Sergej Lochthofen

1953      

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Erfurt

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Sergej Lochthofen – »Clara«

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Sergej Lochthofen im Autorenlexikon

Sergej Lochthofen

Autor

Jens Kirsten

Thüringer Literaturrat e.V.

Ser­gej Lochtho­fen wurde 1953 in Workuta gebo­ren, einer Stadt, die nörd­lich des Polar­krei­ses und im Nor­den des Ural­ge­bir­ges liegt. Bekannt und berüch­tigt ist sie auf­grund ihrer Geschichte; das dort errich­tete 1938 errich­tete Arbeits­la­ger spielte eine zen­trale Rolle im sta­li­nis­ti­schen Sys­tem des GULAG. Kriegs­ge­fan­gene und vor allem auch poli­ti­sche Häft­linge wur­den in Workuta zum Koh­le­ab­bau und Gru­ben­aus­bau ein­ge­setzt. Ser­gej Lochtho­fen ist der Sohn des deut­schen Kom­mu­nis­ten Lorenz Lochtho­fen, des­sen Lebens­ge­schichte er in sei­nem Buch »Schwar­zes Eis« erzählt. Lochtho­fen wuchs prak­tisch neben dem Zaun des Arbeits- und Straf­la­gers Workuta auf. Nach der Ent­las­sung des Vaters und sei­ner Fami­lie in die DDR, besuchte Ser­gej Lochtho­fen eine rus­si­sche Schule in der DDR, spä­ter stu­dierte er meh­rere Semes­ter Kunst auf der Krim. 1971 bis 1973 absol­vierte er ein Volon­ta­riat bei der SED-Bezirks­zei­tung »Das Volk« in Erfurt; anschlie­ßend stu­dierte er Jour­na­lis­tik an der Leip­zi­ger Karl-Marx-Uni­ver­si­tät und war danach als Nach­rich­ten­re­dak­teur in Erfurt tätig. 1990 wurde er von den Redak­teu­ren in gehei­mer Wahl zum Chef­re­dak­teur der neu­ge­grün­de­ten »Thü­rin­ger All­ge­mei­nen«, der ers­ten Reform­zei­tung im Osten, gewählt. Die­ses Amt übte er bis 2009 aus. Seit­dem ist er als frei­be­ruf­li­cher Jour­na­list, Publi­zist und Schrift­stel­ler tätig. Zahl­rei­che Rezen­sio­nen zu sei­nem lite­ra­ri­schen Debüt »Schwar­zes Eis« bele­gen, daß die­ses Buch nicht nur im bür­ger­li­chen, son­dern auch im lin­ken Spek­trum des deut­schen Feuil­le­tons wahr­ge­nom­men wurde. Ser­gej Lochtho­fen ver­steht es,  Geschichts­auf­ar­bei­tung mit lite­ra­ri­schem Erzäh­len auf hohem Niveau zu ver­bin­den. Nicht zuletzt belegt das der auf »Schwar­zes Eis« fol­gende Buch »Grau. Eine Lebens­ge­schichte aus einem unter­ge­gan­ge­nen Land«, in dem er seine eigene Geschichte erzählt.

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