Lesung und Gespräch mit Cornelia Ruhe und Olivier Rolin in Jena

Wann:
17. Oktober 2017 um 19:00
2017-10-17T19:00:00+02:00
2017-10-17T19:15:00+02:00
Wo:
Internationales Centrum Haus auf der Mauer
Johannispl. 26
07743 Jena
Deutschland
Kontakt:
Friedrich-Schiller-Universität Jena

»Den gegen­wär­ti­gen Zustand der Dinge fest­hal­ten. Zeit­ge­nös­si­sche Lite­ra­tur aus Frankreich«

Lesung und Gespräch mit Cor­ne­lia Ruhe und Oli­vier Rolin

 

Prof. Dr. Cor­ne­lia Ruhe (Uni­ver­si­tät Mann­heim) und Oli­vier Rolin (Paris) stel­len die Antho­lo­gie »Den gegen­wär­ti­gen Zustand der Dinge fest­hal­ten. Zeit­ge­nös­si­sche Lite­ra­tur aus Frank­reich« (Die Horen, 267 (2017) vor. Der Schrift­stel­ler Oli­vier Rolin gibt Ein­blick in sein lite­ra­ri­sches Werk.

Anläss­lich der dies­jäh­ri­gen Frank­fur­ter Buch­messe, bei der Frank­reich erst­mals wie­der seit 1989 Ehren­gast ist, hat Cor­ne­lia Ruhe gemein­sam mit dem Roman­cier Jérôme Fer­rari eine Antho­lo­gie zusam­men­ge­stellt, die dem deut­schen Lese­pu­bli­kum ein hoch­auf­lö­sen­des und weit­ge­hend neu­ar­ti­ges Bild der zeit­ge­nös­si­schen fran­zö­sisch­spra­chi­gen Lite­ra­tur lie­fert. Im Fokus der meis­ten Texte steht der Anspruch, auf die Wirk­lich­keit mit den Mit­teln der Spra­che zu ant­wor­ten. Ver­gleicht man den Titel von Cor­ne­lia Ruhes Antho­lo­gie mit dem Titel des 1989 von Verena von der Heyden-Rynsch her­aus­ge­ge­be­nen lite­ra­ri­schen Weg­wei­ser durch das dama­lige Frank­reich – Vive la lit­té­ra­ture! -, so wird die von der heu­ti­gen fran­zö­sisch­spra­chi­gen Lite­ra­tur voll­zo­gene Akzent­ver­schie­bung deut­lich. Mit Oli­vier Rolin kommt neben Cor­ne­lia Ruhe ein pro­mi­nen­ter fran­zö­si­scher Autor zu Wort, der die Zeit­ge­schichte in ver­schie­dens­ten lite­ra­ri­schen For­men „fest­ge­hal­ten“ und doku­men­tiert, zudem als Jour­na­list und Repor­ter die Welt akri­bisch kar­to­gra­phiert hat.

Cor­ne­lia Ruhe hat sich 2009 in Kon­stanz habi­li­tiert, mit einer Arbeit über die Rezep­tion der rus­si­schen Lite­ra­tur in Frank­reich und Spa­nien um 1900. Sie ist seit 2010 Pro­fes­so­rin für fran­zö­si­sche und spa­ni­sche Lite­ra­tur an der Uni­ver­si­tät Mann­heim. Einer ihrer Schwer­punkte ist die zeit­ge­nös­si­sche fran­zö­si­sche Lite­ra­tur. Wich­tigste Publi­ka­tio­nen: La cité des poè­tes. Inter­kul­tu­ra­li­tät und urba­ner Raum, Würz­burg: Königs­hau­sen & Neu­mann, 2004; Cinéma beur. Ana­ly­sen zu einem neuen Genre des fran­zö­si­schen Kinos, Kon­stanz: UVK, 2006; „Inva­sion aus dem Osten«. Die Aneig­nung rus­si­scher Lite­ra­tur in Frank­reich und Spa­nien (1880–1910), Frank­furt am Main: Klos­ter­mann, 2012.

Oli­vier Rolin hat sich nach dem Stu­dium der Geis­tes­wis­sen­schaf­ten in Paris (clas­ses pré­pa­ra­toires, Ecole Nor­male Supé­ri­eure) poli­tisch enga­giert. Zwi­schen 1967 und 1974 war er Mit­glied der links­ex­tre­men mao­is­ti­schen Grup­pie­rung „gau­che pro­lé­ta­ri­enne“, wes­we­gen er zeit­wei­lig im Unter­grund gelebt hat. Seit Ende der sieb­zi­ger Jahre ist er als Schrift­stel­ler tätig. Er kann inzwi­schen ein beacht­li­ches Werk vor­wei­sen, das in der (vor­läu­fi­gen) zwei­bän­di­gen Gesamt­aus­gabe bei den Édi­ti­ons du Seuil (Cir­cus, Paris, 2012) nicht weni­ger als 3.000 dicht­ge­druckte Sei­ten füllt. Man fin­det darin die unter­schied­lichs­ten Text­gat­tun­gen – Erzäh­lun­gen, Romane, Repor­ta­gen, Rei­se­be­richte, Essais, Zei­tungs­ar­ti­kel, etc. Eini­gen­des Prin­zip ist die per­so­nelle Erzählin­stanz, d.h. der nahezu durch­weg auf­tre­tende Ich-Erzäh­ler. Rolin ist der Ansicht, dass man nur schrei­ben kann, wenn man mit der eige­nen Epo­che uneins ist – wenn man sich in ihr nicht zu Hause fühlt. Sein Werk ent­steht so im Span­nungs­ver­hält­nis zwi­schen dem Ich und der Zeit­ge­schichte. Die Schau­plätze sind dem Autor aus nächs­ter Anschau­ung bekannt: es ist das Frank­reich der 68er Revo­lu­tion, Russ­land vor und nach dem Zusam­men­bruch der Sowjet­union, schließ­lich Latein­ame­rika, von Mexiko bis zum Feu­er­land. Rolin ist durch zwei Romane berühmt gewor­den: Port-Sou­dan (1994) und Tigre en papier (2002).

 

Orga­ni­sa­tion: Fried­rich-Schil­ler-Uni­ver­si­tät Jena (Insti­tut für Roma­nis­tik, Prof. Dr. Edo­ardo Cos­ta­dura); Thü­rin­ger Lite­ra­tur­rat e.V. (Chris­toph Schmitz-Schole­mann); Insti­tut Fran­çais en Thu­ringe / Fran­zö­si­sches Kul­tur­büro in Thü­rin­gen, Erfurt (Dr. Marc Sagnol).

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