Auf den Spuren von René Halkett in Weimar
2 : Lisztstraße 21 – Geburtshaus von René Halkett

Person

René Halkett

Ort

Lisztstraße 13

Thema

Von Goethes Tod bis zur Novemberrevolution

Autor

Jens Kirsten / Ursula Klimmer

Thüringer Literaturrat e.V. / Die Exkursion entstand im Rahmen eines Projekts der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V.

Leben­dig schil­dert der Autor das Leben im Wei­mar der Jahr­hun­dert­wende. Dem Kind erschien es als eine sich all­täg­lich wie­der­ho­lende Thea­ter­auf­füh­rung mit dem Titel »Leben in der Resi­denz«, an des­sen Rol­len­spiel aus­nahms­los jeder Bewoh­ner von Wei­mar mit­wirkte. Nicht nur Lakaien und Bediens­tete, son­dern auch Hand­wer­ker und unzäh­lige Laden­be­sit­zer, ja selbst die Unter­schicht spielte als »Ehe­ma­lige Sol­da­ten« und »die Armen Leute« im Gros der Sta­tis­ten die ihr zuge­teilte Rolle in die­sem Spek­ta­kel. Man fühlte sich dem Hof ver­bun­den, waren die Fäden auch noch so lose gespon­nen. Das gesell­schaft­li­che Leben gehörte zu den Ver­pflich­tun­gen, deren kost­spie­li­ger Auf­wand nicht wenige der Adels­fa­mi­lien stark belas­tete. Den­noch wollte man sich unter höchs­tem Ein­satz der Mit­tel keine Blöße geben.

Wie sehr das spie­le­ri­sche Ele­ment  jedoch auch dazu­ge­hörte, illus­trie­ren auf höchst amü­sante Weise seine Schil­de­run­gen der Feste.

Zwei die­ser Bälle, mit jeweils mehr als hun­dert Gäs­ten, haben sich mei­nem Gedächt­nis ein­ge­prägt. Der eine fand in der Woh­nung statt, in der sich auch meine Geburt abge­spielt hatte, und die sich dafür voll­stän­dig in eine roman­ti­sche Burg ver­wan­delte. Die Wände wur­den mit wei­ßem Papier beklebt und von einem Dut­zend Künst­lern mit Ansich­ten von Gewöl­ben und Innen­hö­fen bemalt. Im größ­ten Raum wurde die land­schaft­li­che Umge­bung dar­ge­stellt und in einem klei­nen Wald aus leben­den Nadel­bäu­men tum­melte sich eine Gruppe von Bal­let­tän­ze­rin­nen, die als Elfen ver­klei­det waren. Im Kin­der­zim­mer stand ein gro­ßer Brun­nen zwi­schen den ver­fal­len­den Mau­ern einer Ruine und das pri­vate Fami­li­en­le­ben war über Wochen in die Spei­cher­räume verbannt.

Das Haus trug im Jahr 1900 zunächst die Num­mer 13a, seit 1904 trägt es die Haus­num­mer 21.

 Auf den Spuren von René Halkett in Weimar:

  1. Kleine Geschichte der Familie von Fritsch
  2. Lisztstraße 21 - Geburtshaus von René Halkett
  3. Gutenbergstraße 16 - Haus der Familie von Fritsch
  4. Isadora Duncan tanzt barfuß im Hoftheater
  5. Wittumspalais in Weimar
  6. Weimarer Maskeraden
  7. Kegelplatz 5 - Wohnung von Hugo von Fritsch
  8. Bauhaus-Werkstatt im Reithaus
  9. Student am Weimarer Bauhaus
  10. Breitscheid-Straße 7 - 1920 Wohnung von Walter Determann
  11. Breitscheidstraße 17 - Wohnung der Schauspielerin Thea von Harbou
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