Karl Philipp Conz
An die Nymphen der Ilm
Im Parke zu Weimar
Nymphen, die ihr diesen Hain umschwebt,
Guter Gaben frohe Geberinnen,
Laßt das Eine, fleh ich, mich gewinnen,
Dem mein Herz so lang entgegenstrebt;
Daß in freier unbewölkter Seele
Weisheit stets mit Ruhe sich vermähle.
Näher euch und näher dir, Natur,
Wo ihr süßen warmen Odems waltet
Wohnet Friede: Herrlicher gestaltet
Ist durch euch der Erde schöne Flur;
Liebevoller lächeln ihre Bilder;
Ihr beleuchtet unser Dasein milder
Habet, gute Nymphen, frohen Dank.
Für den Zauber, den ihr mir beschertet,
Für Gefühle, die ihr mir gewährtet
Ach! dem Pilger süßer Labetrank!
Könnt ich so von allen Lebensfreuden
Ohne Reu‹, und so mit Reinheit scheiden.
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