Hermann Hesse in Weimar
1 : Lesereisen in Weimar

Ort

Weimar

Themen

Weimarer Republik

Thüringen im Nationalsozialismus

Von 1945 bis zum Ende der DDR

Autor

Wulf Kirsten

Thüringer Literaturrat e.V. / Erstdruck: Weimar Kultur Journal Nr. 8/1997

Als ich 1996 einige Monate als Sti­pen­diat der Cal­wer Her­mann-Hesse-Stif­tung in Calw, Hes­ses Geburts­stadt, lebte, ent­deckte ich im Her­mann-Hesse-Museum den eher bei­läu­fi­gen Hin­weis auf ver­schie­dene Lese­rei­sen, von denen zwei auch nach Wei­mar geführt haben sol­len. Die Hesse-Lite­ra­tur schweigt sich dar­über aus. Es sei denn, mir wäre eine Lebens­chro­nik ent­gan­gen, in der jeder Tag ver­merkt ist. Also fragte ich bei Hei­ner Hesse an, den ich anläss­lich sei­nes Weim­ar­be­su­ches durchs Goe­the-Haus führte. Dank sei­ner Hilfe blieb zeit­auf­wen­dige Such­ar­beit erspart. Er ließ es mich wis­sen:

Mein Vater las in Wei­mar am 30. Okto­ber 1912 und am 21. Januar 1914 in der Lite­ra­ri­schen Gesell­schaft. In „Deutsch­land“ Nr. 302 vom 01.11.1912 fin­det sich eine Bespre­chung der ers­te­ren und in Nr. 23 vom 23.01.1914 von der zwei­ten Lesung. Beide vol­ler Sym­pa­thie.

Die Bespre­chun­gen wer­den hier unge­kürzt ans Licht gebracht, zei­gen sie doch noch im Punk­tu­el­len ein Stück Kul­tur­ge­schichte. Bei­träge die­ser Art pfleg­ten zu die­ser Zeit nicht gezeich­net zu wer­den. Müßig zu fra­gen, wer sie ver­fasst haben mag. In den gedruck­ten Brie­fen fin­det sich keine Äuße­rung, die auf die bei­den frü­hen Weim­ar­be­su­che Bezug nimmt. Auch in den zahl­rei­chen Lebens­dar­stel­lun­gen in Wort und Bild sucht man ver­geb­lich nach Hin­wei­sen. In Hes­ses Bio­gra­phie sind diese Besu­che als bei­läu­fige Ereig­nisse zu sehen, die weder zu einem Gedicht noch zu einem Feuil­le­ton anreg­ten. Mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit suchte er den seit 1910 in Wei­mar fir­mie­ren­den Ver­le­ger Gus­tav Kie­pen­heuer (1880–1949) auf. Zumin­dest legen dies zwei Ver­öf­fent­li­chun­gen nahe, die im Jahre 1913, zwi­schen den bei­den Lese­ter­mi­nen, in des­sen jun­gem Ver­lag erschie­nen sind. Es han­delt sich dabei um zwei der vie­len Bücher, die Hesse in rascher Folge her­aus­gab: Sowohl die Antho­lo­gie »Der Zau­ber­brun­nen. Die Lie­der der deut­schen Roman­tik« als auch Jus­ti­nus Ker­ners bis heute viel­fach nach­ge­druckte »Rei­se­schat­ten«, beide mit Begleit­tex­ten des Edi­tors ver­se­hen, bezeu­gen Hes­ses Affi­ni­tät zur Welt der Roman­tik.

 Hermann Hesse in Weimar:

  1. Lesereisen in Weimar
  2. Biographische Spuren
  3. Schrifstellerlesung in der »Erholung«
  4. Hermann Hesse im Volksbildungsverein
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