Vacha
[Gemeinde]

Lokation

Markt 4
36404 Vacha

50.82661, 10.02101

Weiterführende Informationen

Vacha

Autor

Jens Kirsten

Thüringer Literaturrat e.V.

Um 1450 wurde in Vacha Her­mann Künig van Vach gebo­ren, der einer ange­se­he­nen Vachaer Fami­lie ent­stammte. 1466 imma­tri­ku­lierte er sich an der Uni­ver­si­tät Erfurt; sein Stu­dium schloss er 1469 als Bak­ka­lau­reus der artis­ti­schen Fakul­tät ab. Nach 1469 trat er in den Vachaer Ser­vi­ten­or­den ein; ab 1479 war er dort Ter­mi­nie­rer. Um 1500 ver­fasste er das Pil­ger­buch »Die walf­art und straß zu sant Jacob«, in wel­chem er die Route von Ein­sie­deln nach San­tiago de Com­pos­tela und zurück nach Aachen beschreibt. Ver­mut­lich unter­nahm er eine dies­be­züg­li­che Wall­fahrt um 1494. Über sei­nen spä­te­ren Lebens­weg gibt es keine Über­lie­fe­rung.

1501 wurde Georg Wit­zel in Vacha gebo­ren, wo er zunächst die Schule besuchte, spä­ter dann in Schmal­kal­den, Eisen­ach und Halle/Saale. Von 1516 bis 1518 stu­dierte er in Erfurt, 1520 hielt er sich zu Stu­di­en­zwe­cken in Wit­ten­berg auf, wo er Vor­le­sun­gen bei Mar­tin Luther, Andreas Boden­stein und Phil­ipp Melan­chthon besuchte. Auf Drän­gen des Vaters brach er 1521 seine Stu­dien ab. Noch im glei­chen Jahr trat er in Vacha eine Stelle als Vikar an. Um 1522 fand er in Eisen­ach Anschluss an den Refor­ma­tor Jakob Strauß. 1523 wurde er Pfar­rer in Weni­gen­lupnitz bei Eisen­ach. Nach dem Auf­stand der Bau­ern im Wer­ra­tal gab er seine Pfarr­stelle auf und nahm auf Emp­feh­lung Luthers eine Pfarr­stelle in Nie­megk an. Spä­ter wandte er sich von Luthers Leh­ren ab, gab 1531 seine Pfarr­stelle in Nie­megk auf und wurde katho­li­scher Pfar­rer in Eis­le­ben, dann in Dres­den. 1553 ging er nach Mainz, wo er 1573 starb. 1557 nahm er als Abge­ord­ne­ter der Stadt Mainz am Worm­ser Reli­gi­ons­ge­spräch teil.

Aus Vacha stammt der 1620 gebo­rene Johann Nico­laus Finck, der Medi­zin in Jena stu­dierte und dann Stadt­phy­si­kus in Schmal­kal­den wurde, wo er 1657 starb.

Eben­falls aus Vacha stammt der 1926 gebo­rene Erich Hahn. Nach einer Lehre als Indus­trie­kauf­mann war er von 1945–1950 Lohn­buch­hal­ter in einem Kom­mu­nal­be­trieb und wäh­rend die­ser Zeit Volks­kor­re­spon­dent für die Tages­presse. Von 1950–1956 war er Ver­wal­tungs­an­ge­stell­ter, Archi­var und Stadt­re­por­ter bei der Stadt Vacha. 1953 erhielt er einen Preis bei einem Lite­ra­tur­wett­be­werb des Bezirks Suhl und wurde Mit­glied der Arbeits­ge­mein­schaft jun­ger Autoren. Von 1958 bis 1961 stu­dierte er am Lite­ra­tur­in­sti­tut »Johan­nes R. Becher« in Leip­zig, danach lebte er als frei­schaf­fen­der Autor in Vacha, wo er 1999 starb.

Diesen Ort teilen:

Literaturland Thüringen‹ ist eine gemeinsame Initiative von
Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen · Thüringer Literaturrat e. V. · MDR-Figaro · MDR Thüringen – Das Radio

Gestaltung und Umsetzung XP.DT © 2011-14 [http://www.xp-dt.de]
© Thüringer Literaturrat e.V. [http://www.thueringer-literaturrat.de]

URL dieser Seite: [http://www.literaturland-thueringen.de/orte/vacha/]