Walter von der Vogelweide – »Der Hof zu Eisenach«

Person

Walther von der Vogelweide

Thema

Jede Woche ein Gedicht

Autor

Walter von der Vogelweide

aus: Frau Welt, ich hab von dir getrunken, hg. und übertragen von Hubert Witt, Berlin 1979.

Wal­ter von der Vogelweide

Der Hof zu Eisenach

 

Der in den ören siech von unge­sühte sî,
daz ist mîn rât, der lâz den hof ze Düren­gen frî:
wan kumet er dar, dês­wâr er wirt ertœret.
ich hân gedrun­gen unz ich niht mê drin­gen mac.
ein schar vert ûz, diu ander in, naht unde tac.
grôz wun­der ist daz iemen dâ gehœret.
der lant­grâve ist sô gemuot
daz er mit stol­zen hel­den sîne habe vertuot,
der ieges­lîcher wol ein kenpfe wære.
mir ist sîn hôhiu fuore kunt:
und gulte ein fuo­der guo­tes wînes tûsent pfunt,
dâ stüende ouch nie­mer rit­ters becher lære.

 

Der Hof zu Eisenach

Nach­dich­tung von Hubert Witt

Wenn einer ohren­krank ist oder nervenschwach
der meide, rat ich sehr, den hof zu eisenach
sonst wird man sein gehör noch ganz zerstören
ich habe mit­ge­drängt, solange ichs ertrug
ein gehn und kom­men tag und nacht, und nie genug
ein wun­der, kann am end noch einer hören
und der herr land­graf, er vertut
mit sei­nen stol­zen hel­den alles hab und gut
mit alten käm­pen, die das rau­fen lieben
wie edel sein verschwendersinn:
käm wein das fuder tau­send pfund, er gäb es hin
bei ihm ist nie ein becher leer geblieben

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