Palmbaum-Gespräch zur Ausgabe 1/2020 mit dem Titelthema »Schreiben Frauen anders?«

Personen

Ulrike Müller

Annette Seemann

Jens-Fietje Dwars

Ort

Weimar

Thema

Palmbaum-Gespräche

Autor

Jens-Fietje Dwars

Palmbaum - literarisches Journal aus Thüringen / Thüringer Literaturrat e.V.

»Weib­li­ches Schrei­ben um 1800 – und heute«
Palm­baum-Gespräch mit den Schrift­stel­le­rin­nen Annette See­mann und Ulrike Müller

Mode­ra­tion: Jens-Fietje Dwars, Chef­re­dak­teur der Zeit­schrift »Palm­baum«

 

 

Heft 1/2020 der Thü­rin­ger Lite­ra­tur­zeit­schrift »Palm­baum« war dem Thema »Schrei­ben Frauen anders?« gewid­met. Im Gespräch mit dem Palm­baum-Chef­re­dak­teur Jens-Fietje Dwars dis­ku­tie­ren die Wei­ma­rer Autorin­nen Annette See­man und Ulrike Mül­ler diese Frage mit dem dop­pel­ten Blick auf 1800 und heute. Aus­gangs­punkt ist Sophie Mereau, eine der ers­ten Frauen, die es gewagt hat, vom Schrei­ben zu leben. Und mehr noch: für das Schrei­ben. Annette See­mann por­trä­tiert eine Frau, die selbst­be­stimmt leben, lie­ben und schrei­ben wollte, und die mit 36 Jah­ren bei der Geburt ihres sechs­ten Kin­des starb. Ulrike Mül­ler berich­tet von den Lebens- und Schreib­stra­te­gien Char­lotte von Steins und Caro­line Schle­gel-Schel­lings, die sich mit Iro­nie und Par­odie den Rol­len­zu­schrei­bun­gen der Män­ner­welt ver­wei­ger­ten. Sie ver­or­tet »weib­li­ches Schrei­ben« in einer Sub­jek­ti­vi­tät, die mit expe­ri­men­tel­len Regel­brü­chen gegen die Tren­nung von Kunst und Leben rebel­liert. Gerade darin sahen Goe­the und Schil­ler den »Dilet­tan­tis­mus der Wei­ber«. War das nur ein Schub­fach, um läs­tige Kon­kur­renz abzu­weh­ren? Mit Blick auf die Gegen­wart schärft das Gespräch den Blick auf ein wirk­li­ches Pro­blem: Heute, da jeder nach Belie­ben jeg­li­che Texte im Web oder per Print on Demand ver­öf­fent­li­chen kann, wird das Schrei­ben belie­big. Mehr noch: Kunst wird zur Gunst, wenn Medi­en­hype und Likes für Auf­merk­sam­keit sor­gen, statt um Qua­li­täts­kri­te­rien zu strei­ten. Dilet­tan­tis­mus kann als Lieb­ha­be­rei pro­duk­tiv sein, wenn er mit den Regeln einer erstarr­ten Pro­fes­sio­na­li­tät bricht und Leben­di­ges zum Aus­druck bringt. Die Haupt­auf­gabe aber bleibt: Arbeit an der Spra­che. Und die ver­bin­det schrei­bende Män­ner und Frauen heute ebenso wie um 1800.

 

Die Betei­lig­ten:

  • Dr. Annette See­mann: Autorin und Über­set­ze­rin, Ver­fas­se­rin zahl­rei­cher Bio­gra­phien, u.a. über Frida Kahlo (2002), die Her­zo­gin Anna Ama­lia (2007) und jüngst Chris­tiane Goe­the (2018)
  • Dr. Ulrike Mül­ler: Autorin Her­aus­ge­be­rin und Autorin zahl­rei­cher Bücher, dar­un­ter »Die klu­gen Frauen von Wei­mar« (2007) geschrie­ben, »Bau­haus-Frauen« (2009) und »Salon­frauen« (2013).
  • Jens‑F. Dwars: Chef­re­dak­teur der Lite­ra­tur­zeit­schrift »Palm­baum«, Schrift­stel­ler, Buch­ge­stal­ter, Film- und Aus­stel­lungs­ma­cher, Her­aus­ge­ber der Edi­tion Orna­ment und der Wei­ßen Reihe im quartus-Verlag.
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