Auf den Spuren von Carl Friedrich Ernst Frommann in Jena
1 : Der Alltag bei den Frommanns

Person

Carl Friedrich Ernst Frommann

Ort

Jena

Thema

Literarisches Thüringen um 1800

Autor

Ulrich Kaufmann

Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Über die Fami­lie From­mann sind wir durch viele Quel­len gut unter­rich­tet. Genannt seien die Erin­ne­run­gen der ein­gangs zitier­ten, in Jena gebo­re­nen Male­rin Luise Seid­ler, die bei den From­manns ein und aus­ging, vor allem durch ein Buch des Soh­nes. Von Fried­rich Johan­nes From­mann (1797–1886), der die Arbeit sei­nes Vaters in Jena fort­setzte, erschien 1870 im haus­ei­ge­nen Ver­lag der Band »Das From­mann­sche Haus und seine Freunde«, wel­ches 1927 unter dem Titel »Freund­li­ches Begeg­nen«, her­aus­ge­ge­ben von G. H. Wal­ches,  erneut auf­ge­legt wurde.

Die Tages­ord­nung in die­sem Haus war: früh 7 Uhr Kaf­fee (mit man­chen Sur­ro­ga­ten wäh­rend der Con­ti­nen­tal­sperre), wor­auf alles an seine Arbeit ging. Um 10 Uhr kam der Vater aus dem Comp­toir zum zwei­ten Früh­stück, das aus But­ter­brot und solange mög­lich aus Obst bestand. Dann arbei­tete er bis 1 Uhr, die Mut­ter gab uns Unter­richt, um 12 Uhr meist Zei­chen­stunde… Punkt 1 Uhr wurde geges­sen. Um 3 Uhr ging der Vater wie­der aufs Comp­toir. Um 5 Uhr war Thee­stunde. Wie es meine Mut­ter mög­lich machte, uns im Lesen, Schrei­ben, Rech­nen, Zeich­nen, spä­ter des Fran­zö­si­schen und Eng­li­schen zu unter­richte, für sich und die ganze Fami­lie fast alle Wäsche, die weib­li­chen Klei­dungstü­cke und Hau­ben zu nähen, die Küche und alle ande­ren häus­li­chen Geschäfte anzu­ord­nen und zu über­wa­chen, in denen allen sie Meis­te­rin war, das wird sich am bes­ten aus ihrer Bei­lage abge­druck­ten Zuschrift an eine junge Frau erge­ben.

Die Seele des From­mann­schen Hau­ses − man ahnt es nach den Aus­sa­gen des Soh­nes − war die musisch viel­fach begabte Ehe­frau des Ver­le­gers Johanna Char­lotte From­mann (1765–1830), die durch ihren Charme, eine hohe Bil­dung und eine  aus­ge­prägte Gesprächs­kul­tur von allen Gäs­ten geschätzt wurde.

…meine Mut­ter aber wußte ohne die Gaben und das Ver­lan­gen, die Unter­hal­tung zu beherr­schen, durch die Art, wie sie frug und zuhörte, die Män­ner zum Spre­chen zu rei­zen, ver­stand es auch, wenn ein Streit zu leb­haft wer­den sollte, der Sache eine andere Wen­dung zu geben. Streng gegen sich selbst, war sie mild und nach­sich­tig gegen andere; in ihrer Selbst­lo­sig­keit lag das Geheim­nis ihre Macht über ihre Umge­bung.

 Auf den Spuren von Carl Friedrich Ernst Frommann in Jena:

  1. Der Alltag bei den Frommanns
  2. Der Sängerkrieg um eine schöne Frau
  3. Die Geselligkeit im Fromannschen Anwesen
  4. Ausblick
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