Möhra
[Gemeinde]

Lokation

Lutherplatz
36433 Möhra

50.861848, 10.255811

Person

Martin Luther

Weiterführende Informationen

Möhra

Das süd­lich von Bad Sal­zun­gen lie­gende Dorf Möhra, in das man von Wald­fisch oder Moor­grund aus gelangt, ist der Her­kunfts­ort von Mar­tin Luthers Vater und von des­sen Vor­fah­ren, die sich noch Luder oder Lüders nann­ten, mit­hin ist Möhra der Stammort des Refor­ma­tors.

Luthers Vater Hans Luder (1459–1530), ent­stammt einem erb­zins­pflich­ti­gen, also freien Bau­ern­ge­schlecht, das seit Genera­tio­nen in Möhra lebte. Warum Luthers Vater 1483 sein Hei­mat­dorf ver­ließ und im Mans­fel­der Berg­bau sein Aus­kom­men suchte – Luther wurde ehrer zufäl­lig auf der Reise dort­hin in Eis­le­ben gebo­ren, ist nicht bekannt.

Ob er aus Möhra floh, weil er – wie der Luther-Geg­ner Georg Wit­zel 1535 pole­misch mit­teilte – im Zorn einen Nach­barn mit dem Pfer­de­ge­schirr erschla­gen hat, wird wohl heute nicht mehr geklärt wer­den kön­nen. Doch brachte ihn seine hef­tige, jäh­zor­nige Wesens­art auch in Mans­feld öfter mit der Jus­tiz in Berüh­rung. Den­noch hat er es in der Fremde zu etwas gebracht. Schon 1491 gehörte er zu den Vier­män­nern des Mans­fel­der Magis­trats. Da wird er wenigs­tens Hüt­ten­meis­ter gewe­sen sein, also Päch­ter einer Kup­fer­mine. Ob er die­sen sozia­len Auf­stieg aus eige­ner Kraft geschafft hatte, ist unge­wiss. Mög­li­cher­weise haben die Ver­wand­ten sei­ner Ehe­frau ihn unter­stützt.

Heine Luder (1426–1486), Luthers Groß­va­ter, baute sich nach der Hei­rat mit Anna Zieg­ler († 1521), die von einem der reichs­ten Höfe der Gegend stammt, unter­halb des spä­te­ren Möhraer Kirch­ber­ges ein Anwe­sen auf. 1536 besaß die Fami­lie, die Nach­kom­men von Heine Luders Söh­nen Heinz, Veit und Klein-Hans, allein in Möhra schon sechs Häu­ser. Auch in Sal­zun­gen und Vacha waren die Luders ansäs­sig. Als Luther am 4. 5. 1521 auf dem Möhraer Anger, viel­leicht dort, wo heute das Luther-Denk­mal steht, pre­digte, kamen sie alle nach Möhra, um den berühm­ten Ver­wand­ten zu hören. Luther kam es vor, als nehme seine Fami­lie „fast die ganze Gegend ein“.

Heute erin­nern in Möhra meh­rere Stät­ten an Luther. Das Stamm­haus, ein Fach­werk­bau, befin­det sich am Luther­platz 1, dem ehe­ma­li­gen Dorf­an­ger), und wurde von Georg Luther (1605–1681) erbaut. Doch ist wahr­schein­lich, dass an glei­cher Stelle auch das Haus der Luther-Vor­fah­ren stand. Luthers-Nach­kom­men wohn­ten im Haus bis 1836, in Möhra bis heute. Der jüngste ist der 1997 in Möhra gebo­rene Johan­nes Luther.

Auf dem Luther­platz erin­nert ein Denk­mal an Luther, das 1861 von J. D. Burg­schmiet und F. Mül­ler geschaf­fen wurde. Auf der lin­ken Seite steht ein Vers aus dem Johan­nes-Evan­ge­lium; auf der rech­ten Seite ein Vers von Lud­wig Bech­stein, der das Denk­mal ange­regt hat­ten. In der Kir­che erin­nert eine Luther-Aus­stel­lung an den Refor­ma­tor.

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