Person
Ort
Thema
Christine Hansmann
Alle Rechte bei der Autorin. Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Autorin.
Christine Hansmann
L’infinito
I
Die Stille
verführt.
Ich werde nicht
müde
zu loben,
ein Kanon
vom Grunde der Ruh.
Refrain um Refrain
singt sich fort,
sinkt ein,
vervielfacht
das lockende
Selbst.
So
bin ich zu Gast
am Gestade,
schiff-
brüchig, wort-
genau.
II
Die Rettung
verwarten.
Nur Ohr sein,
Feder, Hand,
ohne mein
halbes Herz.
Untergehn
in diesem Meer,
Geliebtes,
ein Wagnis,
innig,
von Ich zu
Ich.
III
Noch immer
trage ich meine Stimme
umher,
Wortflüsse,
lebendig, tönend.
Ein Kind, das
anblickt, lacht,
im Buschwerk
spielt.
Der Wind
rauscht auf.
Wo legt sie
sich nieder, wo schläft sie?
Ich gebe
die Rufe weiter,
daseiende Zeit,
Sprachrohr
geliehenen
Glücks.
Eine Hommage an Giacomo Leopardi und sein Gedicht L’infinto – Das Unendliche (1819), in der Übersetzung von Rainer Maria Rilke.
›Literaturland Thüringen‹ ist eine gemeinsame Initiative von
Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen · Thüringer Literaturrat e. V. · MDR-Figaro · MDR Thüringen – Das Radio
Gestaltung und Umsetzung XPDT : Marken & Kommunikation © 2011-2026 [XPDT.DE]
© Thüringer Literaturrat e.V. [http://www.thueringer-literaturrat.de]
URL dieser Seite: [https://www.literaturland-thueringen.de/artikel/christine-hansmann-linfinito/]