Langewiesen
[Gemeinde]

Lokation

Ratsstraße
98704 Langenwiesen

50.671095, 10.973973

Personen

Johann Jacob Wilhelm Heinse

Johann Karl August Musäus

Weiterführende Informationen

Langewiesen

Langewiesen

Autor

Detlef Ignasiak

Das literarische Thüringen, Bucha 2018.

Nord­west­lich von Ilmenau liegt das Städt­chen Lan­ge­wie­sen, wo 1613 Johan­nes Musaeus, einer der bedeu­tends­ten thü­rin­gi­schen Theo­lo­gen des 17. Jahr­hun­derts, gebo­ren wurde. Johan­nes Musaeus war der Uren­kel des aus Vetschau in Bran­den­burg stam­men­den Theo­lo­gen Simon Musäus, der 1558–1561 Pro­fes­sor in Jena war. Sein Sohn Johan­nes Musäus (1549–1619) begrün­dete in Mei­nin­gen den Thü­rin­ger Zweig der Fami­lie. Des­sen Sohn Johan­nes Musäus (1582–1654) hei­ra­tete die aus Ilmenau kom­mende Sybilla Sturm und war dort Schul­rek­tor. Sie sind die Eltern von Musäus, auf den die Jenaer Linie zurück­geht und in dem der Urur­groß­va­ter von Johann Karl August Musäus zu sehen ist. Musaeus‹ gleich­falls in Lan­ge­wie­sen gebo­re­ner Bru­der Peter Musäus (1620–1674) wurde nach Ordi­na­ria­ten in Rin­teln und Helm­stedt 1665 ers­ter Theo­lo­gie-Pro­fes­sor an der neu­ge­grün­de­ten Uni­ver­si­tät Kiel. Seine in Ilmenau gebo­rene Schwes­ter Sabina Musäus (1607–1676) hei­ra­tete den Lan­ge­wie­se­ner Johann Zim­mer­mann, bei­der Uren­ke­lin Bar­bara Katha­rina Jahn ist die Mut­ter von Johann Jacob Wil­helm Heinse.

Johann Jacob Wil­helm Heinse wurde 1746 in Lan­ge­wie­sen als Sohn des Stadt­schrei­bers gebo­ren. Von 1752–1760 besuchte er die beschei­dene Lan­ge­wie­se­ner Schule, dann ging er nach Arn­stadt auf die Latein­schule, spä­ter ans Schleu­sin­ger Gym­na­sium. Ab 1766 stu­dierte Heinse Jura in Jena und Erfurt. Er machte die Bekannt­schaft Wie­lands und Goe­thes, war Mit­glied im Hal­ber­städ­ter Dich­ter­kreis um Johann Wil­helm Lud­wig Gleim. Im August 1772 sah Heinse seine Hei­mat­stadt wie­der, die war aller­dings mit­samt Eltern­haus gerade bei einem Brand ver­nich­tet wor­den. Von 1780–1783 unter­nahm Heinse eine Fuß­reise durch die Schweiz, Süd­frank­reich und Ita­lien. 1786 wurde er Vor­le­ser des Main­zer Erz­bi­schofs, Kur­fürst Fried­rich Karl Joseph von Erthal, und erz­bi­schöf­li­cher Biblio­the­kar. Er war dann Biblio­the­kar des Reichs­frei­herrn Karl Theo­dor von Dal­berg. Nach der Beset­zung von Mainz im Jahr 1792 wurde der kur­fürst­li­che Hof nach Aschaf­fen­burg ver­la­gert, wo Heinse bis zu sei­nem Tod 1803 Biblio­the­kar war.

Eben­falls aus Lan­ge­wie­sen stammt die 1941 gebo­rene Heide Gött­ner-Abend­roth, die Phi­lo­so­phie, Wis­sen­schafts­theo­rie, Ger­ma­nis­tik und Kul­tur­ge­schichte stu­dierte und in Win­zer bei Deg­gen­dorf lebt. Neben zahl­rei­chen wis­sen­schaft­li­chen Publi­ka­tio­nen ver­öf­fent­lichte sie Gedichte.

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