Unangepasst: Die Jenaer Jahre der Ricarda Huch
6 : Camsdorfer Brücke: Weihespruch von Ricarda Huch und Grüne Tanne

Person

Ricarda Huch

Ort

Jena

Themen

Thüringen im Nationalsozialismus

Von 1945 bis zum Ende der DDR

Autor

Katrin Lemke

Die Exkursion entstand im Rahmen eines Projekts der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V.

Wei­ter geht es über den Stein­weg zur Cams­dor­fer Brü­cke, wo sich ein unge­wöhn­li­ches Erbe der Dich­te­rin befin­det. Am öst­li­chen Saa­le­ufer, direkt gegen­über dem Gast­haus Grüne Tanne, in dem Goe­the vom Februar bis Juli 1818 gewohnt hat, kann man die Ermu­ti­gung der Dich­te­rin lesen, die sie den Jenen­sern zur Wie­der­eröff­nung der im Früh­jahr 1945 von den Nazis gespreng­ten, im Som­mer 1946 aber bereits wie­der­er­bau­ten Brü­cke gewid­met hat. Der in ihrem Brü­cken­spruch aus­ge­spro­chene Dank gilt den Erbau­ern, Bür­gern der Stadt Jena und sowje­ti­schen Sol­da­ten, die mit schwe­rer Tech­nik beim Neu­auf­bau der Brü­cke hal­fen.

Danke denen, die gebaut den Bogen,
dass dich das Gewäs­ser nicht ver­schlinge.
Fehlt die Brü­cke der wil­den Wogen,
fasse Mut und schwimme oder springe.

Rich­tet man von hier aus den Blick über die Saale zurück zum Land­gra­fen-Berg, unter dem die Dich­te­rin gelebt hatte, drängt sich ihr schmerz­li­cher Abschied von der gelieb­ten Stadt ins Gedächt­nis, über den sie der Freun­din Anne­ma­rie Dah­let von Schön­berg aus in einem ihrer letz­ten Briefe schrieb: »Liebste Frau Dah­let, ich werde nir­gendwo mehr so glück­lich sein, wie ich in Jena war … Ich bin noch nicht imstande, an den Obe­ren Phi­lo­so­phen­weg und alles, was damit zusam­men­hängt, zu den­ken; es wäre, als wenn man einen Ver­band abrisse und die Wunde wie­der zu blu­ten anfinge … Wir wer­den es noch lange sehr unge­müt­lich haben und nie­mals so hübsch, wie wir es in unse­rer alten Bara­cke in Jena hat­ten.«

 Unangepasst: Die Jenaer Jahre der Ricarda Huch:

  1. Vom Wohnhaus in die Innenstadt – der Philosophenweg
  2. Marktplatz mit Göhre
  3. Unterm Markt – Romantikerhaus
  4. Am Rähmen: Wohnhaus von Rudolf Lemke und Antje Bultmann-Lemke
  5. Frauengasse: Erinnerung an Kurt Kläber alias Kurt Held
  6. Camsdorfer Brücke: Weihespruch von Ricarda Huch und Grüne Tanne
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