Meiningen
3 : Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart

Ort

Meiningen

Thema

Ortsporträts

Autor

Patrick Siebert

Detlef Ignasiak: Das literarische Thüringen, Bucha 2014.

Der Name Rudolf Baum­bach (1840–1905) ist ein Mei­nin­gen allein durch die Exis­tenz des nach ihm benann­ten Lite­ra­tur­mu­se­ums Baum­bach­haus in der Burg­gasse 22 fest eta­bliert. Hier fin­den sich, neben einer lite­ra­tur­his­to­ri­schen Aus­stel­lung, auch das Arbeits­zim­mer und die Biblio­thek Baum­bachs. Der Dich­ter kam bereits als Kind in die Stadt, wurde hier von Chris­to­p­hine Schil­ler, spä­ter Rein­wald, geför­dert. Sein lite­ra­ri­sches Schaf­fen begann er mit der Gestal­tung von Bier­zei­tun­gen und der Dich­tung von Knei­plie­dern. Sein Werk umfasst neben roman­ti­schen Gedich­ten und Erzäh­lun­gen auch einige Versepen. Ein sol­ches, näm­lich »Zla­torog« (1878), eine Alpen­sage, wurde Bech­steins lite­ra­ri­scher Durch­bruch. Sein Stil ist geprägt von einer ein­fa­chen, aber melo­diö­sen Spra­che und bereits die Titel sei­ner frü­hen Gedicht­bände »Lie­der eines fah­ren­den Gesel­len« (1878) und »Spiel­manns­lie­der« (1881) deu­ten an, wel­chen Inhal­ten sich Baum­bach als Lie­der­dich­ter ver­schrie­ben hatte. Mit der Zeile »Hoch auf dem gel­ben Wagen« kann jeder etwas anfan­gen. Viele sei­ner Lie­der wur­den ver­tont, unter ande­rem von Alban Berg und Max Reger.
In Mei­nin­gen gebo­ren wurde Kurt Erich Meu­rer (1981–1962), der als Lyri­ker wäh­rend der Nazi­zeit zur »inne­ren Emi­gra­tion« gehörte. Von sei­nen Gedicht­bän­den sind »Die sil­berne Oktave« (1938) und »Cel­lo­kon­zert« (1955) her­vor­zu­he­ben. Dane­ben war er ein bedeu­ten­der Nach­dich­ter, unter ande­rem von Dante und Petrarca. Mit Film­skrip­ten für DEFA-Filme wie »Der Dritte« (1971) oder »Die Ver­lobte« (1980) wurde Gün­ther Rücker (1924–2008) bekannt. Nach dem Ende der DDR wurde es um ihn auf­grund von poli­ti­schen Ver­wick­lun­gen still. Wolf­gang Rinecker (1931–1982), Autor von Kri­mi­nal­ro­ma­nen und im Thü­rin­ger Wald han­deln­den Geschich­ten (»Bin ich Kain?«, 1967; »Die Stra­ßen­bahn des Herrn«, 1980) ver­brachte die letz­ten zwan­zig Jahre sei­nes Lebens in Mei­nin­gen.

 Meiningen:

  1. Meiningen vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert
  2. Das Meininger Theater
  3. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart
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