Neustadt an der Orla
[Gemeinde]

Lokation

Markt 1
07806 Neustadt an der Orla

50.736516, 11.745939

Personen

Martin Luther

Johann Wolfgang von Goethe

Weiterführende Informationen

Neustadt an der Orla

Neustadt an der Orla

Autor

Detlef Ignasiak

Das literarische Thüringen, Bucha 2018.

Aus Neu­stadt an der Orla ist ein mit der Jah­res­zahl 1625 und dem fik­ti­ven Druck­ort »Lie­ben­grün« (Dorf süd­lich von Zie­gen­rück) ver­se­he­nes »Hoch­zeits­car­men« eines »Michael Rüdin­ger, Bür­ger und Tuch­ma­cher zu Neu­stadt« über­lie­fert, das deut­lich macht, wie die in den lite­ra­ri­schen Zen­tren seit gerau­mer Zeit in Flor ste­hende Gele­gen­heits­dich­tung im frü­hen 17. Jh. auch in klei­ne­ren Städ­ten Ein­zug gehal­ten hat. Das Beson­dere an die­sem Text ist seine Hin­wen­dung auch an die Dorf­be­völ­ke­rung: »Drumb hab ich wolln nach mein Verstand/Ein solch Car­men stel­len zur Hand/Welchs ver­steh Bür­ger und Bauersmann/der etz­li­che kom­men an/Neben andern gelehr­ten Herrn/zu euren hoch­zeit­li­chen Ehrn«.

Mar­tin Luther, damals noch Ordens­mann, visi­tierte im Mai 1516 das Augus­ti­ner­klos­ter von Neu­stadt, in dem damals Cas­par Güt­tel (1471–1542), spä­te­rer Refor­ma­tor des Mans­fel­der Lan­des, Mönch war. Teile der Klos­ter­kir­che sind bis heute erhal­ten. Am 23. August 1524 pre­digte Luther in der Johan­nes­kir­che. Das in Neu­stadt gezeigte Luther-Haus in der Rodaer Straße 12 wurde erst 1574 erbaut!

Der Lie­der­dich­ter Michael Zie­gen­speck wurde 1572 in Neu­stadt gebo­ren. Er stu­dierte in Jena und war dann Leh­rer, Kan­tor und Pfar­rer in Neu­stadt. Spä­ter lebte er in Ranis, wo er 1645 starb. Um 1596 wurde Joseph Clau­der in Neu­stadt gebo­ren. Er ver­öf­fent­lichte Gedichte in latei­ni­scher Spra­che und starb 1653 in Alten­burg.

Goe­the fuhr erst­mals im Juni 1785 nach Karls­bad, doch schon in Neu­stadt musste er krank­heits­be­dingt die Reise unter­bre­chen. Als das bis dahin säch­si­sche Neu­stadt 1815 Sach­sen-Wei­mar ange­glie­dert wurde, besuchte Goe­the die Stadt wie­der. 1827 lobte er den Buch­händ­ler und Ver­le­ger Johann Karl Gott­fried Wag­ner (1763–1831), weil des­sen Wir­ken in Neu­stadt »all­ge­mei­ner Bil­dung för­der­lich« sei. Wag­ners »Neu­städ­ter Kalen­der« brachte es immer­hin zu einer Auf­lage von 60.000 Exem­pla­ren; auch sein Wochen­blatt »Neu­städ­ter Kreis-Bote« hatte über­re­gio­nale Bedeu­tung.

Arthur Rich­ter-Heim­bach wurde 1879 in Neu­stadt gebo­ren. Er ent­stammte einer Leh­rer- und »Liedermeister«-Familie. Nach dem Besuch des Leh­rer­se­mi­nars in Wei­mar war er Leh­rer in Neu­stadt, Jena und Ruhla. Er war mit August Tri­nius und Ernst Haeckel befreun­det. 1921 war er Mit­be­grün­der des völ­kisch aus­ge­rich­te­ten »Bun­des der Thü­rin­ger Berg-, Burg- und Wald­ge­mein­den«. Er starb 1952 in Ruhla.

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