Karl Philipp Conz – »An die Nymphen der Ilm«

Thema

Jede Woche ein Gedicht

Autor

Karl Philipp Conz

aus: Karl Philipp Conz, Gedichte, Tübingen 1806.

Karl Phil­ipp Conz

An die Nym­phen der Ilm

Im Parke zu Weimar

 

Nym­phen, die ihr die­sen Hain umschwebt,
Guter Gaben frohe Geberinnen,
Laßt das Eine, fleh ich, mich gewinnen,
Dem mein Herz so lang entgegenstrebt;
Daß in freier unbe­wölk­ter Seele
Weis­heit stets mit Ruhe sich vermähle.

Näher euch und näher dir, Natur,
Wo ihr süßen war­men Odems waltet
Woh­net Friede: Herr­li­cher gestaltet
Ist durch euch der Erde schöne Flur;
Lie­be­vol­ler lächeln ihre Bilder;
Ihr beleuch­tet unser Dasein milder

Habet, gute Nym­phen, fro­hen Dank.
Für den Zau­ber, den ihr mir beschertet,
Für Gefühle, die ihr mir gewährtet
Ach! dem Pil­ger süßer Labetrank!
Könnt ich so von allen Lebensfreuden
Ohne Reu‹, und so mit Rein­heit scheiden.

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