: Wis­sen Sie, wir ver­ste­hen die­ses Virus ein­fach nicht« – müsste da die Demut einer Nicht- Exper­tin nicht noch etwas grö­ßer sein? Ja, Men­schen irren, Men­schen kön­nen ihre Irr­tü­mer revi­die­ren. Oder in neuer Wort­ver­klei­dung wie­der­ho­len. Ich weiß nicht, wie viele Stu­dien Juli Zeh inzwi­schen gele­sen hat und wie weit sie den wis­sen­schaft­li­chen Dis­kurs ver­folgt, sie ist aber sicher, dass es den »Aus­nah­me­zu­stand« nicht gebraucht hätte: »Imp­fung bereit­stel­len, Alten- und Pfle­ge­heime ange­mes­sen schüt­zen, die Kran­ken­häu­ser groß­zü­gig aus­stat­ten.« Natür­lich, Frau Zeh, hät­ten wir ein Viel­fa­ches an Inten­siv­sta­tio­nen und genug Pfle­ge­per­so­nal, dann hät­ten wir uns auch ein Viel­fa­ches an Infek­tio­nen, an schwe­ren Covid-19-Krank­heits­ver­läu­fen und Toten pro Tag leis­ten kön­nen, und der Rest hätte nicht auf Thea­ter­be­su­che und fröh­li­ches Bei­sam­men­sein ver­zich­ten müs­sen. Oder würde gar von Aus­gangs­sper­ren belastet.

Die For­de­rung von Frau Dorn, über Maß­nah­men hätte gestrit­ten wer­den müs­sen, was ja durch­aus mehr als genug getan wurde und wozu sie selbst auch gerade wie­der die Gele­gen­heit nutzte, wirft doch die Frage auf, in wel­cher Weise ein sol­cher Streit hätte geführt wer­den sol­len. Ich hätte mir eine Dis­kus­sion dar­über, viel­leicht noch eine Volks­ab­stim­mung, wie viele Tote wir so in Kauf neh­men wol­len für unsere »Frei­hei­ten«, nicht gewünscht. Mit Ver­laub, ich finde das zynisch. Und der Satz von Frau Zeh, wir hät­ten »als Men­schen immer die Frei­heit zu ent­schei­den, ob wir ein Groß­pro­blem als Aus­nah­me­zu­stand betrach­ten oder als eine der zahl­lo­sen Ver­wer­fun­gen, die wir zu bewäl­ti­gen haben«, ähnelt doch sehr dem im Quer­den­ker­mi­lieu ver­brei­te­ten Nar­ra­tiv, die Corona-Pan­de­mie würde, aus wel­chen Grün­den auch immer, schlim­mer dar­ge­stellt, als sie eigent­lich sei. Die »Aus­gangs­sperre«, eine letzte und durch­aus sel­ten und unter Abwä­gun­gen erfolgte Maß­nahme, muss in dem besag­ten Gespräch immer wie­der als Para­de­bei­spiel (oder sollte ich sagen »Schreck­ge­spenst«?) für ein gan­zes Bün­del von Maß­nah­men her­hal­ten, über deren Ange­mes­sen­heit oder Unan­ge­mes­sen­heit die drei gela­de­nen Lite­ra­tIn­nen sich befugt füh­len, urtei­len zu können.

Auf die nahe­lie­gende, vom Mode­ra­tor Adam Soboc­zinsky gestellte Frage, ob die Gäste »böse Absich­ten bei den Regie­ren­den [ver­mu­ten]«, reagiert Daniel Kehl­mann ganz empört, es gebe »kei­nen bösen Plan zur Abschaf­fung der Demo­kra­tie durch Corona.« Zumin­dest grobe Fahr­läs­sig­keit muss er aber doch für mög­lich hal­ten, wenn er anschlie­ßend sein düs­te­res Bild von der »still­ge­leg­ten Gesell­schaft« malt und Prof. Chris­tian Dros­ten, der (was für ein Zufall!) in Quer­den­ker-Krei­sen zur Hass­fi­gur und zum Sün­den­bock sti­li­siert wurde, als einen von selek­ti­ver Wahr­neh­mung gesteu­er­ten Des­po­ten dar­stellt, der dem­nächst noch die »Aus­gangs­sperre am Tag« wolle.

Worte sind ver­rä­te­risch. Auf Wis­sen­schaft­ler »hören«, lese ich, nicht etwa sich bera­ten las­sen, sich hin­ter der »Wis­sen­schaft ver­schan­zen«, an »Model­lie­run­gen glau­ben«, was in sich völ­lig absurd ist, ich lese auch »Droh­ku­lisse und Angst als Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel« und immer wie­der den mehr oder weni­ger sub­ti­len Vor­wurf an die Bun­des­re­gie­rung, sie habe auf die Wis­sen­schaft­le­rIn­nen »gehört«, die immer für die dra­ko­nischs­ten Maß­nah­men ein­ge­tre­ten seien. Ein unhalt­ba­rer Vor­wurf, denn nach drei­zehn Mona­ten Pan­de­mie- Manage­ment musste sich die Regie­rung eben­falls sagen las­sen, sie hätte im Novem­ber ’20 schnel­ler han­deln müs­sen, um Men­schen­le­ben zu schüt­zen. Hät­ten sich Kehl­mann, Dorn, Zeh gewünscht, auf die Stand­punkte der Wis­sen­schaft­le­rIn­nen sollte »gehört« wer­den, die einer Mehr­heit am bes­ten gefal­len, unab­hän­gig von Evi­denz und Exper­tise? Wäre das die Demo­kra­tie, für die sie sich angeb­lich einsetzen?

Im ihrer Mei­nung nach »unan­ge­mes­se­nen« Han­deln der Regie­ren­den sieht Zeh Angst als Grund, genauer: »Angst, man könnte ihnen spä­ter vor­wer­fen, dass sie zu wenig getan haben«. Wenn ich Ent­schei­dun­gen von gro­ßer Trag­weite tref­fen müsste, hätte ich vor allem (berech­tigte!) Angst, ich müsste mir eines Tages sel­ber vor­wer­fen, nicht genug getan zu haben, um Men­schen­le­ben zu ret­ten. Das wird Gewis­sen genannt. Dass auch in einer Demo­kra­tie gewählte Poli­ti­ke­rIn­nen ein sol­ches haben könn­ten, zieht Frau Zeh nicht in Erwä­gung. Angst­ge­steu­erte, hörige, ent­schei­dungs­scheue, mit Dro­hun­gen und Schuld­zu­wei­sun­gen arbei­tende Poli­ti­ke­rIn­nen – das ist das Bild, das mir gezeigt wird. Auf der ande­ren Seite die vie­len, die sich »Gän­ge­lun­gen ver­ord­nen las­sen« (Dorn), die angeb­lich »Gehor­sa­men«, die bei Quer­den­kern, die sich ja auch vehe­ment gegen »unan­ge­mes­sene« Maß­nah­men ein­set­zen, als »Mer­kel-Jün­ger« dif­fa­miert werden.

Men­schen wie ich und viele andere, die Auf­klä­rung nicht mit Dro­hung ver­wech­seln, die den Zusam­men­hang von stei­gen­den Infek­ti­ons­zah­len (Krank­heits­ver­läu­fen, Toten) und der Mobi­li­tät in der Bevöl­ke­rung und ebenso das Prä­ven­ti­ons­pa­ra­dox ver­stan­den haben, die Frei­heit nicht als »Haupt­sa­che ich« ver­ste­hen, son­dern als einen Wert, der Ver­ant­wor­tung und Soli­da­ri­tät mit Schwä­che­ren ein­schließt – sol­che Men­schen kom­men in dem Deutsch­land-Bild, das uns die drei Schrift­stel­le­rIn­nen vor­füh­ren, nicht vor. Für wen spre­chen sie, für wes­sen »Frei­heit« set­zen sie sich ein? Frau Zeh, so beginnt sie das Gespräch, mache sich Sor­gen, weil eine »Rhe­to­rik des Aus­nah­me­zu­stands um sich greife«. Ich, Bär­bel Kläss­ner, mache mir Sor­gen, dass eine Rhe­to­rik rech­ter bis rechts­ex­tre­mer Pole­mik um sich greift. Das »Fischen am rech­ten Rand«, das gern als Stra­te­gie von Par­teien befür­wor­tet wird, um Men­schen mit rech­ten Stand­punk­ten in der »Mitte« der Volks­par­teien einen Platz zu geben und damit das Erstar­ken rechts­ex­tre­mer Par­teien zu ver­hin­dern (ob das klappt, sei dahin­ge­stellt), scheint auch für Schrift­stel­le­rIn­nen von Bedeu­tung. Nur wer­den nicht Wäh­le­rIn­nen »gefischt«, son­dern Lese­rIn­nen, Auf­merk­sam­keit, gut hono­rierte Talk-Show-Auf­tritte. Um was zu verhindern? … ??

Beim »Fischen am rech­ten Rand« sollte gehö­rig auf­ge­passt wer­den, dass der Rand als sol­cher noch sta­bil bleibt, sich nicht ver­schiebt oder der Fischer gleich selbst mit über Bord geht. Da sehe ich sehr viel Diskussionsbedarf.

 

Ver­zei­hen oder nicht verzeihen

»Wir wer­den ein­an­der viel ver­zei­hen müs­sen«, sagte Gesund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn zu Anfang der Pan­de­mie, und was immer es für berech­tigte Kri­tik an sei­nem Han­deln und sei­ner Per­son gibt, bleibt die­ser Satz wahr.

Wir alle, die ganze Welt, ist in eine Situa­tion gera­ten, die sie in die­ser Art noch nicht erlebte, für die es kei­nen Mas­ter­plan gab (hätte es geben müs­sen, kri­ti­sie­ren einige, nun ja, »hätte« half nicht wei­ter). Eine Situa­tion von hoher Kom­ple­xi­tät, die welt­weit Ent­schei­de­rIn­nen, Wis­sen­schaft­le­rIn­nen und auch die »ein­fa­chen« Men­schen vor hohe Her­aus­for­de­run­gen stellt, deren Dyna­mik noch immer Über­ra­schun­gen bereit­hal­ten kann, die ein Aus­maß an Dilem­mata pro­du­ziert und offen­legt, dem wir uns sonst kaum bewusst sind und durch die die Bevöl­ke­rung der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, welt­weit gese­hen, bis­her nicht eben am schlech­tes­ten durch­ma­nö­vriert wurde. Feh­ler, wie über­all, inbe­grif­fen. Eher wäre unse­rer Regie­rung vor­zu­wer­fen, sie habe ein paar Mal zu oft nach dem Grund­satz »Ger­many first« gehan­delt als zu sel­ten. Was ist mit den Zustän­den in den Lagern auf den grie­chi­schen Inseln, in denen Men­schen unvor­stell­bar lei­den müs­sen und »ver­ges­sen« wer­den? Was mit  den Men­schen in Län­dern, die sich Impf­stoff nicht leis­ten kön­nen? Wer­den sie uns eines Tages unser zu klei­nes Herz ver­zei­hen? Oder wir uns selbst?

 

Viel ver­zei­hen heißt nicht alles verzeihen

Ist zum Bei­spiel die Dumm­heit ver­zeih­lich, über der die Schrift­stel­le­rIn­nen Zeh, Dorn, Kehl­mann im Gespräch mit Adam Soboc­zinsky in der ZEIT einen rie­sen­gro­ßen intel­lek­tu­el­len Bal­lon auf­ge­bla­sen haben?

Na gut, ich ver­zeihe erst ein­mal Herrn Daniel Kehl­mann den Blöd­sinn, den er seit Beginn der Pan­de­mie kon­ti­nu­ier­lich in Inter­views von sich gege­ben hat, wobei natür­lich nicht alles Blöd­sinn war. Ich ver­zeihe sogar die Eitel­keit, sich immer wie­der als »Pro­mi­nen­ter« zu äußern (wenn man halt ange­fragt wird, nunja, Bücher ver­kau­fen sich nicht von selbst). Ich ver­zeihe ihm, sich einer Flos­kel bedient zu haben, die wirk­sam wie die vom »Nicht sagen dür­fen« die eigene Aus­sage ver­stärkt: »Ich weiß, dass es in Deutsch­land einen Reflex gibt, den schwe­di­schen Weg als falsch zu betrach­ten.« Und da wir ja nicht Refle­xen unter­lie­gen wol­len, lasen wir das Plä­doyer Kehl­manns für den »schwe­di­schen Weg« mit Respekt vor sei­nem gro­ßen Mut. Ich ver­stehe und ver­zeihe, dass er uns an sei­nen Hor­ror­phan­ta­sien vom »ewi­gen Lock­down« teil­ha­ben ließ: »eine radi­kale Dys­to­pie, eine brach­lie­gende Gesell­schaft, in der wir mas­sen­hafte Ver­ar­mung sehen und stän­dig sor­gen­voll auf das nächste Brie­fing des Robert-Koch-Insti­tuts war­ten, in dem man uns mit­teilt, ob man irgend­wel­che »Locke­run­gen« womög­lich wie­der zurück­nimmt.« Soll ich ihm auch ver­zei­hen, dass er aus einer tie­fen emo­tio­na­len Ableh­nung von »Beam­ten­tum« den Mit­ar­bei­te­rIn­nen des Robert-Koch-Insti­tuts unter­stellte, sie wür­den uns in die Irre füh­ren mit undurch­schau­ba­ren, selbst model­lier­ten Zah­len, weil »diese grauen Hüter über die Zah­len Beamte [sind], sie müs­sen die Fol­gen einer still­ge­leg­ten Gesell­schaft nicht fürch­ten.«? Kul­tur sei ihnen (den Mit­ar­bei­te­rIn­nen des Robert-Koch-Insti­tuts) fremd, behaup­tet Kehl­mann an ande­rer Stelle. Das muss ich nicht ver­zei­hen. Dar­auf hat er von Patrick Bah­n­ers in des­sen Kom­men­tar »Der Dich­ter ist ver­mes­sen« in der FAZ vom 9.5.20 schon Paroli bekom­men: »Lothar Wie­ler, dem Prä­si­den­ten des RKI, unter­stellt Kehl­mann, dass er ohne Zögern eine Ver­samm­lung von Opern­be­su­chern aus­ein­an­der­trei­ben würde, und er bringt diese Unter­stel­lung ohne Zögern vor, obwohl er doch gar nicht wis­sen kann, ob bei die­sem höchst­qua­li­fi­zier­ten Natur­wis­sen­schaft­ler im Minis­te­ri­al­dienst nicht sein Schmö­ker über Gauß und Hum­boldt im Regal steht.« Es wäre jetzt an Lothar Wie­ler zu ver­zei­hen. An sei­ner Stelle würde ich das nicht tun.

An die­ser Stelle möchte ich aber Fol­gen­des tun: Prof. Dr. Lothar H. Wie­ler und dem Team vom Robert-Koch-Insti­tut dan­ken für mehr als ein Jahr uner­müd­li­cher Arbeit, für schlaf­lose Nächte, für das Aus­hal­ten und Wahr­neh­men von Ver­ant­wor­tung, für den Dienst an uns allen. Dazu sei gesagt, dass weder Wis­sen­schaft­le­rIn­nen, egal ob Viro­lo­gin­nen, Inten­siv­me­di­zi­ner oder Model­lie­rer, noch die Beam­ten vom Robert-Koch-Insti­tut dazu befugt sind oder waren, Maß­nah­men im Sinne des Infek­ti­ons­schutz­ge­set­zes zu beschlie­ßen, zu ver­hän­gen, zu kon­trol­lie­ren. Der Vor­wurf geht, wie gesagt, an die Poli­tik, die fal­schen Bera­te­rIn­nen gewählt zu haben.

Ich frage mich, ob die­ser Kri­tik an Poli­tik und Poli­ti­ke­rIn­nen nicht auch etwas sehr Reflex­haf­tes anhängt. Ist das ver­zeih­lich? Der Reflex reicht von Gesprä­chen an den soge­nann­ten »Stamm­ti­schen« bis zu Arti­keln in unse­ren ein­fluss­reichs­ten Print­me­dien, die sich als intel­lek­tu­elle Ori­en­tie­rungs­hil­fen defi­nie­ren (oder tun sie das gar nicht mehr?). Nun sind die ech­ten Stamm­ti­sche Pan­de­mie- oder »Maßnahmen«-bedingt in den vir­tu­el­len Raum gewan­dert, wo ihre Funk­tion auf­ge­ho­ben ist, mal jen­seits der Öffent­lich­keit, im kleins­ten bier­see­li­gen Kreis, ein­fach den Frust und das Bauch­ge­fühl raus­zu­las­sen, mal bar jeden Sach­ver­stands hem­mungs­los auf »die da oben« zu schimp­fen. Ihre Funk­tion ist auf­ge­ho­ben, nicht ihr Niveau. Ich möchte sagen: Stamm­tisch ist nun überall.

Stamm­tisch kann auch Kehl­mann, wenn er in besag­tem Gespräch in DIE ZEIT auf Dorns Frage, »was über­haupt noch das genuine Feld von Poli­tik« sei, ein­wirft: »Na ja, das genuine Feld der Poli­tik wäre viel­leicht, zu wenig Impf­stoff zu bestel­len.« Dorn nennt dies »Sar­kas­mus« , ich nenne es Stamm­tisch. Stamm­tisch bleibt Stamm­tisch. Da kann es noch so bril­lant for­mu­liert sein, wie es Frau Dorn aus­führt: »Heute glaubt man, dass nur der­je­nige einen wachen Rea­li­täts­sinn hat, der an Modelle und Pro­gno­sen glaubt.« Dorn kann auch die ver­drehte Opfer-Insze­nie­rung, wenn sie von der »Gefahr« spricht, »als irra­tio­nal, als Leug­ner bezeich­net zu wer­den, wenn man Skep­sis an Model­lie­run­gen anmel­det.« Nun sind Model­lie­run­gen eben keine Pro­gno­sen, keine Ora­kel aus Glas­ku­geln, an die zu glau­ben wäre. Kein Model­lie­rer, kein/e ernst zu neh­mende Wis­sen­schaft­le­rIn behaup­tet dies.

Model­lie­run­gen zei­gen, was unter wel­chen Bedin­gun­gen pas­sie­ren kann und eröff­net die Mög­lich­keit, die Bedin­gun­gen so zu ändern, dass nicht ein­tritt, was wir nicht wol­len. Es ist einer der weit ver­brei­tets­ten und gröbs­ten Denk­feh­ler, der uns in die­ser Pan­de­mie beglei­tet: Es ist ja gar nichts pas­siert, also waren die Maß­nah­men über­flüs­sig – oder noch mal Kehl­mann: »Zum Bei­spiel sind einige apo­ka­lyp­ti­sche Vor­aus­sa­gun­gen von Viro­lo­gen bei  uns gott­lob nie ein­ge­tre­ten.« Statt Gott zu loben, was ja auch nie scha­den kann, wäre Dank für War­nun­gen, wäre Aner­ken­nung für die Arbeit von Model­lie­re­rIn­nen und das kluge Reagie­ren dar­auf an die­ser Stelle ange­mes­sen gewe­sen. Gibt es im »Land der Dich­ter und Den­ker« wirk­lich keine Schrift­stel­le­rIn­nen, die in der Lage gewe­sen wären, mit die­sem Denk­feh­ler auf­zu­räu­men? Wo liegt die Ver­ant­wor­tung der ZEIT-Redak­tion die­sen man­geln­den Sach­ver­stand unter dem Motto »Der Ein­spruch der Künst­ler« zu repro­du­zie­ren und ihn somit, ob gewollt oder unge­wollt, »salon­fä­hig« zu hal­ten? Statt­des­sen greift die Ver­dre­hung vom Nicht-sagen-Dür­fen auch hier, wenn Adam Soboc­zinsky, der Mode­ra­tor des Gesprächs, bemerkt »Wis­sen­schafts­skep­sis ist nicht sehr popu­lär« und zugleich der angeb­lich zu Unrecht ver­un­glimpf­ten Wis­sen­schafts­skep­sis den brei­tes­ten und zudem einen sehr exklu­si­ven Raum ein­räumt am Stamm­tisch DIE ZEIT.

Was als Stamm­tisch­dumm­heit durch­ge­hen kann und womög­lich noch ver­zeih­lich ist, hört für mich auf, wo Ver­glei­che nicht nur hin­ken, son­dern den Bei­fall von der Quer­den­ker- und Reichs­bür­ger­szene gera­dezu befeu­ern. Wenn der Aus­nah­me­zu­stand, der einer Pan­de­mie wegen in Kraft getre­ten ist, mit dem Aus­nah­me­zu­stand, den die Bush-Regie­rung nach den Anschlä­gen vom 11.9.2001 ver­hängte, ver­gli­chen wird, und Kehl­mann resü­miert »Guantanomo steht noch«, und Zeh ihm bei­pflich­tet »Auch eine Art Aus­nah­me­zu­stand«, dann hört für mich die Dumm­heit auf. Die Fol­gen des Aus­nah­me­zu­stands 2001 in den USA, die Errich­tung des Straf­la­gers Guan­ta­namo, die Jagd auf unter Gene­ral­ver­dacht gestellte Mus­lime, letzt­lich der Irak-Krieg, wer­den mal eben im Ver­gleich den »Maß­nah­men« wie Schul­schlie­ßun­gen, Mas­ken­tra­gen usw. gleich­ge­setzt. Wo ist noch der Unter­schied zu den Schreien von »Mer­kel-Dik­ta­tur« und dem Sich-Selbst-Gleich­set­zen von Quer­den­kern mit Wider­stands­kämp­fe­rIn­nen in einer der schlimms­ten Dik­ta­tu­ren, die die Welt erlebt hat, der Nazi-Dik­ta­tur in Deutschland?

Wenn Thea Dorn mun­ter zu einem ihrer Lieb­lings­the­men phi­lo­so­phiert, dass »der Tod eben nicht abschaff­bar« sei, auch ein Ein­spruch gegen die »Unan­ge­mes­sen­heit« der Corona- Schutz-Maß­nah­men, dann frage ich mich, was sich die Mensch­heit unter die­sem Dik­tum alles hätte erspa­ren kön­nen. Dann wäre es nicht nötig gewe­sen, Insu­lin und Peni­zil­lin zu ent­wi­ckeln, das Tuber­ku­lose-Bak­te­rium zu ent­de­cken, Imp­fun­gen mög­lich zu machen, ja über­haupt so etwas Absur­des wie Kran­ken­häu­ser zu bauen, Ope­ra­tio­nen durch­zu­füh­ren, Hygie­ne­maß­nah­men zu eta­blie­ren, Inten­siv­sta­tio­nen ein­zu­rich­ten, gar noch Beatmungs­ge­räte zu erfin­den. Wir könn­ten ein­an­der ein­fach fröh­lich ster­ben las­sen, so wie es ja im »gol­de­nen Mit­tel­al­ter« war, wo der Tod noch all­ge­gen­wär­tig und nicht »tabui­siert« war. Auch Kehl­mann fin­det es beru­hi­gend, dass die Men­schen wäh­rend der Pest- Epe­de­mien ein­fach unge­hin­dert ihrem All­tag nach­ge­gan­gen seien. Wir haben in man­chen Tei­len der Welt zuse­hen müs­sen, wie Men­schen ohne medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung an Covid- 19 gestor­ben sind, wir sehen die Bil­der von Men­schen in Indien, die vor über­füll­ten Kran­ken­häu­sern auf der Straße ersti­cken. Auch wenn Frau Dorn nach dem nun schon bis zum Über­druss stra­pa­zier­ten Mus­ter für sich behaup­tet, in »Gefahr zu sein«, »als kalt­her­zig zu gel­ten«, weil sie »nach Frei­heit« rufe, so frage ich den­noch: Wie klein, wie kalt muss ein Herz sein, sich ange­sichts des­sen, was in der Welt pas­siert, als miss­ver­stan­dene Phi­lo­so­phin zur Schau zu stel­len? Ist es zu viel ver­langt, bei allem, was man/frau unbe­dingt meint, in die Öffent­lich­keit posau­nen zu müs­sen, mit­zu­be­den­ken, wie es den Ange­hö­ri­gen der an Covid-19 gestor­be­nen Men­schen dabei geht? Oder den an den Lang­zeit­fol­gen der über­stan­de­nen Erkran­kung Leidenden?

Viel ver­zei­hen, ja, ein­an­der viel ver­zei­hen müs­sen. Nein, aber nicht alles ver­zei­hen. Nein, weil es gefähr­lich ist, wenn sich sol­che Mus­ter wei­ter eta­blie­ren, weil die Grenze zur Unmensch­lich­keit irrepa­ra­bel geschä­digt sein könnte. Weil es unsere Kraft kos­ten wird, unse­ren Mut, unse­ren Ein­spruch, sie wie­der stark zu machen.

Ich fürchte anders als Juli Zeh nicht, dass der Aus­nah­me­zu­stand und die zum Schutz vor Infek­tio­nen ein­ge­führte Beschrän­kung von Bür­ger­rech­ten nach dem Ende der Pan­de­mie von die­ser oder der nächs­ten Regie­rung Deutsch­lands nicht voll­stän­dig zurück­ge­nom­men wer­den könn­ten. Es sei denn, die AfD wäre an der Regie­rung betei­ligt. Aber ich fürchte, dass sich eine Esoteriker‑, Impf­geg­ner- und AFD-kon­forme »Wis­sen­schafts­skep­sis« breit machen könnte, die auch den für die bereits anwe­sende Kli­ma­krise gespro­che­nen Satz »fol­low the sci­ence« par­tout als »Gläu­big­keit« miss­ver­ste­hen will und nicht als Auf­for­de­rung zu klu­gem, vor­aus­schau­en­den kom­ple­xen Han­deln. Den Ver­stand zu schu­len und zu nut­zen statt dem Kri­tik­re­flex zu fol­gen. Dan­ken, aner­ken­nen, rela­ti­vie­ren, ein­füh­len, mit­füh­len statt sich in größ­ter Eitel­keit als ach so unge­hör­tes Pen­dant zu einer angeb­lich von Angst regier­ten, auto­ri­täts­gläu­bi­gen, zu »Gehor­sam« berei­ten Mehr­heit zu inszenieren.

 

The poe­try is in the pity

Wir sind da, es gibt uns, wir sind viele. Wir erhe­ben Einspruch!

Künst­le­rin­nen und Künst­ler, Dich­te­rin­nen, Schrift­stel­ler, Thea­ter­leute, Komi­ke­rin­nen,  Sän­ger und Song­tex­te­rin­nen, Schau­spie­ler, Male­rin­nen, Per­for­mer, die Ver­ant­wor­tung anneh­men, die ihre Kunst auf Lei­den und Mit­lei­den hin befra­gen, die sich für ein bun­tes, welt­of­fe­nes Deutsch­land, für ein respekt­vol­les Mit­ein­an­der ein­set­zen, die die Fähig­keit der Selbst­re­fle­xion und die Tugend der Gelas­sen­heit in sich tra­gen … und wodurch sonst, wenn nicht durch die Kunst, ist es mög­lich, Wider­sprü­che zugleich zu benen­nen und auf­zu­he­ben, den Men­schen die Augen zu öff­nen und den »Ver­drän­gungs­kno­ten plat­zen zu las­sen« (Den­nis Meseg, Instal­la­ti­ons­künst­ler), was nötig ist, um zu füh­len, zu trau­ern und Mensch zu sein.

Wir sind da. Wir sind viele.

Über mein Schrei­ben die­ses Tex­tes, die­ser Streit­schrift, ist es Ende Mai gewor­den, im Jahr 2021, an das wir uns sicher alle noch lange erin­nern wer­den. Eini­ges scheint schon jetzt wie »Schnee von ges­tern«. Es hat keine Ver­schär­fun­gen von Aus­gangs­sper­ren gegeben.

Weil die Infek­ti­ons­zah­len san­ken, wur­den sie zurück­ge­nom­men. Mit dem Imp­fen geht es gut voran. Wir alle atmen etwas auf, auch wenn wir wis­sen, dass die Pan­de­mie noch nicht ganz zu Ende ist. Auch wenn wir nicht wis­sen, wel­che Gefah­ren durch das Corona-Virus und seine Mutan­ten noch lau­ern. Es fühlt sich den­noch an, als käme eine Zeit zurück­zu­bli­cken. Ich habe über so Uner­freu­li­ches geschrie­ben, gestrit­ten, polemisiert.

Mit­ten im Schreib­pro­zess bekam ich Angst, »der Stoff« würde mich auf­fres­sen und ich könnte den Bogen zu Mit­ge­fühl und Trauer nicht mehr hin­be­kom­men. Aber ich musste es schrei­ben, nicht, weil ich Men­schen anpran­gern, son­dern weil ich Struk­tu­ren auf­de­cken will. Dass sie uns nicht (noch) gefähr­li­cher werden.

In der »still­ge­leg­ten Gesell­schaft« ist es nicht still gewe­sen. In der Stille wuch­sen wun­der­bare Pro­jekte, die obwohl nicht schrill und laut, doch groß und groß­ar­tig sind.

Es gibt uns. Wir sind da.

In Ham­burg: Sän­ge­rin­nen und Sän­ger von der Staats­oper arbei­ten mit dem Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Ham­burg-Eppen­dorf zusam­men und unter­stüt­zen Pati­en­tIn­nen, die an den Fol­gen einer Covid-19-Erkran­kung lei­den. Die Atem­übun­gen, die sie selbst vor Pro­ben und Auf­trit­ten machen, ver­mit­teln sie den Pati­en­tIn­nen, damit diese ihre Atem­mus­ku­la­tur stär­ken und ihre Lun­gen­ka­pa­zi­tät wie­der ver­grö­ßern können.

In meh­re­ren Städ­ten Deutsch­lands: Gas­tro­no­men, die selbst von wirt­schaft­li­cher Not­lage bedroht waren, koch­ten ehrenn­amt­lich für Mit­ar­bei­te­rIn­nen in den Kran­ken­häu­sern oder für Obdachlose.

In Ber­lin, Bar­ce­lona und dem vir­tu­el­len Raum: Wäh­rend des ers­ten Lock­downs erfand Kath­rin Schadt die Poe­sie­werk­statt für Kin­der – »Poedu«! Immer frei­tags stell­ten Lyri­ke­rIn­nen und Lyri­ker den Kin­dern Auf­ga­ben wie »Was sagt dein Tier?« »Schreibe ein Lügen­ge­dicht!« oder einen »Zau­ber­spruch«… Kin­der zwi­schen 4 und 14 Jah­ren luden ihre Gedichte in den vir­tu­el­len Raum und tausch­ten sich dar­über aus. Inzwi­schen ist dar­aus auch ein wun­der­ba­res Buch entstanden…

In Washing­ton: Die Künst­le­rin Suzanne Brennan Firs­ten­berg stellt für jedes Opfer der Pan­de­mie in den USA einen wei­ßen Wim­pel auf. Die Toten sol­len nicht ver­ges­sen sein.

In Gotha, Wei­mar, Dres­den und im vir­tu­el­len Raum: Unter dem Titel »min­dest­nähe« füh­ren die Schrift­stel­le­rIn­nen Nancy Hün­ger und Ste­fan Peter­mann und die bil­dende Künst­le­rin Dana Berg mit ein­fühl­sa­men, tief­grün­di­gen, poe­ti­schen Tex­ten und Bil­dern durch die Zeit der Pandemie.

Ich bin sicher, es wird mehr und mehr Erzäh­lun­gen, Gedichte, Romane, Thea­ter­stü­cke geben, die nicht allein das Lei­den an geschlos­se­nen Opern­häu­sern und Cafés, an Home- Schoo­ling und Home-Office in den Mit­tel­punkt stel­len. Es wird Lite­ra­tur geben, die keine Zwei­fel daran lässt, dass auch die­ses durch­aus reale Lei­den nicht unan­ge­mes­se­nen Maß­nah­men, son­dern einer Natur­ka­ta­stro­phe, einem Virus geschul­det war. Es wird Lite­ra­tIn­nen geben, deren Her­zen groß genug sind, um ver­schie­de­nen Lei­den ihren Platz ein­zu­räu­men, ihrer respekt­voll zu geden­ken ohne sie gegen­ein­an­der aus­spie­len zu müssen.

Die Auf­ga­ben war­ten auf uns. Wir sind da.

Danke an alle, die so ver­ant­wort­lich wie mög­lich ver­sucht haben, Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Danke an alle, die gegen Quer­den­ker demons­triert haben. Danke an die Pfar­re­rin Frau Pfit­zer aus Bad Urach, die in ihrer Pre­digt so klare Worte gegen Rechts­ex­tre­mis­mus gefun­den und mir damit bestä­tigt hat, dass sich die »Spal­tung der Gesell­schaft« nicht zwi­schen Stadt und Land, nicht zwi­schen Gläu­bi­gen und Athe­is­tIn­nen voll­zieht, son­dern dort, wo Liebe, Mit­lei­den und Mensch­lich­keit enden. Danke an alle, die mehr und här­ter arbei­ten muss­ten, unter erschwer­ten Bedin­gun­gen für andere da waren. Danke an alle, die es geschafft haben, ihr eige­nes Lei­den nicht über alles zu stel­len. Danke an alle, die unver­meid­li­che Fol­gen von Kon­takt­be­schrän­kun­gen ver­sucht haben zu lin­dern, die Lebens­mit­tel zu bedürf­ti­gen Fami­lien gebracht, die Not­te­le­fone ein­ge­rich­tet, die für gefähr­dete, infek­ti­ons­an­fäl­li­gere Men­schen Ein­käufe erle­digt, die vor Alten­hei­men musi­ziert und via Inter­net Kin­der zu Sport und Spaß ani­miert haben. Danke an die Ange­hö­ri­gen, die den Mut und die Kraft fan­den und über ihren Ver­lust, ihre Trauer und die furcht­ba­ren Umstände an Covid-19 zu ster­ben, berich­tet haben. Danke an alle, die sich über die Gren­zen Deutsch­lands hin­aus für men­schen­wür­dige Zustände ein­set­zen. Danke an alle,  die uner­müd­lich nach bes­tem Wis­sen und Gewis­sen infor­miert, auf­ge­klärt und Fake News ent­larvt haben. Danke an alle, die uns mit nicht ver­let­zen­dem Humor die Situa­tion ein wenig erleich­tert haben. Danke an alle, die den vir­tu­el­len Raum genutzt haben, um andere zu unter­stüt­zen, zu erfreuen und ihnen über trübe Stun­den hin­weg­zu­hel­fen. Danke an alle, die das doku­men­tiert haben. Danke an alle, die es nicht vergessen.

 

Quel­len

  • Andreas Busche, Han­nes Sol­tau, Julius Gei­ler, Mat­thias Dell: Wer steckt hin­ter #alles­dicht­ma­chen? Eine Spur führt ins Quer­den­ker-Milieu, in: Der Tages­spie­gel, 29.4.21.
  • Michael Frei­tag: Der rosa Ele­fant Kom­men­tar in: Leip­zi­ger Zei­tung, 6.5.21.
  • Juli Zeh, Daniel Kehl­mann, Thea Dorn: Der Ein­spruch der Künst­ler. Es geht nicht darum, wer recht hat Gespräch mit Adam Soboc­zinsky in: DIE ZEIT, 29.4.21.
  • Juli Zeh: Die Bestra­fungs­tak­tik ist bedenk­lich Inter­view mit Jan Heidt­mann in: Süd­deut­sche Zei­tung, 4.4.20.
  • Michael Oster­holm: Die­ses Virus ist noch längst nicht mit der Welt fer­tig Inter­view von Jakob Simmank ZEIT ONLINE, 21.5.21.
  • Daniel Kehl­mann: Es gibt in Zei­ten der Angst eine große Bereit­schaft zum Gehor­sam. Inter­view von Patrick Bauer in: Süd­deut­sche Zei­tung, 5.5.20.
  • Patrick Bah­n­ers: Der Dich­ter ist ver­mes­sen Kom­men­tar in: Frank­fur­ter All­ge­meine Zei­tung, 9.5.20.
  • www.poedu.net www.mindestnähe.de

 

Danke an die Kunst­stif­tung NRW, die mich mit einem Sti­pen­dium für mein Pro­jekt »Zeit­los – die Zukunft in der Krise« bedacht hat, in des­sen Rah­men die­ser Text entstand.

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