»Schiller, Schlegel & Co.« –
Literatur- und Geistesgeschichte in Jena um 1800

3 : Eichplatz

Personen

Friedrich Schlegel

Friedrich von Hardenberg (Novalis)

Ort

Jena

Thema

Literarisches Thüringen um 1800

Autor

André Schinkel

Die Exkursion entstand im Rahmen eines Projektes der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V.

Obgleich der heu­tige Eich­platz auf den ers­ten Blick so gut wie nichts von sei­ner lite­ra­tur­his­to­ri­schen Dimen­sion ver­rät – so ist er doch im Hin­blick auf die Roman­tik, die de facto ihren Aus­gang von hier nahm, ein zen­tra­ler Ort. Heute ein Park­platz und gewis­ser­ma­ßen ein den prak­ti­schen Ange­le­gen­hei­ten vor­be­hal­te­nes Foyer der »Neuen Mitte«, lag doch hier, im Hin­ter­hof der Leu­tra­gasse 5, die Keim­zelle der Früh­ro­man­tik wie auch des Organs der Bewe­gung, der legen­dä­ren Zeit­schrift »Athe­näum«, in der neben den weg­wei­sen­den Frag­men­ten Fried­rich Schle­gels (dar­un­ter das berühmte 116., das die Schaf­fung des »uni­ver­sal­poe­ti­schen« Prin­zips for­dert) auch die Nova­lis’ spä­te­ren Welt­ruhm begrün­den­den »Hym­nen an die Nacht« erschie­nen. Unter den frü­hen Roman­ti­kern war Nova­lis mit Abstand der größte Dich­ter, gepaart mit einem schar­fen Ver­stand und durch­aus mit Stan­des- und Kar­rie­re­be­wusst­sein, sollte sein auf wenige Jahre beschränk­tes Dich­ten und Den­ken bis in die Lite­ra­tu­ren des 20. und 21. Jahr­hun­derts nach­wir­ken. Neben Nova­lis waren auch Schel­ling, Tieck und Cle­mens Bren­tano zu Gast – die For­de­rung der »Uni­ver­sal­poe­sie« und »Sym­phi­lo­so­phie« schuf mit­hin eine ganz andere Auf­fas­sung vom Leben und Werk eines Dich­ters – in sei­ner Zusam-men­schau aller zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mög­lich­kei­ten strahlt es in unsere Vor­stel­lung von einem »Gesamt­kunst­werk« bis in die Gegen­wart aus. Mit dem frü­hen Tod von Nova­lis, aber auch auf­grund des Schei­terns von Bezie­hun­gen endete das Mit­ein­an­der kurz nach dem Jahr­hun­dert­wech­sel. Wäh­rend die schrift­stel­le­ri­sche Arbeit der Brü­der Schle­gel heute als weni­ger bedeu­tend ange­se­hen wird, war ihnen nach dem Weg­gang aus Jena eini­ger Erfolg und Ein­fluss auf diver­sen wis­sen­schaft­li­chen Gebie­ten beschie­den. Von der alten Bebau­ung des Eich­plat­zes sind heute nur Fun­da­ment­reste erhal­ten.

 »Schiller, Schlegel & Co.« –
Literatur- und Geistesgeschichte in Jena um 1800:

  1. Das Haus Markt 23
  2. Rathausgasse
  3. Eichplatz
  4. Johannisstraße und Johannistor
  5. Inspektorhaus am Botanischen Garten
  6. Jenergasse (Novalis, Rückert, Schiller, Kuhlmann)
  7. Über den Markt zum Kirstenschen Haus
  8. Romantikerhaus
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