Eugen Diederichs

1867      

1930      

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Jena

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Eugen Diederichs im Autorenlexikon

Eugen Diederichs

Autor

Charlotte Krause

Eugen Diede­richs (* 22. Juni 1867 in Löb­itz bei Oster­feld; † 10. Sep­tem­ber 1930 in Jena); Ver­le­ger. Sein 1896 gegrün­de­ter Ver­lag in Flo­renz beschäf­tigt sich vor allem mit der deut­schen Roman­tik und Klas­sik, Schrif­ten der Antike. Heute ist der Ver­lag ein Imprint von Ran­dom House in Mün­chen.

Gebo­ren auf dem Land­gut Löb­itz bei Oster­feld (Thü­rin­gen), ver­brachte er seine Kin­der- und Jugend­zeit in Naum­burg. Nach einer Aus­bil­dung zum Land­wirt arbei­tete er als Ver­wal­ter auf ver­schie­de­nen Höfen.

In Halle ließ er sich zum Buch­händ­ler beim theo­lo­gi­schen Ver­lag Eugen Strien aus­bil­den. In sei­nen jun­gen Jah­ren zeich­nete er sich durch seine immense Rei­se­lust aus. Zudem litt er jedoch unter star­ken Depres­sio­nen und hatte früh einen ers­ten Ner­ven­zu­sam­men­bruch. Die Rei­sen dien­ten u. a. als Ablen­kung von sei­nem Ner­ven­lei­den.

1896 zog er nach Ita­lien, wo er in Flo­renz sei­nen Ver­lag grün­dete. Died­richs gelang 1897 der große Erfolg mit der Ver­öf­fent­li­chung von Hans Blums Die deut­sche Revo­lu­tion 1848/49. Im glei­chen Jahr der gro­ßen Ver­öf­fent­li­chung sie­delte der Ver­lag nach Leip­zig über.

Mit der Autorin Helene Voigt, die er 1898 hei­ra­tete, bekam Diede­richs vier Kin­der. Nach zwei Affä­ren von Sei­ten Helene Voigt-Diede­richs ließ sich das Paar 1911 wie­der schei­den. Im Jahr von Diede­richs Hoch­zeit ver­öf­fent­lichte er u. a. Werke von Wil­helm Böl­sches, Jens Peter Jacob­sen, Nova­lis, Leon Tol­stoi, Anton Tsche­chow, Fried­rich Höl­der­lin, John Rus­kin und Mau­rice Maeter­linck. Diede­richs zeich­nete sich vor allem durch das Her­aus­ge­ben ver­schie­de­ner Serien und Rei­hen aus, so u. a. Erzie­her zu deut­scher Bil­dung (1904), Die Kunst in Bil­dern (1909) und Reli­gion und Phi­lo­so­phie Chi­nas (1910).

1904 zog die Fami­lie von Leip­zig nach Jena, wo sie ihren »Sitz« bis 1948 behielt. Wege zur deut­scher Kul­tur war der erste Kata­log der Ver­lags, der 1908 erschien.

Diede­richs ver­folgte sei­nen Anspruch, einen uni­ver­sel­len Kul­tur­ver­lag zu füh­ren, in dem er aus den ver­schie­dens­ten Berei­chen Werke her­aus­gab und ver­öf­fent­lichte. Jedoch wurde der Ver­lag zuneh­mend von sei­nen per­sön­li­chen reli­giö­sen und anti­ra­tio­na­lis­ti­schen Emp­fin­dun­gen geprägt, wes­halb das Augen­merk Diede­richs nach einer Zeit auf bestimm­ten »neu­ro­man­ti­schen« Autoren wie Karl Joel oder Lud­wig Coel­len lag. Zudem sollte der Ver­lag zur Anlauf­stelle von natio­nal­kon­ser­va­ti­vem Schrift­tum wer­den.

1912 über­nahm Diede­richs die kul­tur­päd­ago­gi­sche Zeit­schrift Die Tat, die er ab 1913 selbst her­aus­gab. Am 18. April 1916 hei­ra­tete er die Schrift­stel­le­rin Lulu von Strauß und Tor­ney, die eigene Werke im Ver­lag her­aus­gab und aktiv mit­ar­bei­tete.

Den Ver­lag zeich­ne­ten ver­schie­dene Annäh­run­gen an den Natio­nal­so­zia­lis­mus aus, so u. a. bei der Her­aus­gabe von Büchern, die im Zei­chen einer „Volks­tum­be­we­gung“ stan­den oder Diede­richs eige­ner Bei­trag Kri­sis des deut­schen Buches. Diede­richs wurde von der Uni­ver­si­tät Köln 1924 die Ehren­dok­tor­würde ver­lie­hen. Zudem ernannte ihn die Stadt an sei­nem sech­zigs­ten Geburts­tag zum Ehren­bür­ger.

Nach dem Tod Eugen Diede­richs’ 1930 über­nah­men seine Söhne Niels und Peter Diede­richs mit Hilfe von Lulu von Strauß und Tor­ney sowie Max Linke die Lei­tung des Unter­neh­mens.

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