Manebach
[Gemeinde]

Lokation

Goethestraße
98693 Ilmenau, OT Manebach

50.679809, 10.859126

Person

Johann Wolfgang von Goethe

Weiterführende Informationen

Ilmenau-Manebach

Manebach

Autor

Christina Onnasch

Thüringer Literaturrat e.V.
Quellen:
Damm, Sigrid: Goethes letzte Reise, Insel Verlag, Frankfurt am Main/ Leipzig 2007.
Oberhauser, Fred/ Kahrs, Axel: Literarischer Führer Deutschland, Insel Verlag, Frankfurt am Main/ Leipzig 2008.

Nach Johann Wolf­gang Goe­thes Spu­ren kann man auch in Wäl­dern, auf Wie­sen, in Höh­len, auf Ber­gen und in Dör­fern suchen. Zum Bei­spiel auf dem Goe­the­wan­der­weg. Die­sen leg­ten die Wei­ma­rer Natio­na­len For­schungs- und Gedenk­stät­ten der klas­si­schen deut­schen Lite­ra­tur 1970 an; von Ilmenau geht es über Mane­bach nach Stüt­zer­bach, eine Stre­cke von 20 Kilo­me­tern. Der Weg führt an Orte und Plätze, an denen sich Goe­the auf­hielt. Auf der Wan­de­rung pas­siert man das Schöf­fen­haus, geht über den Hei­del­berg und die Mari­en­quelle zum Emma­s­tein. Der Wan­de­rer läuft bergab und steht in Mane­bach.

Der Ort, der 1351 erst­mals als hen­ne­ber­gi­sches Lehn­gut 1351 erwähnt wurde, ist ein Stra­ßen­dorf. Lange Zeit war die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung Mane­bachs von Berg­bau, Müh­len und Ham­mer­wer­ken bestimmt. Bis 1949 wur­den hier klei­nere Men­gen Stein­kohle abge­baut. Eine Beson­der­heit sind Pflan­zen­fos­si­lien, die beim Stein­koh­len­ab­bau 1695 ent­deckt wur­den. Über Thü­rin­gen hin­aus ist Mane­bach für die Pro­duk­tion von Mas­ken und Papier­la­ter­nen bekannt gewor­den, die im 19. Jahr­hun­dert begann und 1971 ein­ge­stellt wer­den musste. Dane­ben boten die Por­zel­lan­her­stel­lung sowie die Glas- und Kunst­stoff­ver­ar­bei­tung vie­len Ein­hei­mi­schen Lohn und Brot.

Fin­det man in Mane­bach die Anschrift Goe­the­straße 13, steht der Wan­de­rer vor einem ein­stö­cki­gen, mit roten Dach­zie­geln gedeck­ten Haus, des­sen Ober­ge­schoss und Gie­bel­seite mit Schie­fer ver­klei­det sind. Eine schwarze kleine Tafel über der Ein­gangs­tür ver­kün­det: »Im Gar­ten die­ses Hau­ses ‚Kan­tors-Gärt­chen‘ zeich­nete Goe­the am 30. Aug. 1777 das Bild vom Mane­ba­cher Grund für Frau von Stein.« Es ist das Haus des Kan­tors Mat­thäus Schell­horn, in das Goe­the immer wie­der ein­kehrte.

Doch von vorn. Es war ein reg­ne­ri­scher Früh­lings­tag, als Goe­the, ein Mann von 26 Jah­ren, 1776 zum ers­ten Mal in das am Nord­hang des Thü­rin­ger Wal­des gele­gene Städt­chen Ilmenau ritt und dort ange­kom­men befand: »die Gegend ist herr­lich herr­lich!« Von da an kam er, den einige Monate zuvor seine Wege an den Wei­ma­rer Hof geführt hat­ten, noch viele Male in diese Gegend zurück. Das hatte mit sei­nen neuen Auf­ga­ben zu tun, die er mit Eifer anging. Im Juni wurde Goe­the zum »Gehei­men Lega­ti­ons­rat« ernannt und in das »Geheime Con­si­lium«, die Wei­ma­rer Regie­rungs­be­hörde, beru­fen. Acht Monate spä­ter wurde er Mit­glied der »Berg­wercks-Com­mis­sion«. Her­zog Carl August wollte den Berg­bau im Amt Ilmenau wie­der­be­le­ben. Zum Amt gehör­ten Ilmenau selbst, acht Dör­fer im nörd­li­chen Vor­land, im süd­li­chen Wald­ge­biet einige Gebäude von Mane­bach und ein Teil von Stüt­zer­bach.

Der Wan­de­rer zieht wei­ter. Das Haus des Kan­tors lässt er lie­gen, nimmt den Weg über die Bahn­schie­nen und am gegen­über­lie­gen­den Kam­mer­berg steigt er auf zur Hele­nen­ruhe und vor­bei an der Sophien­quelle zum Gro­ßen Her­mann­stein. Die Höhle am Fuß des Por­phyr­fel­sen bot Goe­the mehr­mals eine Her­berge, in der er arbei­tete und zeich­nete. Die Bil­der »Die Höhle im Her­mann­stein«, »Die damp­fen­den Täler bei Ilmenau«, »Der Mane­ba­che Grund« und »Der Stüt­zer­ba­cher Grund« ent­stan­den hier oder in der nähe­ren Umge­bung. Im Som­mer 1776 führte der Dich­ter auch Char­lotte von Stein hier­her, die ihn zu die­ser Zeit in Ilmenau besuchte. Ein kur­zer Auf­stieg noch, dann ist der Kickel­hahn erreicht.

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