August von Wolzogen

1771      Meiningen

1825      Münster

Artikel

Schiller in Bauerbach

Weiterführende Informationen

Geschichte des Reichsfreiherrlich von Wolzogen'schen Geschlechts

Autor

Marie K. Gentzel

Alfred Freiherr von Wolzoen: Geschichte des Reichsfreiherrlich von Wolzogenschen Geschlechts, Bände 1-2, Leipzig 1859.

August Freiherr von Wolzogen wurde am 24. Januar 1771 in Meiningen geboren. Ab einem Alter von acht Jahren besuchte er die Stuttgarter Hohe Karlsschule mit Schwerpunkt auf seiner wirtschaftlichen Ausbildung. Nach den Wünschen seiner Mutter hätte er sich wohl eine Existenz in der »Neuen Welt« jenseits des Meeres aufgebaut. Stattdessen veranlassten ihn die Unruhen vor der französischen Revolution, in das Regiment des Herzogs von Württemberg einzutreten. 1802 wurde er Generaladjutant bei Herzog Eugen von Württemberg und lebte ab dieser Zeit auf dessen Schloss zu Karlsruhe in Schlesien. Er begleitete den Herzog über mehrere Jahre nach Berlin und nahm dort Unterricht in »Baukunst«. Dabei war sein Lehrer Friedrich Gilly, der auch Friedrich Schinkel ausgebildet hatte.

1806 führte der württembergische Herzog das preußischen Reservecorps gegen Napoleon. Wolzogen erhielt den Auftrag, den preußischen König zu aufzusuchen, dessen Aufenthalt nach seiner Niederlage bei Jena unbekannt war. Als Bauer verkleidet musste sich Wolzogen durch feindliche Linien hindurch nach Magdeburg schlagen, wo er tatsächlich erfolgreich das Gespräch mit Friedrich Wilhelm III. von Preußen fand. Im selben Jahr musste sich die württembergische Armee zurückziehen. Wolzogen begleitete den Herzog zurück auf sein Schloss in Schlesien und war nunmehr ohne größere Arbeit und Verdienst. In seinem regen Briefaustausch mit Bruder Wilhelm von Wolzogen setzte er sich mit seiner misslichen Lage auseinander. Zudem studierte er in dieser Zeit Landwirtschaft und erprobte seine Kenntnisse auf den Gütern des Herzogs.
1813 kehrte er in den Militärdienst zurück und stieg während der Befreiungskriege rasch zu höheren Positionen auf. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig wurde Wolzogen ins Kriegsministerium berufen und nahm wie sein jüngerer Bruder Ludwig am Wiener Kongress teil. In Wien kam er in eine prekäre Lage: die beiden preußischen Minister Bohen und Wilhelm von Humboldt hatten eine Auseinandersetzung, die bis zum Duell führte. Wolzogen sollte Sekundant beider sein. Glücklicherweise verletzten sich die Schützen gegenseitig nicht. Humboldt schoss sogar absichtlich in die Luft, um den eigentlich hochgeschätzten Gegner nicht aufgrund seiner Kurzsichtigkeit zu verletzen. In den Folgejahren hatte Wolzogen wechselnde diplomatische und militärische Ämter in Berlin, Frankreich und Münster inne. 1818 wurde er in Münster zum Obersten der Kavalerie befördert. Zu dieser Zeit hatten ihn zahlreiche Kriegsverletzungen bereits stark geschwächt. Am 14. Februar 1825 starb er im Alter von erst 54 Jahren an einem            Schlaganfall.

Lektüreempfehlung:

  • Alfred von Wolzogen (Hrsg.) Memoiren des königlich preußischen Generals der Infanterie Ludwig Freiherrn von Wolzogen : aus dessen Nachlaß unter Beifügung officieller militärischer Denkschriften / mitgetheilt von Alfred Freiherrn von Wolzogen, Leipzig 1851.

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